DIE ROCKSCHÖSSE DES EGO
Beklemmung ist chronische Angst. Sie ist Angst ohne Bezeichnung. Sie ist auf dem Ausschau nach Angst. Sie ist die Überzeugtheit, dass Angst und der Grund zur Angst gewiss kommen oder gekommen sind oder wieder gekommen sind oder ihre Präsenz fortgesetzt haben. Beklommenheit ist eine Schlussausführung, die du tätigst. Beklommenheit ist ein Geist der Angst. Ihr müsst sie nicht haben. Ihr könnt euch ihrer entledigen.
Beklommenheit und Angst haben nicht wirklich etwas mit euch zu tun. Seht sie wie Mücken. Vielleicht beißen sie euch und leben von euch, doch sind sie euch fremd. Sie gehören euch nicht zu.
Jedes Mal, wenn euch Angst oder Beklemmung beißen, streicht eine Salbe der Erinnerung an Mich auf, und sie werden sich verziehen. Sie sind euch äußerlich. Sie sind euch nicht innewohnend.
Werft Angst und Beklemmung in den Abfall. Zum Überleben oder zu sonst etwas braucht ihr sie nicht. Ihr braucht sie überhaupt nicht. Heißt sie nicht derart willkommen, wie ihr das getan habt.
Ihr könnt sie an ihren rechtmäßigen Platz verdammen, der kein Platz bei euch ist. Ihr mögt sie gegebenenfalls spüren, aber ihr habt nicht auf sie zu hören. Ihr habt nicht euer Leben durch sie zu übernehmen und nicht das Leben aus ihm herauszuquetschen zu lassen. Ihr habt es nicht nötig, sie zu beherbergen. Ihr habt es nicht nötig, für sie ein Anlaufhafen zu sein. Ihr habt es nicht nötig, sie en gros zu verkaufen oder sie wiederzuverkaufen oder ihnen eine Raststätte zu sein. Ihr habt sie nicht weiterzureichen. Ihr habt ihnen keinen Glauben zu schenken.
Kehrt sogenannte Fehler nicht in Angst. Irrtümer sind Irrtümer. Weil ihr eure Hand in der einen Richtung und nicht in der anderen durch das Wasser gezogen habt, was für einen Unterschied macht das für das Wasser? Eure Hand ist nur durch das Wasser geglitten, und das Wasser bleibt Wasser und ist durch eure Hand unverändert. Fehler sind nichts mehr als das. Wo existieren sie sonst außer im Geist des Menschen?
Fehler leiten euch womöglich, euren Kurs zu ändern. Dann also, liebt eure Fehler mehr als ihr sie fürchtet. Ihr habt eure Hand vor einem Augenblick in die eine Richtung durch das Wasser gezogen, und jetzt bewegt ihr sie in die andere Richtung.
Beklemmung hat nicht die Oberhand zu bekommen. Beklemmung muss weder euer Kapitän noch euer Gefährte sein. Heißt sie nicht derart willkommen. Macht nicht derart viel Raum für sie.
Wenn sie bei deiner Tür anlangt, hast du sie nicht einzulassen. Du hast ihr gleichfalls nicht die Tür vor dem Gesicht zuzumachen. Du kannst sie versuchen lassen, zu verkaufen, was sie verkaufen möchte, und dann kannst du sagen: „Nein, danke.“ Und die Beklommenheit wird ihres Weges gehen. Sie ist zufällig. Sie achtet nicht darauf, wo sie geht. Sie wird nie dorthin gehen, wo sie akzeptiert wird, und sie wird sich überall ein Zuhause bereiten, und gedeihen, wo ihr ein Willkommen gegeben wird.
Sofern du die Ängstlichkeit willkommen geheißen hast, hast du das nicht fortzusetzen. Du kannst sie ihres Weges schicken. Du kannst ihr einen Korb geben.
Es ist für die Ängstlichkeit Zeit, sich auf den Weg zu machen.
Sie hat bei dir keinen rechtmäßigen Platz.
Vermisse sie nicht. Fühle dich nicht schuldig, weniger Beklemmung zu sein, als durch Beklemmung geschüttelt zu sein. Ängstlichkeit muss nicht deine Eskorte sein. Du brauchst sie wirklich und wahrhaftig nicht. Sie war ein Aasgeier und hat dich zu ihren eigenen Zwecken benutzt, denn du siehst, die Ängstlichkeit ist ein Aufhänger des Ego.
Sie hält die Rockschöße des Ego.
Ängstlichkeit hat keine Existenz aus sich heraus. Sie läuft unter falscher Farbe. Sie liefert verstümmelte Botschaften aus, demnach wirst du ihr unablässig zuhören. Drehe dein Ohr zu Mir, und du wirst Mich hören. Irre dich darin nicht. Gib Gedanken von Mir statt, um die Ängstlichkeit zu ersetzen. Zolle Mir die Aufmerksamkeit, die du der Beklemmung gegeben hast, und du wirst der Gedeihende sein.