WIE EIN LIED, DAS DU SUMMST
Gott sprach ...
Was wäre, wenn alles in der Welt bereits besorgt wäre und wenn du dich nicht zu sorgen hättest? Was wäre, wenn es nichts gibt, um das man sich sorgt? Was würdest du mit der eingesparten Zeit anstellen, und wo würdest du die seelischen Schmerzen aufbewahren? Wenn du dich nicht sorgtest, wärst du überglücklich. So wie es darum steht ... du behältst das Sorgen an dir wie einen Talisman, wie ein Rechenbrett, wie eine Karte in deinem Ärmel, so als ob das Sorgen dich abfängt, dich schützt, dich unversehrt hält, als sei es ein Bestechungsgeld, das du übergibst, um sicherzustellen, dass es zu keiner Vergeltung, zu keinem tragischen Ereignis, zu keinem Herzeleid kommt. Du hältst daran fest, dich zu sorgen, wie an einem Kreuz, das du trägst, so als könnte es das abwehren, worauf deine Ängste hinweisen. Alldieweil vergrößert es deine Ängste. Sich-Sorgen ist wie Blutablassen, immer ein bisschen. Wieso würdest du dich nicht sorgen, wenn du nicht dächtest, es zu tun sei etwas Gutes.
Vielleicht denkst du, Sich-Sorgen ist wie ein Lied, das du summst, und andere weniger erwünschte Lieder werden seinetwegen nicht zu hören sein. Vielleicht denkst du, Sich-Sorgen sei ein Schmerzmittel, eine Art Segen für dich, eine Attrappe von Angst, die sich deinem Willen gemäß beugen werde. Vielleicht sorgst du dich aus Gewohnheit. Vielleicht wurde es zu einer Lebensart. Vielleicht ist Sich-Sorgen, weswegen du angespannt bist. Du wartest darauf, dass der andere Schuh herunterfällt, auch dann, wenn du nicht weißt, was der andere Schuh ist. Du weißt einfach, du willst ihn nicht, deswegen wird Sorgen zu deinem Rosenkranz.
Ich hätte gerne, dass du mit dem Sorgen durch bist. Sorgen kontrahiert deine Blutgefäße. Sorgen ist eine Verengung. Sie nutzt deine Nervenenden ab. Sorgen ist überhaupt nichts Gutes.
Sich-Sorgen hat kein gegensätzliches Gegenüber. Und Sich-Sorgen ist nicht deine Verantwortlichkeit. Du musst nicht auf es aufpassen, es nicht nähren, ihm keinen Anlass geben, keine Beweggründe für es finden, es nicht aufputzen. Sich-Sorgen ist nicht gewissenhaft. Die Sorge beherbergen ist unverantwortlich. Es bedeutet, sich im Gestrüpp verfangen. Sie verplempert deine Energie, und wofür? Für den kleinen Seufzer an Erleichterung, wenn das, worüber du dir Sorgen machst, nicht eintritt? Habe jetzt die Erleichterung. Befreie dich vom Sorgen.
Warst du bis anhin ein Sorger, dafür gibt es eine Remedur. Hör mit dem Sorgen auf. Wenn du dich selbst dabei erwischst, wie du dir ans Herz fasst, dann schau auf und entsinne dich, dass Ich BIN, und dass das Sorgen wertlos ist. Es lungert überall wie ein Schatten. Was hat den Vortritt, was glaubt ihr, die Sorge oder Ich? Worauf würdet ihr wetten? Was würdet ihr festhalten? Geliebte, ihr habt die Wahl. Wählt jetzt.
War die Sorge für euch eine Hauptstütze, ein Gehstock, ein Stützbalken auf der Bühne des Lebens? Wenn das so ist, dann waren das falsche, dann war das ein Krückstock, der einknickt und dich zum Stolpern bringt. Er ist bei dir, aber er ist keine Stütze für dich.
Sage von diesem Augenblick an zur Sorge „Auf Wiedersehen“. Strecke ihr gegenüber deine Zunge raus. Buhe sie weg. Die Sorge ist ein Bösewicht. Sie setzt falschen Alarm, und sie streicht die Ehre ein, wenn das, worum du dich sorgst, nicht eintritt. Doch das Sorgen hat dich nicht bewahrt. Es setzte einen falschen Alarm in Gang.
Du sorgst dich um etwas, was nicht real ist. Denn jene Dinge, die Wirklichkeit werden, vermag das Sorgen nicht zu ändern. Es ist wahr, dass eines Tages dein Körper sterben wird. Das ist kein Geheimnis. Auch kein Verlust. Es ist bloß ein Wechsel.
All deine Sorgen handeln vom Wandel. Du sorgst dich um das Wundervolle genauso wie um das Ehrfurcht Gebietende? Die Sorge sagt: „Was wäre, wenn ich seine Liebe habe, und dann hört er auf, mich zu lieben? Was wäre, wenn ich seiner Liebe nicht gewachsen bin? Was wäre, wenn ich diejenige bin, die zu lieben aufhört?“ Es gibt nichts, worüber du dir keine Sorgen machen kannst. Es gibt nichts, worüber du dir Sorgen zu machen hast. Genausogut könntest du jetzt aufhören, das Sorgen-Spiel zu spielen.