IN DER TÜRÖFFNUNG STEHEN
Geliebtes Kind, du stehst in der Türöffnung. Ich bitte dich, hereinzukommen, dennoch stehst du in der Türöffnung des Himmels, so, als wüsstest du nicht, ob du am richtigen Ort bist. Draußen wanderst du hin und her, zögerlich, die Türglocke zu bedienen. Auch dann, falls du nicht den richtigen Ort hast, falls du ihn immer noch nicht hast, drücke mit deinem Finger auf die Türglocke. Ich versichere dir, dass du den richtigen Ort hast, indes, auch dann, Geliebte, wenn das nicht der Fall wäre, läutet die Glocke, die den Himmel an eure Tür heranführt.
Hinsichtlich dessen, wo ihr euch befindet, wart ihr in einem Kuddelmuddel. Ihr denkt, irgendwie seid ihr draußen. Ihr denkt, ihr seid außerhalb Meines Herzens, während ihr ganz entschieden die Substanz von ihm seid.
Geliebte, wenn ihr in der Welt einen Treffer erzielt habt, bekommt ihr ein Gespür davon, wie es sich anfühlt, im Himmel zu sein. Es ist einfach so, dass ihr die Straßenschilder falsch gelesen habt. Womöglich dachtet ihr, Erfolg in der Welt sei der Himmel. Erfolg in der Welt ist nicht dem Himmel gegensätzlich. Er steht durchaus im Einvernehmen mit dem Himmel. Dennoch, bitte wisst, alle imaginierten Türen führen zum Himmel, ja, sie führen in der Tat zum Himmel. Der Himmel hat selbstverständlich keine Türen, und gleichwohl bringen dich alle Türen zum Gewahrsein des Einganges zu dem, wo der Himmel bereits ist.
Von jetzt an vergegenwärtigst du dir, dass der Eingang zum Himmel, unter welchem Namen er auch immer läuft, dein Herz ist. Die Portale des Himmels sind dein Herz. Du hast die imaginären Tore selbst geschlossen, oder du verschlosst gegenüber den Portalen des Himmels deine Augen, vielleicht gegenüber der schieren Existenz des Himmels.
Auf wie viele Weisen kann das geäußert werden? Das Königreich des Himmels liegt in dir. Wo bloß könnte es sein außer in deinem Herzen, denn inmitten deines Herzens liegt das Meine. Komme, schließe eine Freundschaft mit dir selbst. Läute die Türglocke deines Herzens. Lasse sie um die ganze Welt widerhallen. Lasse sie im Himmel widerhallen.
Es mag sein, du bleibst dort, wo du denkst, dort seist du, oder du schreitest aus dem Morast heraus, in dem du, so denkst du es dir, sitzt. Das, Geliebte, ist an euch. Ich habe den roten Teppich für euch ausgelegt. Ich habe Rosenblütenblätter ausgestreut, die euch zu Mir geleiten. Du kannst es nicht verfehlen. Du hast dich bloß herauszuwagen und von jenen alten Grenzziehungen abzulassen. Welchem Zweck haben sie gedient, außer, dass sie den Himmel vor dir verborgen hielten? Und dennoch neigst du dazu, jene alten Grenzen als einen bequemen Schaukelstuhl anzusehen, so vertraut sind dir die Grenzen, so beladen warst du mit ihnen. Die Grenzen sind wie Rebstöcke, die über deine Augen hinweg gewachsen sind.
Bitte, Geliebte, versteht, Ich bitte euch nicht, die Welt für den Himmel einzuhandeln. Wir haben kein Tauschgeschäft zu tätigen. Habt die Erde, habt den Himmel. Habt Friede und Glück, unbesehen wo sich eure Füße befinden. Mit Sicherheit, auf der Erde existiert Tanzen, und ihr könnt es behalten. Mit Sicherheit existiert auf der Erde das Singen, und ihr könnt singen zur Genüge eures Herzens. Fürderhin habt ihr nicht zur Genüge eures Herzens gesungen. Ich rate euch an, dass ihr aus dem Fassungsvermögen eures Herzens heraus singt und tanzt. „Habt mehr“ - das sage Ich. Ich biete euch das Geschäft des Lebens an. Kommt hier mit Mir.
Vergeudet euer Herz nicht einen weiteren Augenblick mehr. Beginnt, das Terrain des Himmels zu erkunden. Öffnet dieses euer Herz aufs Weiteste. Nehmt eine Gelegenheit wahr. Was wäre, falls sich der Himmel direkt vor euch befände? Nehmt einen weiteren Schritt in Meine Richtung. Bitte kommt herein. Möchtet ihr nicht reinkommen?
Hier bin Ich. Ich winke euch zu. Werft all die alten Sachen ab, die ihr in eurem Herzen aufbewahrtet. Das ist Gelichter. Werft einen alten Schal um den anderen weg, mit denen ihr euch beladen habt. Öffnet die Fenster eures Herzens weit. Treibt euer Herz, und das Meine in dem euren, an, sich zu öffnen. Lasst Unser Eines Herz bekannt werden. Seht es zunächst für euch selbst an. Öffnet die Fensterläden. In etlichen Fällen habt ihr jene imaginären Türen zum Himmel mit Latten verkleidet. Ihr schlugt eine Tür zu, die ihr selbst angefertigt hattet, schlosst sie ab und warft den Schlüssel fort.
Freilich, um Mir euer Herz zu öffnen, braucht ihr keinen Schlüssel. Ihr öffnet es einfach, und seht sodann die Welt, die ihr seht.