JOSEPHS VIELFARBIGER MANTEL
Du reitest die Wellen des Lebens und dennoch bist du der unbewegliche Grund des Ozeans. Manchmal bist du dir der Stille gewahr, auf der du angesiedelt bist. Öfters bist du dir der Wellen gewahr, die wie Fische hüpfen.
Die Wellen sind keine Abreise von dir. Sie sind nicht unbegründet. Sie sind nicht etwas, was nichts mit dir zu tun hat. Sie entströmen dir, doch zur selben Zeit, wie die Wellen dir entströmen und sich ausrollen und wie Fische spielen, bist du nach wie vor jene Stille auf dem Grund des Ozeans, und sie bringen dich nicht aus der Ruhe. Sie sind schlicht Wellen. Aufgewühltes Wasser. Nach wie vor bist du der Ozean, und während die Wellen sich rund herum zur Schau tragen, bleibst du tief in den Wassern des Ozeans die Stille.
Wir zählen die Wellen nicht, weil sie unzählbar sind. Sie hüpfen und wandeln sich direkt vor unseren Augen, und demnach zählen Wir das Einssein, dem die Überschwänglichkeit von dir entkommt. Die Gischt und die Wellen sind bloß das Herausspritzende von dir.
Du bist wie ein Kuchenteig, der ausgerollt wird. Zu welcher Form auch immer du ausgerollt wirst, deine grundlegende Natur ist die gleiche, bloß, du bist ausgerollt. Du bist nach wie vor unversehrt. Die Gestalt des Teiges macht ihn nicht weniger teigig.
Du bist wie ein schöner Stoff, der zu einem Kleid oder zu einem Überhang, zu einem Mantel oder zu einem Fallschirm ausgearbeitet wird. Was immer aus ihm gemacht wird, du bist immer noch der Stoff, aus dem du gemacht bist.
Josephs Mantel aus vielerlei Farben ist schlicht eine Reflexion dessen, was das Menschenwesen in Wahrheit ist. Sein Mantel war nicht einfach etwas, was man überzog. Die zahlreichen leuchtenden Farben enthüllten sein inneres Sein. Du bist der Träger dieses Mantels. Er passt dir. Dein Vater gab ihn dir.
Du bist der Regenbogen Meines Herzens. Du kreist die Erde ein, und du strahlst Mein Licht aus. Was gibt es dann mehr zu sagen? Was kann Ich mehr aus dir machen, als du bereits bist?
Worauf wartest du? Ich habe dir bereits alles gegeben. Ich habe dir Mein Wort gegeben, und Ich habe dir Mein Wort gegeben, dass das, was Ich sage, wahr ist.
Ich sage, dass du in Meinem Bilde gemacht bist. Ich sage nicht, dass du weniger als Mein Bild bist. Ich sage, du bist eine Widerspiegelung von Mir. Du bist von Mir gemacht. Ich bin das Licht in deinem Spiegel.
Du bist mehr wert als dein Gewicht in Gold. Dein Wert kann nicht aufgewogen werden. Doch was du wert bist, ist dir unfasslich. Indes kannst du Meine Liebe handhaben. Meine Liebe, sie kannst du anfangen zu dir heranzunehmen. Und Meine Liebe ist der Wert von dir.
Was Ich sage, ist wahr. Was Ich nicht sage, ist nicht wahr. Ich habe es alles gesagt. Ich habe es hunderte Male gesagt. Ich habe es auf jede erdenkliche Weise gesagt. Ich habe gesagt, du bist Mir aus Gold, und dass du weit mehr als Gold und sein Glanz bist, denn du bist die Offenbarung von Mir.
Wenn du Minderes von dir selbst denkst, als Ich sage, hast du die Wahrheit von dir selbst nicht angeschaut. Du hast dein Betragen angeschaut. Du hast angeschaut, was andere Menschen sehen. Nun ist es an der Zeit, dass du das anschaust, was Ich sage. Schaue an, was Ich sehe.
Ich werde nicht durch jene äußeren Wellen von dir in die Irre geführt. Ich weiß, woher du gekommen bist. Ich kenne deine Quelle, so, wie Ich Mich Selbst kenne. Ich habe dich nicht vergessen. Ich habe nicht vergessen, Wer du bist. Ich habe dich gestaltet.
Allerdings hast du vergessen. Und du belächelst das, was Ich sage. Du glaubst mehr an die Entstellung als an die Wahrheit.
Wieso sollte Ich dir das sagen wollen, sofern es nicht wahr ist? Derartige Spiele treibe Ich nicht mit dir. Ich würde dich nicht in die Irre führen. Ich möchte dich nicht übervorteilen. Ich würde dich nicht täuschen. Ich würde dich nicht zu einem Spiegelbild hinführen und dir sagen, das hier sei real, und würde dich nicht dort in aller Ernüchterung belassen. Ich tue alles, um dich von diesem betäubenden Trugbild fortzubringen, dem Trugbild, dass du weniger seist, als was Ich sage.
Du bist Mein Mantel aus allerhand Farben.