BEGINNE ABERMALS
Gott redete …
Was ich jetzt zu dir sage, das ist gänzlich ungehört. Ich sähe es sehr gerne, wenn du die Schwelle zu dieser Konzeption nehmen würdest:
Du hast nichts Verkehrtes getan.
Erscheint dir dies absurd? Absurd daran ist mit der Idee herumlaufen, du habest tatsächlich Unrecht gehabt und dir Dinge zu Schulden kommen lassen. Sofern du nicht überzeugt wärest, dass du falsch gelegen hast, würdest du insgesamt richtig liegen. 'Es geht alles klar' ist nicht dasselbe wie richtig. Ich fechte das Konzept des Unrechten an und demzufolge das Konzept des Rechten. Sie sind nicht absolut. Ich wiederhole: Ihr, Geliebte, seid in Ordnung, so, wie ihr seid, einerlei, was euch gestern unterlaufen zu sein schien.
Hast du Fehler begangen? Bestimmt. Vielleicht zu viele, um sie aufzuzählen. Sofern du keine Missgriffe getan hast, weswegen solltest du dann gescholten oder gehauen oder dazu gebracht worden sein, dich in die Ecke zu stellen? Wieso solltest du jemals vor Scham errötet sein? Es war einmal vor etlicher Zeit, da warf ein Kind ein Tintenfass um, und es schämte sich vielleicht gar deswegen.
Aus deinem derzeitigen Blickwinkel heraus wird es nicht so entsetzlich sein, was das Kind getan hat. Es war ein Versehen. Oder, falls es es absichtlich tat, schien es ihm, aus seiner Sicht heraus, vonnöten zu sein. Oder, lasst es Mich so sagen:
Du kannst schier von deiner Bewusstseinsebene her agieren. Und wo du dich gestern aufhieltst, dort bist du heute nicht. Etikettiere dich nicht. Noch einmal - Ich trage euch an, die Vergangenheit los zu lassen. Versetzt euch nicht mehr länger in den Anklagestand. Es war die Vergangenheit.
Also, es gibt hier einen anderen Punkt, den Ich gerne herangeführt sehen möchte: Was wie ein Irrtum aussieht, ist womöglich keiner. Du kannst, so du darüber nachdenkst, du habest Schlimmes begangen, ohne Weiteres falsch liegen. Du kennst nicht die gesamte Geschichte. Du kennst nicht das Gute, was aus dem entkommen kann, welches, bei allem was du weißt, verkehrt ist. Sofern du nicht in allem Gutes zu sehen imstande bist, dann anerkenne, zum Wenigsten, dass Gutes von allem herzurühren vermag. Helden kommen auf die Welt. Aschenputtel entstiegen der Asche. Und, dennoch, wenn du es nicht sehen kannst, wenn du es möglicherweise nicht sehen kannst, dann räume ein, dass diese Möglichkeit existiert.
Oh, ja, Ich höre euch entgegnen: „Ein Plätzchen stibitzen, das war eher nicht wirklich schlimm, aber meinen Bruder umbringen, das ist bestimmt verkehrt. Wie steht es um 'Du sollst nicht töten'?“
Ich rate euch nicht an, rauszugehen und zu töten, oder zu stehlen oder raffgierig zu sein, etc. Ich sage, dass es eine unverzeihliche Tat nicht gibt. Mir ist klar, gewisse Handlungen sind eurem Empfinden nach unverzeihlich. Ihr bereut so viele Handlungen, die ihr unternahmt, oder die ihr nicht unternahmt. Ich sage: Genug. Lasst euch vom Haken. Beginnt abermals.
Aus dem einen oder anderen Grund können Meine Kinder gar meinen, eine gefällige, freundliche Tat, die sie zukommen ließen, sei eine Untat gewesen, ja, sie seien blöd gewesen. Alsbald denken sie nicht mehr so sehr ans Zukommen-Lassen wie daran, nicht wertgeschätzt oder nicht hinlänglich wertgeschätzt worden zu sein. Ich sage nicht, für euch selber oder für Andere Ausflüchte auszustellen. Meine Rede ist, gegen das Festhalten daran, was schier die Vergangenheit zu sein vermag, anzukommen.
Irgendwann, da haben sich allzu viele Meiner Kinder als schuldig bekundet. Es spielt nicht einmal eine Rolle, bei was. Einige Meiner Kinder verdammen sich selbst zudem als für in Zukunft schuldig.
Ich ersuche euch, Schuld vom Antlitz der Erde zu tilgen. Schuld ist nicht euer Freund. Schuld mag ja treu ergeben sein, gleichwohl ist sie nicht euer Freund. Es liegt nicht in eurem Interesse, Schuld an euch zu halten. Es liegt nicht im Interesse der Welt, dass ihr an Schuld festhaltet, denn dem entsprechend macht ihr die Welt schuldig. Werft die Leibeigenschaft der Schuld ab, so wie ihr das im Sommer mit einem schweren Schal tut.
Ihr habt den freien Willen, euch als nicht schuldig zu bekunden und euch oder Andere nicht mehr länger zu Schuldempfinden zu verurteilen.
Der Ausdruck: 'Lasse Mein Volk ziehen' hat zahlreiche Bedeutungsschichten. Die Bedeutung hier ist: Lasset Mein Volk von der Schuld los. Auferlege nicht noch einen weiteren Augenblick lang dir oder einem Anderen einen Schuldurteilsspruch. Sei nicht der Schuld schuldig. Von diesem Tag an, setze dich selber frei. Beginne abermals und frisch.