HEAVEN #1721 Wie ein Troubadour
WIE EIN TROUBADOUR
Welchem Zweck dienst du heute? Ich frage dich nicht, was dein großer Zweck im Leben ist, Ich frage, welchem Zweck du heute dienst? Falls heute der einzige Tag wäre, der dir bliebe, was würdest du über seine Leinwand schreiben?
Meine Frage anders ausgedrückt lautet: Was wirst du heute geben? Die Frage lautet definitiv nicht: Was wirst du heute empfangen?
Falls heute der einzige Tag wäre, den du hast, würdest du dich dann so sehr darum kümmern, welche Entgelte dir zukommen? Würdest du überhaupt daran denken, was aufzuhäufen sei? Ich meine, dein Gedanke wäre: „Wie kann ich am besten diesem Tag dienlich sein? Wie werde ich ihn verbringen? Was wäre mir und einem Anderen wichtig? Was möchte ich sagen, was ich noch nicht gesagt habe, womit ich wohl recht lange gewartet habe?“
Heute findest du, du hast lange genug gewartet.
Heute bittest du dringend, das Meiste zu tun, was du tun kannst. Du wirst diesen Tag nicht verbummeln. Ich denke nicht, dass du über irgendeine einzelne Sache einen Schmollmund ziehst oder dich beklagst. Selbst bei einem Schmerz schicktest du dich an, mehr als eine Erinnerung an dich im Schmerz zu hinterlassen. Du wärst darauf aus, ein Lächeln, ein Versprechen, ein Wort, eine Geste, eine Hoffnung zu hinterlassen ….
Falls du außerstande wärst zu reden, würdest du wenigstens einen guten Gedanken hinterlassen.
Falls du die Person in der Welt wärst, der am meisten Unrecht geschehen ist, würdest du dein Unrecht aufgeben und eine einzige Richtigkeit dalassen, wie eine Blume, die du in deiner Hand zusammengedrückt hattest. Du würdest deine Hand aufmachen, sodass wenigstens eine einzige Richtigkeit dein letztes Testament darstellte. Du würdest eine Botschaft der Liebe hinterlassen.
Falls du in der augenblicklichen Welt nur eine Stunde übrig hättest, was würdest du mit ihr anstellen? Wohin würdest du eilen? Woher würdest du kommen? Mit wem wärst du zusammen, und was würdest du sagen? Oder würdest du nichts sagen? Würdest du mit deinem Kopf nicken und stattdessen zuhören?
Würdest du vielleicht die Straße voll mit fremden Menschen entlang gehen, einem Jeden zunicken, sie still voll von deinem Herzen her segnen? Könntest du zu dir sagen: „Ich habe nur noch eine Stunde übrig, um Gottes Willen zu tun. Ich bin mir nicht sicher, was Gottes Wille für mich ist, aber ich bin sicher, Er wird sich freuen, wie ich diese zum Vorschein kommende Liebe, die ich für die Welt aufgefunden habe, verstreue. Ich verstreue sie, nicht mutwillig, sondern überall. Das ist das Wenigste, was ich tun kann. Ich verstreue Teile der Liebe Gottes. Es ist Gottes Liebe, die ich in meinem Kielwasser hinterlasse.“
Und falls dir dann ein Aufschub gewährt und eine weitere Stunde gegeben würde, was würdest du dann tun? Was würdest du nicht tun? Du wärst mit niemandem ärgerlich. Du würdest wissen, du hast nicht die Zeit zu vergeuden mit solch einer Frivolität wie Ärger. Vielleicht würdest du deine ganze Meinung über das Leben ändern. Vielleicht würdest du ein neues Blatt umdrehen. Vielleicht würdest du alle Blätter am Baum gut heißen.
Einmal die Situation angenommen, nicht zu wissen, welcher Augenblick dein letzter auf der Erde ist, Ich weiß, du würdest eine Broschüre der Liebe hinterlassen. Wahr ist, Geliebte, niemand kennt die Stunde, wann sein Körper von der Erde abgeht. Bringt mittlerweile dem Leben einen Tanz dar. Singt Lieder. Schaut die Sonne an.
In Wahrheit ist Liebe unbeschränkt, und sie endet nicht mit dem Hinscheiden des Körpers. Indes, zugegen in diesem hinfälligen Menschen-Körper, zugegen im Theater des Lebens auf Erden, zugegen auf dessen Bühne, wieso nicht euren erhabensten Auftritt hinlegen?
Ihr habt ihn in euch, Geliebte. Und nun kommt er aus euch heraus.
Heute macht ihr euer Erscheinungsbild auf der Erde wie das eines Troubadours. Ich höre euch jetzt singen.

