DER SCHATZ GOTTES
Gott sagte ....
Beim Ballspielen, wenn du ein Gemälde malst, ein Lied singst – dort findest du täuschende Momente, unterdessen nichts existiert, unterdessen du alles vergisst, unterdessen du vergisst, was du tust, unterdessen du aufs Schönste auf das ausgerichtet bist, was du tust, zur selben Zeit, während du dich vergisst. Zu diesen Zeiten ist dein Ego fort, all deine Individualität ist weg, aus deinen Gedanken entschwunden. Nur danach bemerkst du, du warst irgendwoanders oder nirgendwo. Hinterher erkennst du, du warst überhaupt nirgendwo. All deine Kleinheit war verschwunden. Du warst in dem Land, in dem Ich Wohnung nehme. Du weißt, worüber Ich rede. Es könnte so sein, wenn du in einem Film bist, und du vergisst, du bist in einem Film. Zu diesen Zeiten hast du die relative Welt verlassen. In diesen Augenblicken denkst du nicht darüber nach, wo du bist. Du bist völlig auf außerhalb von dir fokussiert. Nur hinterher sagst du: „Ich vergaß, wie die Zeit vergeht. Ich war irgendwo sonst. Ich weiß nicht, wo ich war. Aber ich war jenseits von Grenzen. Vielleicht nur für einen einzelnen Augenblick. Ich war entzückt in Erhabenheit. Ich wurde der Augenblick meines Selbst.“
Du wurdest in dir nicht gefesselt, denn damit warst du lange Zeit beschäftigt. Du wurdest hochgehoben. Du hobst dich selbst hoch. Du wurdest in Grenzenlosigkeit entzückt. Dies ist einer der Gründe, wieso es für dich so wichtig ist, das zu tun, was du liebst. Im Tun dessen, wonach es dich ruft, rufst du höhere Zustände des Bewusstseins hervor. Du bist sozusagen in diesen Augenblicken aus deinem Geist heraus und in dein Herz hinein gegangen. Dein Geist war abwesend. Nun kannst du dich nicht einmal mehr daran erinnern, wie das aussah, was vor sich ging, dein Herz aber erinnert sich. Nichts als es selbst zählte in diesen Momenten, nichts als die Erfahrung der Nicht-Erfahrung. Einfach im Nirgendwo in der Nicht-Zeit sein war herrlich. Du würdest gerne immer wieder zu diesem Nicht-Ort gehen, sofern du wüsstest wie, denn in jenen Augenblicken hast du die Materie überflügelt. Wo du warst, zählte nichts, außer die Freude der Materielosigkeit selbst.
Man könnte sagen, die Zeit stand still, aber im eigentlichen war es so, dass du dich außerhalb der Arena der Zeit befandst. Zu der Zeit war Zeit nicht einmal eine Frage. Du hättest nicht gefragt: „Wieviel Uhr ist es?“, denn das hätte den Zauberspruch gebrochen, obschon es in Wirklichkeit eine Nicht-Zeit ist, eine rare Zeit, während du dich nicht unter einem Zauberspruch befindest.
Die meiste Zeit warst du unter einem Zauberspruch der relativen Welt. Als du geboren wurdest, warst du eine Prinzessin, und da gab es eine Harpyie [weiblicher Sturmdämon mit Flügeln und Vogelkrallen; gr, Myth. - d.Übers.] wie in einem Märchen, die vorhersagte, du würdest in die materielle Welt eintauchen. Du würdest jämmerlich sein, doch gleichwohl, du würdest dich in das Elend tauchen. Das Jämmerliche wäre mit Glück punktiert, allerdings von so kurzem Glück, und sogar von Glück, das auf seinem Gipfelpunkt mit der Wahrnehmung verschandelt ist, dass es entflieht, sogar von Glück, das dir, während du dich in einer Episode des Glücks befindest, aus der Hand fällt.
Indessen du dich selbst verlierst, dort findest du dich selbst. Ergibt das nun für dich mehr Sinn? Wenn du aus der Zeit herausschreitest und die Welt verlierst, dann und dort findest du den Schatz Gottes. Der Schatz Gottes bist du selbst. Wenn du Mich gänzlich einbeziehst, lässt du deine Probleme und all deine Gedanken, da wir ganz bestimmt jenseits des Gedankens sind. Du kannst nichts mit dir nehmen, wenn du diesen wundersamen Ort der unbegrenzten Ewigkeit oder der ewigen Unbegrenztheit bereist und Mich im Himmel besuchst. Alles was du mitbringen kannst, ist dein Selbst.