EIN GEHEIMNIS, DIE VERGANGENHEIT LOS ZU LASSEN
Meine Kinder tätigen gewöhnlich Vergleiche, von gut zu besser, oder von schlecht zu schlechter. Ich frage Mich, wie das Leben in der Welt aussähe, sofern keine Vergleiche gemacht würden. Vielleicht lautet eines der Geheimnisse des Lebens, ohne Vergleiche zu leben. Ohne Vergleiche wärt ihr vielleicht glücklicher mit allem, was euch auch das Leben bringen mag. Ich würdet euch nicht zurück und vor und wieder zurück bewegen. Ihr würdet weder in Begriffen des Verlustes denken noch in denjenigen des Zugewinns. Ihr würdet schlicht sein, und das Leben würde schlicht sein.
Ihr würdet euer Erscheinungsbild nicht mit dem eines anderen vergleichen. Ihr würdet eure Testnoten nicht vergleichen. Ich würdet euch nicht entmutigt fühlen. Ihr würdet desgleichen nicht auf etwas warten, was euch ermutigt. Ihr würdet schier ihr sein, ihr, der ihr seid, ihr, die ihr dahinschlendert. Ihr wärt euer eigener bester Freund. Ja, ihr wärt jedermanns bester Freund.
Ihr würdet nicht darüber nachdenken, allen ein Freund zu sein. Ihr würdet darüber keinen Bescheid abgeben. Ihr würdet es schlicht sein, allen ein Freund sein, weil ihr es klar erfassen würdet. Ihr würdet nicht mit den Gedanken mithalten und würdet sie nicht durchsortieren. Ihr würdet die Menschen nicht in verschiedene Behältnisse einordnen. Sie würden alle draußen im Freien bleiben, und ihr wärt von früherem Denken frei, sie ebenfalls.
Ihr würdet nicht mehr länger an lang und kurz, dick und dünn, liebevoll und nicht liebevoll denken. Alle wären liebevoll. Stellt euch das vor! Alles unterm Blick würde eine reizende Tönung annehmen, weil ihr nicht mehr jemanden mit jemandem oder etwas mit etwas vergleichen würdet. Infolgedessen wäre dabei der Unterschied in euch wie zwischen Tag und Nacht. Sache ist, ihr würdet den Tag und die Nacht genießen. Ihr würdet euch freuen. Was könnte es da anderes geben als Genießen.
Ihr würdet Äpfel nicht mit Orangen vergleichen, obwohl ihr einen Apfel von einer Orange unterscheiden könntet. Ihr würdet Bananen erkennen können. Ihr würdet wissen, dass ihr Bananen nicht in den Kühlschrank legt, und dass ihr Äpfel und Orangen dort hineinstellt.
Jedesmal wenn ihr in eine frische Frucht beißt, wäre es so, als würdet ihr sie zum erstenmal probieren. Stellt euch vor, ihr habt jeden Tag eine neue Frucht oder mehrere! Stellt euch einmal vor, ihr habt noch nie zuvor Blaubeeren oder eine Kiwi oder eine Birne gekostet, und ihr würdet sie zum erstenmal probieren. Wie herrlich! Wie wäre euer Leben anders?
Auch dann, wenn ihr vor fünf Minuten geschwommen seid, falls ihr jetzt untertaucht, wäre das neu, so als hättet ihr nie zuvor geschwommen.
Auch dann, wenn ihr zwanzig Jahre lang verheiratet wärt, wäre eure Gattin oder euer Gatte jeden Tag eine Überraschung.
Wenn ihr mit dem Vergleichen aufhört, werdet ihr die Vergangenheit los lassen. Ihr wärt von unter ihr draußen. Ihr wärt aus dem Versteck herausgekommen. Stellt das die Vergangenheit dar - eine Barriere, um sich dahinter zu verstecken und darin verloren zu gehen? Ist die Vergangenheit keine Barriere, die dich davon abhält, ohne einen Schild und eine Rüstung nach vorne raus zu gehen?
Aber gewiss, es ist etwas Schönes, in der Poesie Vergleiche anzustellen. Ich mache dauernd Vergleiche. Ich vergleiche das Leben, wie es euch zu sein scheint, mit dem Leben, wie Ich es erschuf. Ich vergleiche die ganze Zeit über eure Sicht mit der Meinen. Ich vergleiche das Leben, so wie es zur Zeit ist, damit, was es eben euren gleichen Augen sein kann. Ich nutze den Vergleich, um euch voran zu bringen, Geliebte. Vielleicht ist es so, ihr benutzt den Vergleich, um die Welt einzupferchen, sodass sie für mangelhaft befunden wird. Die Erde fällt klein aus, wenn sie zum Himmel in Kontrast gesetzt wird.
Wenn ihr die Erde ohne die Maske der Vergangenheit anseht, werdet auch ihr sehen, was Ich sehe, und auch ihr werdet die Herrlichkeit des Himmels eben auf der Erde, auf der ihr wandelt, erblicken.