MITEMPFINDENDES VERSTEHEN
Alles in der Welt ist wertvoll. Kostbare Welt. Kostbare Menschen in der Welt. Kostbar ist Mein Herz in der Welt. Vielleicht kommst du mit dem Wort „göttlich“ hinsichtlich der Welt nicht so ganz zurecht, aber „kostbar“ kannst du akzeptieren, oder nicht?
Was aber an der Oberfläche kostbar ist, ist darunter göttlich.
Wir können sogar sagen, dass alles Hin- und Herringen in der Welt ebenfalls kostbar ist. Es trägt seine eigene Kostbarkeit an sich. Es ist kostbar, wie viel Fürsorge in der Welt ist.
Sogar diejenigen, die sich euch entgegen stellen, sorgen sich ebenso viel wie ihr. Sie sorgen sich wohl bloß um andere Dinge. Sie sehen das Leben anders als du. Ihre Ansicht widerspricht nicht nur der euren, sie steht mit eurer Ansicht in Konflikt. Dennoch sind sie die gleichen Menschenwesen, die ihr seid. Die Menschenseinswesen sind nicht anders. Ihre Ansichten, ihre Kultur, ihre Beurteilungen sind verschieden. Das ist alles. Die Oberfläche ist verschieden. Nichts sonst.
Wenn du die Orte tauschtest, wenn du geboren wärst, wo sie geboren wurden, wärst du dann du oder wären sie dann sie?
Dies ist mitempfindendes Verstehen. Ebendas habe Ich. Es ist meilenweit von Verurteilung entfernt. Es ist ein Begreifen. Ein umfassenderes Erfassen. Es nimmt euch zu einem höheren Berg fort von der bestimmten Lage, und gibt euch eine bessere Sicht, eine größere Sicht, eine erweiterte Sicht. Je weiter du dich von dem entfernst, was du zur Zeit siehst, desto besser siehst du.
Du bist kein überlegenes Wesen, das für einen Anderen betet. Du hast eine größere Sicht, das ist alles. Diejenigen unter euch, die mitempfindend sind, erblicken den gesamten Ausblick. Du siehst nicht nur, was augenfällig ist und was anscheinend jeder sieht. Du siehst, was hinter dem Baum und um die Ecke herum ist. Du siehst das zuvor und das nachher, und du siehst sie alle auf einmal. Du siehst.
Solange du nur das siehst, was direkt in deinem Blick ist, siehst du nicht.
Wenn du durch ein Schlüsselloch siehst, siehst du etwas. Aber ein Abteil ist nicht das Ganze. Ein Erspähen ist nicht Sehen. Es ist nur ein Erspähen. Du möchtest dir sicher sein, dass die Ecke, auf die du kurz schaust, nicht das ganze Bild ist. Sie ist nur eine Ecke.
Für Meine Kinder ist es etwas Großes, dorthin zu gelangen, zu sehen, dass sie nicht sehen. Ihr denkt gerne, ihr seht und ihr wisst alles. Ihr habt es nicht gerne, dass ihr auf etwas mehr hingewiesen werdet. Ihr liebt die Vorstellung des bereits Wissens und des Unveränderbar-Seins. Ihr liebt jene Vorstellung so sehr, dass ihr um des Rechthabens willen eurer Sicht verlustig geht.
Macht einen besseren Handel. Seid willens, eure Augen und Herzen mehr zu öffnen, sodass ihr mehr, besser, weiter sehen könnt. Ein Lichtspalt ist nicht genug für euch. Ehrlich gesagt, keinesfalls.
Genau dort bleiben, wo ihr seid, oder wo Andere sind, gibt euch nichts anderes als Bedauern. Wie oft habt ihr in eurem Leben gesagt: „Oh, wenn ich bloß damals gewusst hätte, was ich jetzt weiß.“
Doch das heraufkommende Damals ist jetzt, und du kannst wissen. Du kannst aus deiner eigenen Haut heraus und in eine andere hinein, und du kannst hervortreten, nicht bloß unversehrt, sondern weitaus größer als zuvor. Deine Augen und dein Herz öffnen ist nützlich. Sie geschlossen halten ist es nicht.
Wenn jemand eine Katerstimmung hat, ist sein Geist verschlammt, und er erinnert sich nicht oder er sieht oder denkt nicht klar.
Wenn du über antiquierten Gedanken einen schweren Kopf hast, bist du bewölkt, und diese anhängende Kurzsichtigkeit verhindert deine Entwicklung und diejenige der Welt. Historie wiederholen ist nicht Evolution. Das gleiche tun, wie es immer getan wurde, ist nicht vorwärtskommen. Das ist kein Wachstum. Das ist nicht zweckgerichtet. Das ist alt, abgetragen und ausgeleiert.
Du bist ein sich entfaltendes Seinswesen. Du bist nicht dafür vorgesehen, deine gleichen Gedanken zu behalten. Du bist vorgesehen, voranzukommen.
Wenn dein Denken, wie zur Zeit, die laute Stimme des Denkens der Massenwelt darstellt, kannst du Bescheid wissen, dass du nicht denkst. Wenn du dich auf dem Wagen mit einer Musikkapelle befindest, der leichte populäre Gedanken hinausplärrt, bist du der Musikwagen des Denkens eines Anderen, und nicht deiner selbst.
Womit möchtest du dich in Flucht bringen? Gibt es da einen anderen Menschen, den du Mir vorziehst? Gibt es da tatsächlich das Denken eines Menschen, das du dem Meinen vorziehst? Kennst du jemanden, der weiter und besser als Ich denkt?
Du denkst, Ich sei unpraktisch.
Denke noch einmal.
Beginne zu sehen, was vor deinen schieren Augen und dahinter liegt. Dahinter sehen ist das gleiche wie Liebe. Auf diese Weise kannst du lieben. Ich lehre dich, wie lieben geht.