EWIGKEIT EXISTIERT IM GRUNDE NICHT IN WELLEN
Das Medium, in das hinein du malst, ist das Leben. Und das Leben ist auch das Bild, das du malst. Das Leben ist dein Pinsel, und es ist das Papier oder die Leinwand, auf der du malst. Siehst du, wie das Leben im Grunde keine abgetrennte Angelegenheit in voneinander isolierten Teilen ist? Genauso wenig ist es ein Wirbelwind, wiewohl, es ist ein Gemisch.
Du teilst die Leinwand mit anderen, denn du bist nicht der einzige, der auf ihr malt. Trotzdem, wähle deine Farben gut aus.
Das Leben ist ein Teppich, den du webst. Du webst die Fäden, und die Fäden sind die Geschichte deines Lebens. Du wählst die Fäden, und du suchst es dir aus, wie du sie hinein binden möchtest. Dein Leben ist aus den Fäden gemacht, die du webst, und daraus, wie du sie hinein und heraus webst.
Das Leben ist ein Tanz, zu dem du hergekommen bist. Gegebenheiten präsentieren sich. Sie sind Teil des Tanzes, und dennoch, du bist der Tänzer. Du tanzt zu der Zeit, was du den Abend nennst, und doch geht der Tanz, der aus Schlägen und aus Rhythmus gemacht ist, indes das Klopfen deines Fußes ist, über die Zeit hinaus. Falls das Leben ein Tanz ist, tanzt du die ganze Zeit. Es gibt keinen Morgen, keinen Mittag, keine Nacht. Gar während du schläfst, hast du nicht mit dem Tanz des Lebens aufgehört. Im eigentlichen stoppst du nie, denn du fährst mit einem Aufzug, der in Bewegung ist. In Wirklichkeit ist dem Leben kein Schritttempo beigegeben, Geliebte.
Fangt ihr an zu sehen, wie es keine Vergangenheit, keine Gegenwart oder Zukunft gibt? Das, was ihr die Gegenwart nennt, ist Ewigkeit. Ewigkeit existiert im Grunde nicht in Wellen. Wir nennen sie den Ozean, und dennoch ist sie um Vieles umfassender als der Ozean oder als eine Lagune. Der Ozean ist ein Konzept. Die Ewigkeit hat ihre eigene Weite. In einem gewissen Sinne gibt es keinen Unterschied zwischen einem Ozean, einer Lagune oder einem Tropfen aus dem Wasserhahn. Das Unendliche ist, naja, gut, unendlich. Ihm ist kein Ende zueigen, und genauso wenig ein Anfang. Wir können sagen, das Unendliche schlendert ununterbrochen so dahin, und doch schlendert es nicht oder macht es sonst auch nicht irgendwas. Ich vermute, Wir könnten das Unendliche die Hintergrundkulisse des Lebens nennen, und gleichwohl ist das Unendliche umfassender als das. Ihr wirbelt jetzt in der Unendlichkeit.
Die Vergangenheit ist ein Schnappschuss davon, wie euer Gemälde einstmals ausgesehen hat, oder wie es scheinbar aussah. Die Zukunft ist ein Vermuten. Ihr befindet euch im Weben des Teppichs der Gegenwart. Die Gegenwart ist keine unbewegte Filmaufnahme. Ihr könnt eigentlich von der Gegenwart kein Foto machen, die, letztlich, die immer-gegenwärtige ist. Die scheinbare Gegenwart ist zu umfassend und zu weit, um sie mit einer Linse einzufangen.
Wir können diese Köstlichkeit der gegenwärtigen Zeit den immerzu strömenden Strom nennen, in dem ihr schwimmt, und doch ist die Gegenwart im Grunde kein Strom oder kein Ozean. Wir können das, was man als den Ozean der Gegenwart bezeichnen könnte, mit einem süßen Kuss in Vergleich bringen. Die Liebe mag inwendig in einem Kuss existieren, und dennoch ist ein Kuss nicht Liebe. Ein Kuss ist einfach ein Kuss.
Wie kann man von der gegenwärtigen Zeit reden, währenddessen es alleinig Zeitlosigkeit gibt? Selbstverständlich, ihr tut das immer. Die Zeit scheint der Herr im Hause zu sein. Die nichtexistente Zeit scheint komprimiert oder verlängert zu werden, jedoch kommt diese Wahrnehmung aus dem Blick durch den Spiegel von Alice, oder von Peter oder von Jane oder von euch.
Falls ihr nicht das Empfinden an Zeit, was ihr gegenwärtig habt, hättet, wonach sähe sodann das Leben wohl aus? Würdet ihr dann nicht größer als das Leben werden, oder würde das Leben um Vieles größer werden, als es euch gegenwärtig zu sein scheint? Falls die Zeit in eurem menschlichen Gewahrsein nicht stets präsent wäre, wie sähe sodann das Leben aus?