Gott redete …
Etwas ist es wert, deine Meinungen für dich selber zu behalten. Oft ist das so. Um dies zu tun, hast du dir nicht die Meinungen anderer Leute zu Herzen zu nehmen. Du möchtest nicht durch sie entsetzt sein. Anderslautende Meinungen sind nicht bestimmt, ein Duell der Worte zu veranlassen. Andere Meinungen sind bloß andere Meinungen. Deine Meinungen werden sich ändern, oder nicht. Die Meinungen Anderer können sich ändern, oder nicht. Was aber für einen Unterschied zeitigen Meinungen? Und was für ein Geschäft eurerseits stellen die Meinungen dar, welche andere Menschen an sich halten?
Ihr werdet vielleicht sagen, ihr hättet dafür einzutreten, was richtig ist. Dies kann durchaus so sein. Es ist nicht immer zutreffend. In jenem Falle sprecht ihr, um eure eigene Stimme zu hören. In den meisten Fällen, Geliebte, sagt, was ihr zu sagen habt, und begebt euch daraufhin irgendwoanders hin. Einerlei wie richtig ihr liegt, keiner ist verpflichtet, euch beizustimmen. Oft ist das so, je mehr ihr debattiert, umso mehr gräbt sich das Gegenüber mit den Hacken ein. Vielleicht hast du Vergnügen am Argumentieren. Vielleicht die andere Person ebenfalls. Dann ist es eine Kollaboration. In jenem Falle, da genießt euch selber.
Sofern ihr an Wortwechsel kein Vergnügen findet, wieso dann in sie eintreten? Und sofern es jemand nicht mag, sich auseinanderzusetzen, wieso dann ihn oder sie dort hineinziehen? Wir reden hier soeben über Meinungen, nicht über Angelegenheiten von Leben und Tod.
Den anderen Menschen bei seinen eigenen Meinungen belassen ist nicht das gleiche wie beistimmen. Weswegen sollte ein Anderer dir mehr beizupflichten haben, als du einem anderen beizupflichten hast? Was ist so bewundernswert am Beistimmen? Insbesondere wenn es sich auf eine Angelegenheit mit Worten bezieht. In jedem Falle, was wechselt ihr miteinander? Vielleicht könnt ihr einander zuhören. Vielleicht gibt es in Wirklichkeit keinen Streit.
Wenn du Friede möchtest, dann schließe Friede mit dir selber.
Dies soll nicht besagen: Friede - koste es was es wolle. Keinesfalls. Vielleicht ist deine lautere Seriosität nicht eine Thematik. Vielleicht ist deine Halsstarrigkeit eine Thematik.
Dagegenhalten hat nicht ein Flaschenhals zu sein. Dein Dagegenhalten zu der Sichtweise eines Anderen etwa wird dir zu erkennen helfen, was du denkst. Es wird dich veranlassen, einen guten Blick darauf zu werfen, worüber du möglicherweise bloß flüchtig hinweggeschaut hast. Es kann dir ohne weiteres helfen zu erkennen, was du denkst. Dies kann ebenso erreicht werden mit einer erhitzten Auseinandersetzung. Erinnert euch einfach, Geliebte, ihr habt nicht unerschütterlich zu sein, und ihr könnt ebenfalls dahinterkommen, dass eure Meinung geändert gehört. Ihr könnt von ihr abtreten. Ihr könnt eure Meinung ohne Schaden ändern. Ihr habt sie nicht zu behalten, weil ihr sie einstmals hattet. Ihr habt sie nicht zu behalten, bloß weil ihr nicht möchtet, von ihr wegzukommen. Steigt von vornherein dort nicht hinauf.
Je mehr es euch um einen Anderen zu tun ist, umso mehr möchtet ihr ihn womöglich beeinflussen. Und umso nutzloser wird das eher sein.
Ich kann das verstehen, dass ihr euch um jemanden bemüht. Bemüht euch dann ausreichend, dem anderen Menschen stattzugeben, sich zu irren. Manchmal ist nichts sagen mehr denn der rascheste Weg, deinen Punkt und deine Liebe rüberzubringen.
Und, hast du nicht Auseinandersetzungen gehabt, wo du an einem gewissen Punkt nicht einmal mehr weißt, worum es geht? Ihr beide machtet weiter und machtet weiter, und es war eine Auseinandersetzung um der Auseinandersetzung willen. Wessen Stimme war die lautere? Wer hat die meiste Emotion? Wer hat die meiste Logik? Seid auf der Hut, etwas zu beweisen zu haben.
Was gewinnt ihr hinzu, das derart großartig ist, wenn das Denken eines anderen sich ändert und jener dir nun zustimmt? Und ist dies nicht manchmal oder oft für dich eine große Enttäuschung gewesen? Das ganze Trara ist vorüber. Du hast den Aufstand genossen, und nun ist er vergangen. Was dann, Geliebte. Was dann.