WÄHLT FREUDE
Leiden ist so viel deine Wahl, wie du alles andere wählen kannst. Und sofern du Leiden wählen kannst, kannst du auch die Abwesenheit von ihm wählen. Die Abwesenheit von Leiden ist nicht Gleichgültigkeit, denn Gleichgültigkeit ist seine eigene Ebene an Leiden, oder ein So Tun Als Ob, dass Leiden nicht existiere.
Die Abwesenheit von Leiden ist Freude. Auch noch die stummste Freude ist besser als das größte Leiden. Leiden ist nicht mehr wert als Freude. Ganz bestimmt ist es nicht wesentlich. Und dennoch, es weist euch auf die Freude. Aber ihr müsst es nicht haben. Ihr könnt direkt zur Freude hingehen.
Freude hat ihre eigene Parteilosigkeit. Sie ist nicht von der Welt abhängig. Sie existiert nicht nur an einem einzigen Ort und an einem anderen nicht. Freude ist eine Konstante, sobald du sie zulässt, sobald du dich bei ihr nicht einmischst.
Du bist auf der Erde eine Blase der Freude, die fehlinformiert ist, das ist alles. Du meintest, du seist der Schmerz, der Schmerz in personifizierter Weise. Du meintest, du seist ein wandelndes Herzeleid. Du hast sogar gedacht, du seist hierauf der Erde, um zu leiden, so, als wäre das deine Zwecksetzung.
Leiden ist Verleugnung deiner Wahrheit.
Bejahe die Wahrheit von dir, und Leiden verglimmt im Hintergrund. Sie macht ihren Abgang, wie ein Hofnarr, der rückwärts aus der Kammer des Königs herausgeht.
Du hast Leiden nicht zu akzeptieren. Leiden ist eine Art Duldung. Du hast es nicht auszustehen. Auch dann, wenn du trauerst, weißt du, dass es dabei ein Ende gibt. Sofern Trauern später enden kann, kann es ebenso jetzt enden, wieso denn nicht? Leiden ist eine Entscheidung, die du triffst. Du musst keine Entscheidung pro Leiden treffen. Eine Entscheidung ist aus Alternativen gebildet, und für das Leiden gibt es großartige Alternativen.
Was, meinst du, verdienst du? Du musst denken, du verdienest Leiden, anderenfalls würdest du nicht an ihm festhalten. Denkst du, dass du, sofern du nicht leidest, nicht existieren würdest? Du brauchst dich nicht mit Leiden kennzuzeichnen.
Man sagt, Leiden mache einen stärker. Ich sage, kenne jetzt deine Stärke, und fortan wirst du das Leiden nicht so hoch bewerten.
Du kannst dein Leiden Mir anbieten, um es von dir weggenommen zu bekommen, doch lege dein Leiden nicht vor Mich hin, so, als wäre es eine Gabe in Ehrung für Mich. Ehre Mich mit Freude. Ich nehme dein Leiden nicht als Geschenk an. Ich bitte nicht darum. Leiden ist nicht dasjenige, worum Ich euch bitte. Leiden ist nicht der Beweis eures Eifers. Habt ihr gedacht, ebendas sei es?
Vielleicht bietet euch die Welt große Tempel des Leidens für Mich, jedoch macht Leiden einen Bettler aus euch, und Bettler können keine Auswählende sein, und somit akzeptiert ihr, was immer die Welt an Krumen vor euch hinwirft. Leiden macht euch weniger betulich, und damit akzeptiert ihr, was ihr, wärt ihr in Freude, nicht akzeptiertet.
Die Freude indes übersteigt die Betulichkeit bei weitem. Wenn ihr euch in Freude befindet, welches äußere Ereignis kann euch dann niedertreten? Worin seid ihr so sehr eigen, sobald euer Herz mit Freude erfüllt ist? Freude ist Macht; Leiden ist das nicht. Es liegt keine Ehre im Leiden. Bekommt diese Auffassung aus eurem Sinn heraus.
Hört auf, an Leiden zu glauben, denn ihr habt stark daran geglaubt.
Glaubt an etwas anderes.
Leiden macht euch nicht zu einem Helden. Ihr habt Leiden nicht nötig, um ein Held zu sein.
Meint nicht, Leiden habe Christus zu demjenigen gemacht, was er war. Christus hätte gelitten, sofern er nicht Mich gewählt hätte. Hätte er Meine Wahl für ihn nicht anerkannt, so hätte er gelitten.
Ich habe dich ebenso gewählt. Wähle Mich demnach zurück.
Denkst du womöglich, dass du gegen Meinen Willen erschaffen wurdest? Ich wählte dich, und ich wählte dich für große Dinge.
Leiden ist eine kleine Abirrung, die du groß gemacht hast. Ich habe ganz bestimmt nicht die Wahl getroffen, dass du leidest.
Nunmehr kannst du das Leiden los lassen, und du brauchst es nicht zu erneuern. Leiden macht dich nicht mehr. Jeder kann leiden, sofern er es wählt. Es ist keine große Leistung.
Gib das Leiden auf, und du dienst Mir aufs Beste.
Das wird aber auch Zeit. Mache die Zeit zu deiner eigenen. Stelle sicher, dass du deine Zeit wählst. Lasse nicht zu, dass dir Zeit auferlegt wird. Auferlege sie dir selbst nicht. Sobald du deinem Herzen folgst, wirst du nicht müde, denn, sobald du deinem Herzen folgst, betrittst du die Zeitlosigkeit.
An dir ist es nicht, in Eile zu geraten. An dir ist es indes nicht, alleine Behaglichkeit zu suchen. Behaglichkeit ist nicht der Zweck deines Lebens.
Sei weder darauf aus, zu eilen, noch darauf aus, langsam zu sein. Sei darauf aus, dein Herz kennen zu lernen, und somit Denjenigen, Der im Inneren Seine Wohnung nimmt.