HEAVEN #1541 Sei wie das kleine Kind
SEI WIE DAS KLEINE KIND
Ein kleines Kind trägt keine Behauptungen und Mutmaßungen mit sich herum. Es sieht, was es sieht. Es hat noch nicht durch das, was es zu hören bekam, erlernt, seine Sicht abzudunkeln. Es sieht, was es sieht, während deine Sicht allzuoft mit scheußlichen Ideen und Glaubensvorstellungen bewölkt war.
Kleine Kinder sind endlos begierig, die körperliche Welt zu entdecken, da sie wissen, dass sie nie aus dem Himmel ausquartiert wurden. Der Himmel ist ihnen nahe. Für Kinder ist es leicht, glücklich zu sein. Sie unterweisen sich selbst beim Spielen, während du die Neigung hast, dich mit Arbeit zu verschleißen.
Begierig der Welt zu begegnen, ist ein jedes Kind, sobald es erwacht. Es weiß nicht, was es erwartet, und es möchte erkunden und herausfinden, was der Tag bringt. Du wachst auf, oft scheinbar im Wissen, was die Welt dir bieten werde, und du möchtest lieber im Bett bleiben.
Was wäre, falls dein Tag sich nicht so weit vor dir ausspannte? Was wäre, falls dein Tag unerwartete Kostbarkeiten bereithielte? Was wäre, falls heute der Tag wäre, der keinem anderen gleicht, der je zuvor da war? Ist das nicht so? Was wäre, falls ein Tag kurz wäre? Was wäre, falls jeder Tag ein neues Buch ist, das durch dich geöffnet gehört? Schlage es auf. Sage nicht: Du kannst auf einen anderen Tag warten. Öffne den Tag, der jetzt soeben in deiner Hand liegt. Blättere die Seiten um. Tritt um alles, was du dir wert bist, in ihn hinein.
Ein Kind ist auf seinen Tag begierig, weil es in der Erwartung von Freude steht. Falls es sie nicht findet, wird es etliche erzeugen. Kinder sind eure Lehrer der Liebe, und sie wollen euch unterweisen.
Wenn sich ein Kind soeben anschickte, gehen zu lernen, warnt es sich nicht vor, dass es straucheln könne. Es genießt das Fehltritt-Begehen und das Wiederaufstehen. Weswegen nicht?
Ein Kind übermittelt Liebe an dich. Es geht ein Band mit dir ein.
Selbst Kinder, die schon sprechen, haben das Wort „aber“ noch nicht gelernt, was du so gut kennen gelernt hast. Was macht das Wort „aber“ anderes, als die ganze Möglichkeit zur Freude fortzunehmen, die ihm unterkam? Ihr neigt dazu, zu euch zu sagen: „Ich würde gerne tun, was ich tun möchte, das Leben hält mich aber davon ab …. Ich könnte liebenswürdiger sein, aber ...“ Lasst das „aber“ und das, was danach kommt, fort. Ihr habt es nicht nötig, euch an das Wieso-Nicht zu erinnern. Erinnert euch daran, wofür ihr steht, und macht euch darüber her.
Stellt ihr euch vor, es gebe eine bessere Gelegenheit als heute?
Meint ihr, es gebe da einen Anderen, der euch geben könne, was ihr möchtet?
Ein Kind hat Zutrauen. Es hat Zuversicht in das, was es erstrebt. Es denkt nicht an Zutrauen. Es traut zu. Ihm passiert es nicht, dass es kein Zutrauen hat. Es trifft keine Entscheidung zur Zuversicht. Es debattiert darüber nicht. Es traut zu.
So müsst ihr das auch. Traut euch zu, dass ihr aus gutem Grund nach etwas trachtet. Traut euch zu, dass ihr keine Gründe und keine Einwände nötig habt dafür, was ihr gerne vom Leben in Empfang nehmen möchtet. Wenn ihr gerne den Apfel aus der Baumkrone möchtet, dann klettert auf den Baum. Wenn ihr gerne singen möchtet, dann singt. Wenn ihr tanzen möchtet, dann tanzt. Was bloß auf der Erde kann euch davon abhalten, was ihr möchtet, außer eine vorher überlegte Idee, die wie eine Taschenuhr vor euch hin und her schwingt und euch ins Nicht-Zutrauen hypnotisiert?
Seid wie das kleine Kind, das sich danach streckt, was es möchte. Es fängt sogar eine Seifenblase ein und ist bei deren Zerplatzen entzückt.

