GEWAHRSEIN ERWACHT
Gott redete …
An einem jeden Tag eures Lebens lernt ihr hinzu und wachst. Ihr werdet das vielleicht nicht im Blick haben. Tatsächlich werdet ihr etwa bisweilen das Gefühl haben, ihr gingt rückwärts. Trotzdem ist jeder Tag in eurem Leben ein Fortschritt. Es gibt eine andere Geschichte, die ihr noch nicht gehört oder euch nicht erzählt habt.
Hin und wieder fühlt ihr euch obenauf, und dann gibt es da Tage, wann ihr den Sonnenschein nicht seht und euch wundert, wohin er gegangen ist. Ihr könnt das Gefühl haben, ihr hättet das Paradies in eurer Hand, und jetzt sei es euch abhanden gekommen oder es sei euch weggenommen worden. Es fühlt sich euch wie Paradise Lost an. Ihr wart euch selber ein Großer Held, und nun scheint euch das Leben in der Welt im Stich gelassen zu haben. Ihr fühlt ein in Ungnade-Gefallen-Sein, sozusagen.
Eine Zeitlang kehrte sich alles in eurer Hand in Gold, und jetzt schaut es aus, dass euch alles durch die Finger gerieselt ist. Ihr versteht dies nicht, und ihr findet es unzumutbar. Ausgegebenerweise oder unbekundeterweise - euer Herz schreit heraus: „Gott, warum hast Du mich verlassen?“
Ein solches Gefühl magst du nicht. Du dachtest nie, du hättest derartige Gefühle, oder du dachtest niemals, du hättest je diese Gefühle wieder. Euer Empfinden kann sein, der Boden sei unter euch weggezogen worden. Ihr könnt all dies fühlen, zur selben Zeit, wie ihr wisst, dass dies im Grunde genommen nicht echt sein kann.
Das Leben kann auf An und wieder auf Aus stehend erscheinen, und dennoch habt ihr das Gewahrsein, dass dies so nicht sein kann. Das Leben kann etwa eure Emotionen hin- und hertreiben. Einerlei, was euer Herz verwundet hat - zur gleichen Zeit habt ihr das Empfinden, dass Gott kein An-und-Aus-Gott ist, anderenfalls wäre Er nicht Gott.
Ihr könnt euch betrogen fühlen, allemal wisst ihr, dass Ich weder gegen euch bin, noch dass Ich das je sein kann. Das Leben kann euch entmutigen. Es wirft euch aus der Kurve, und hinwiederum, selbst dann wenn ihr von einem Kliff herunterfallt, bin Ich, Gott, nach wie vor bei euch.
In düsteren Momenten werdet ihr euch gewisslich im Stich gelassen fühlen, dennoch wisst ihr, dass was euch etwas zu sein scheint, dass was sich euch als etwas anfühlen mag, nicht so ist. Im Leben bringt ihr in Erfahrung, nicht dermaßen rasch oder dermaßen ausdrücklich zu reagieren. Im Leben in der Welt lernt ihr hinzu. Ihr lernt, dass ihr ganz einfach auf dem Schlauch steht, euch das Leben auf Erden erklären zu können. Ihr habt es fehlgedeutet, die absichtsvollen Vorhaben und all das. Nicht: alles ist verloren, und ihr werdet zu dem Gewahrsein von wer und was ihr seid und von wo ihr bei Mir seid zurückkehren. Euer Gewahrsein erwacht, und ihr bestätigt, dass ihr in Meinen Armen seid, und dass dies immerzu so war.
Eure Gedanken sind schier Gedanken. Ich mache nicht euer Denken zunichte. Ihr seid euch bereits gewahr, dass alle eure Ideen eure Ideen sind. Was ihr denkt, ist sehr machtvoll. Was ihr denkt, kann eure Stimmung heben oder sie umhauen. Was ihr denkt, erbringt den ganzen Unterschied in der Welt.
Hier, nehmt Meine Hand, Geliebte. Seid nicht außer euch darüber, wie sich das Leben zum Vorschein bringt. Selbst was eurem Herzen wehtut, kann euch etwa ein Segen sein. Im Eigentlichen, kein Etwa in der Hinsicht. Jede Wunde ist eine Heilung. Sie ist ein Säubern. Jede Wunde ist eine Aufstockung. Verwundetheit, einerlei wie schlimm sie euch scheinen mag, kommt darin zu liegen, wie ihr wahrnehmt. Ein Empfinden von Verwundetsein ist Nebenwirkungen, ihren Ausgang nehmend von euren Deutungen. Vergesst Adjektive, Geliebte, und ihr werdet nicht bekümmerten Herzens sein. Vergesst gut und schlecht. Vergesst hoch und runter. Vergesst hübsch und vergesst nicht-hübsch. Vergesst glücklich und vergesst traurig.
Mit anderen Worten, verzichtet darauf, Urteile auszustellen. All diesem steht es an, sich begeben, und ihr werdet erkennen, Wer ihr seid und wo ihr weilt. Verzagt nicht. Haltet euer Herz auf Spur. Bleibt bei Mir, selbst dann wenn ihr irrtümlicherweise wähnt, Ich hätte euch vergessen.