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HEAVEN # 1533 Die Sterne des Nachts

Es liegt etwas Zufriedenmachendes darin, auf einer Wiese auf dem Rücken zu liegen und zum Himmel hoch zu schauen. Eine Gelassenheit. Wolken ziehen vorüber, und du bist ruhig. Du kaust auf einem Grasblatt, und fühlst dich in dem Himmel eingetaucht. Du wirst Teil der Weite des Himmels. Der gleiche Himmel bedeckt alle, und du wirst von ihm eingehüllt. Du bist Teil der Wolken, und die Wolken sind ein Teil von dir; sie geben dir Raum, um sich in ihren Falten auszuruhen. Der Himmel öffnet sich, und du betrittst ihn, alldas während du auf deinem Rücken im Gras liegst und zu ihm hoch schaust.

Der Himmel zieht nicht an dir vorbei, indes rückt er unentwegt vor dir weg. Du siehst ihm zu, einer endlosen Dia-Show. Du bist ein Beobachter des Himmels, und der Himmel absorbiert dich. Du hast dich zu ihm hoch geschwungen. Dein Herz gleitet dort, ist dem Himmel eine Gesellschaft, unterdessen du nach wie vor auf der Erde beladen bist. Du bist an zwei Stellen gleichzeitig. Selbst während du auf der Rundung der Erde liegst, bist du nicht an sie gebunden.

Es ist, als hätte Mutter Erde keine Kruste. So weich und so bauschend wie der Himmel ist die Erde ein Kissen, auf dem du ruhen kannst. Die Erde prallt dich nicht zum Himmel hoch. Sie dreht sich und wird so, als wäre sie der Himmel, auf dem du liegst, und als sei sie die Erde, die du aus der Entfernung her siehst. Nah und fern werden das gleiche. Du beginnst auszuloten, dass du BIST, und du bist mit dem Universum Eins. Du bist auf herrliche Weise in ihm aufgesogen.

Nachts werden die Sterne zu den deinen. Du befürwortest sie. Der Mond zieht die Gezeiten deines Herzens. Du bist verzückt. Du siehst nicht, was jenseits der Sterne liegt, aber du weißt, etwas ist da. Es hat durch den Nachthimmel zu dir gesprochen, und du hast es gehört. Es durchdringt dich nicht, wie das die Sonne tagsüber tut, aber es hebt dich hoch. Du bist in einer Art Paradies, das du in die Arme schließt.

Wenn du hochkommst und aufrecht stehst, siehst du die Laube des Himmels nicht so sehr. Du magst vergessen, zum Himmel hoch zu sehen, so beschäftigt bist du damit, worüber deine Füße trampeln. So geschäftig mit unbedeutenden Dingen, hältst du den Sternenglanz für etwas Geringes, sparst du ihn für später auf, anstatt ihn jetzt auszukosten. Du schaust auf das Pflaster am Boden, und es ist fast so, als ob die Hingabe an die Schönheit der Weite nicht existierte. Du bist in Gummibänder und Büroklammern eingeschlagen. Du gehst auf und ab und mühst dich, unterdessen du still sein und das Universum in deine Arme schließen könntest. Du distanzierst dich von der Weite, ein gelegentlicher flüchtiger Blick im Vorübergehen ausgenommen. Du gehst an dem Himmel vorüber, als wäre Ewigkeit überhaupt nichts. Du hetzt an ihr vorüber, hastig irgendwohin weglaufend. In Ermangelung von Geduld vergisst du, dich am Himmel und an dem Grasblatt zu erfreuen.

Der Himmel und seine baumartigen Gefilde warten auf dich. Sie leisten dir gleichwohl Gesellschaft. Das Licht der Sonne und der Sterne langen stets bei dir an, auch dann, wenn du ihm gegenüber die Augen schließt.

Selbst wenn du dich mit dem Gesicht zur Erde befindest, existieren die Sterne und das Darüberhinaus. Sie bedürfen nicht deiner Hinsicht. Du hast es nötig, sie anzusehen.

Ich spreche wörtlich wie auch bildlich. Du trinkst an einem Göttertrank, während du zum Himmel hoch schaust. Es ist ein kräftiges Stärkungsmittel. Einverleibe ihn dir durch deine Augen, und einverleibe ihn durch deine Poren. Sauge den Tag- oder Nachthimmel ein, und halte ihn an dein Herz. Du stehst mit der Natur in wechselseitiger Beziehung. Lasse sie dich segnen. Schaue immer mal wieder hoch.