AM DURCHLEUCHTEN
Gott redete:
Es ist so leicht, Versprechen abzugeben. Das ist so leicht. Wenn der besagte Zeitpunkt dann da ist, weist sich die Bewandtnis indes als eine Menge Schwierigkeiten aus. Der Zeitpunkt ist bald da. Jetzt ist's augenblicklich, und du hast dir selber aus dem Weg zu gehen. Du bist dir der Sache nicht mehr ganz so sicher. Du denkst, viel lieber könntest du zuhause bleiben. Die Angelegenheit ist die, du hast eine Verabredung getroffen, derer du dir, sobald sie näher heranrückt, nicht mehr so ganz gewiss bist.
Lasst Uns einmal sagen, dass Wir Uns, bevor du geboren wurdest, zusammen hinsetzten, du und Ich – – Ich sage: du und Ich, so, als wären Wir getrennte Wesen. Bloß der Überkommenheit halber, nicht wahr? Du weißt darum. Zum wenigsten weißt du, dass Ich, Gott, voll und ganz überein bin, dass Wir Eins sind, und dass Einssein Alles ist.
Also, lasst Uns sagen, Wir reden hier Knie an Knie miteinander, du und Ich, bevor du geboren wurdest. Es ist nunmehr klar, dass du am einen oder anderen Tag auf der Erde ankommen wirst. Wir sehen sozusagen deine Vorgeschichte durch, und du ergreifst das Wort, dass du trefflich wachsen und zunehmen möchtest, während du auf der Erde weilst. Du sagst solche Sachen wie: „Lasse mich dies und das mit fünfzehn, oder mit dreißig oder mit fünfzig lernen. Lasse dies oder das passieren, damit ich im Wachstum zunehme.“
Ich spreche: „Bist du dir da sicher? Vielleicht können wir es für dich leichter haben.“
Du sagst: „Nein, nein. Das alles möchte ich anpacken.“
Das meine Ich, wenn Ich sage, es sei leicht, sich einer Bewandtnis zu verschreiben, solange es noch weit weg ist. Das Weitweg kommt indes näher heran, es ist das Heute, und du protestierst bei Mir oder vor den Sternen: „Das ist zu viel für mich“, sagst du. „Ich kann das nicht. Das, Gott, solltest du von mir nicht erbitten. Es ist so, als wäre ich Abraham, und Du bittest mich, meinen Sohn zu opfern. Du bittest mich, durch Leiden hindurchzugehen. Um diese Schwierigkeit habe ich nicht gebeten. Das hätte ich nicht tun können.“
Und doch tatst du es. Irgendwann vor langer Zeit gabst du ein Versprechen ab. Alles wurde in Bewegung versetzt, und mithin gehst du, einerlei was du durchmachst, da hindurch, und kommst am anderen Ende davon heraus.
Ich spiele deine wie immer geartete persönliche Drangsal nicht herunter. Ich sage, dass du dich zum Licht hin bringen musst.
Du sagst: „Aber, Gott, ich bin doch einfach bloß ein Menschenseinswesen.“
Du und Ich haben unterschiedliche Ansichten davon, was ein Menschenseinswesen ist und was es zu tun vermag.
Auf jeden Fall, dies ist, wie es auch ausfällt, das, was du vor dir hast.
Über die leichten Augenblicke beklagtest du dich nicht. Tatsache ist es eher, du hast nicht einmal Wertschätzung für die leichten Zeiträume, für die guten Zeiten, wie du sie nennst, zum Ausdruck gebracht. Du nahmst sie für selbstverständlich. Du dachtest, sie gebührten dir, du habest sie dir verdient, und sie wären auf dich zu gekommen.
Das mag ja durchaus so sein. Ich rede weder mehr über Verdienst, als Ich über Für-Übel-Nehmen rede. Sobald Geld auf dich zukommt, gibst du es aus. Wenn etwas auf dich zukommt, was du nicht möchtest, was du absolut nicht möchtest, bist du dir gewiss, dass ein Fehler unterlaufen sei. Vielleicht hebst du gar die Faust.
Dein Leben ist auf deinen Willen hin. Falls du aus einer Sache nicht herausgelangen kannst, dann hast du die Bewandtnis mit Anstand zu nehmen. Es ist für dich gehörig förderlicher, Verantwortung zu übernehmen, als vor ihr zu kneifen. Lasst Uns einmal sagen, du wärst zu 100% unschuldig, dann hast du dir immer noch mit der besagten Angelegenheit einen Umgang einzurichten. Du kannst sie nicht wie eine heiße Kartoffel einem Anderen zuwerfen. Egal in welcher Klemme du dich befindest, es ist an dir, die Sache in Ordnung zu bringen.
Du bist imstande, dein Geld hierhin und dahin herzugeben. Sobald es sich auf Leid und Weh beläuft, obliegt es dir, dass du zu der Stelle gelangst, durch Weh hindurch zu leuchten.