DU BIST EIN ERBE EINES VERMÖGENS
Was bedeutet es, dass du und Ich Eins sind? In puncto menschliches Leben sieht es so aus:
Du bist ein Erbe eines Vermögens. Das Vermögen deines Vaters ist voll und ganz dein, bloß, du hast noch nicht recht Zugang zu ihm. Du hast den gleichen Namen wie dein Vater, und der Wert ist der deine. Er gehört dir. Und dennoch hast du ihn nicht im vollen Besitz.
Nichtsdestotrotz, es ist gut für dich, eine Ahnung davon zu haben, was deine Erbe ist. Es ist sehr gut für dich zu erkennen, dass alles, was dein Vater ist, du bist. Es ist sehr gut für dich zu wissen, dass alles, was dein Vater ist, dein ist. In einer Hinsicht bist du gänzlich dein Vater. In einer anderen Hinsicht hast du das Alter noch nicht erreicht. Die Zeit deines Gewahrseins deines Erbes wird kommen, aber sie ist wohl noch nicht so recht da.
Während du hörst, dass du und Ich Eins sind, sagst du möglicherweise zu Mir:
„Warum erkenne ich es dann nicht? Warum lebe ich es nicht? Warum bin ich solch ein Tor? Gott, Du läufst nicht herum und bekommst wie ich Deine Gefühle verletzt. Du tust keine schrecklichen Dinge. Du wirst nicht wütend, und Du wirst nicht sprachlos. Ich sage dir, ehrlich, Gott, ich liebe die Vorstellung, ich könnte Du sein. Ich liebe diese Idee sehr. Wie freilich kann es sein, dass ich Du bin? Das ist so weit von meiner Realität entfernt.
Ich weiß, wie griesgrämig ich werde. Ich bin durch kleine Dinge irritiert. Du bist das nicht. Ich kenne die Antwort auf die Rätsel des Lebens nicht. Du kennst sie.
Ich verstehe, ich bin ein Teil von Dir. Ich verstehe, ich kam von Dir. Ich verstehe, ich werde mit Dir verschmelzen. Ich verstehe, dass alles, was Du bist und alles, was Du hast, für mich bestimmt ist. In diesem Sinne ist es mein. Ich kann begreifen, dass Du die Totalität des Universums bist, und dass ich, sofern Du und ich Eins sind, dann ebenfalls die Totalität des Universums bin. Und dennoch, ich beginne nicht zu verstehen. Es ist so, wie wenn ich aus einem Irrtum heraus in einer Fortgeschrittenen-Klasse gelandet bin.
Es ist nicht so, dass ich Dir nicht glaube, Gott. Es ist einfach so, dass ich die Mathe-Aufgabe nicht hinbekomme.
Wie kannst Du sagen, dass ich Du bin, während ich so weit weg von Dir bin?
Du bist exzellent, Gott. Ich wollte gerne ausgezeichnet sein, bloß ein bisschen ausgezeichnet sein, doch ich arbeite nur so vor mich hin, versuche zu überleben, versuche zu wachsen, versuche Dein Sohn zu sein, versuche Deiner würdig zu sein. Einstweilen bin ich in einem menschlichen Körper eingeschlossen, umrahmt in einem menschlichen Geist. Ich weiß, Du würdest sagen, dass ich mein Herz habe, das für mich schlägt. Ich verstehe, irgendwo tief in meinem Herzen hast Du Wohnung. Ich begreife, dass das Himmelskönigreich in mir ist. Ich begreife, dass Du mir alles gegeben hast, und dennoch, es gibt keinen Weg im Himmel oder auf Erden, dass ich sagen kann, ich bin Du. Ich bekomme nicht einmal die Worte ohne Stammeln heraus.
Ich mag in der Lage sein zu sagen, dass ich eines Tages von der gleichen Ebene her operieren werde, wie Du es tust, aber das ist jetzt, Gott, nicht meine Wahrheit. Ich möchte dort Du sein, aber ich bin mir sicher, Du möchtest nicht ich sein.
Ich bin auf beiden Seiten des Zauns, Gott.
Auf der einen Seite hätte ich es mit ganzem Herzen gerne, Du zu sein.
Und dennoch, andererseits möchte ich immer, dass Du existierst, so wie Du es tust. Ich möchte wissen, dass du dort bist, hier und überall. Ich möchte, dass Du außerhalb von mir bist. Ich möchte, dass Du mächtiger bist als ich. Ich möchte, dass Du der Mächtigste von Allem und Allen bist. Natürlich hätte ich nichts dagegen einzuwenden, Alles zu sein, Was Du Bist, und dennoch habe ich eigentlich keinen Anhaltspunkt dafür, wie das jemals sein könnte.“