DER WEG
Du denkst, Ich sei es, Dem es gelte, Ehrfurcht zu bezeugen, das ist allerdings nicht so. Ich entbiete dir alle Ehre, denn Ich habe dich erschaffen. Ich liebe Meine Schöpfung.
Eher als Mich in Ehren zu halten, möchte Ich dich bitten, die Welt und die Menschen in ihr zu lieben. Sie sind schlicht wie du, am Streben nach Mehr, nach Vollkommenheit, nach Friede, Liebe, Freude, und nicht immer in Kenntnis, wie das anzugehen ist.
Worauf kommt es bei ihr an, bei deiner Ehrerbietung für Mich? Welche Bedeutsamkeit hat sie, ohne ihre Hinkehr zu der relative Welt? Wieso sollte Ich überhaupt deine Ehrerbietung haben mögen? Ich möchte nicht verehrt werden. Ich möchte nicht, dass Mir nachgegeben wird.
Wir sind dabei und machen die Welt ein bisschen weniger relativ, oder, sollte Ich sagen, Wir möchten gerne die Welt näher zum Himmel bringen, wo jeder jedem zugehörig, wo jeder Verwandtschaft ist. Wenn Wir relative Welt sagen, meinen Wir typischerweise vorbehaltliche Welt, eine Welt, wo eine Sache auf eine andere angewiesen ist. Wie Blöcke, einer auf dem anderen, wackelt die relative Welt, weil einer Bedingung nicht nachgekommen oder nicht ausreichend nachgekommen wurde. Ungeschriebenen, unspezifizierten, unbekannten Erwartungen wurde nicht entsprochen. Die Blöcke kamen, ohne dass ihr es mitbekommt, dass sie es könnten, ins Wanken. Ihr kümmert euch so viel, und doch habt ihr das Wanken nicht kommen sehen. Ihr seid wie betäubt. Durch eure eigene Reaktion seid ihr fassungslos. Ihr wiegt etwas als schwergewichtig, was einem Anderen nicht so ist, und hernach seht ihr deren Manier wie eine schlechte Benotung, die gegen den Anderen gerichtet ist. Vielleicht seid ihr der Auffassung, dass ihr verehrt gehört.
Kein Mensch gehört verehrt, indes gilt es dem Leben, Verehrung zu erweisen. Es ist eine derartig beträchtliche Sache, dass Ich in zahlreichen Formen und Gewändern zur Erde komme, mitunter, wann ihr Mich am wenigsten erwartet.
Wie oft habe Ich an eure Tür geklopft und ihr habt Mich nicht erkannt?
Ich frage euch, wieso Mich im Himmel verehren, und Mich auf der Erde verkehrt ansehen? Ihr schaut sogar euch selbst auf der Erde verkehrt an. Ihr seht euch wahrlich nicht in höherem Maße als umwerfend an, als ihr Andere in ihrem wahren Licht seht. Ich bin die Wahrheit, und Ich bin der Weg. Ich bin der Weg zu dir, und Ich bin in jedem Seinswesen auf der Erde besprochen und verhandelt. Sobald es sich auf Mich beläuft, haben hoch und niedrig keine Bedeutung.
Auf jeden Fall ist es sicherlich so, dass du unterschätzt hast, was ewig wahr ist, und überschätzt hast, was dich davon, was ewig wahr ist, weggeblendet hat.
„Liebt einander“, lautete der Schrei über die Zeitalter hinweg. Wiederum gab es einen anderen Schrei: „Jeder ist sich selbst der Nächste.“ „Jede Familie für sich.“ „Jedes Land für sich.“ Es gibt sogar den Ruf: „Jeder Planet ist sich selbst der Nächste.“
Die Drei Musketiere hatten es recht begriffen. Sie standen sich nahe. „Alle für einen, und einer für alle.“
Und Ich sage dir, es gibt einzig Einen.
So wie die Welt derzeit mit sich umgeht, ist es, als würdet ihr meinen, eure Zehen seien kein Teil von euch, dass sie nicht zu euch gehören und euch irgendwie nicht nahe stehen, vielleicht gar, dass sie sich als Gegner erweisen und gewaltsam Eingang verschafft hätten. Wenn ihr eure Zehen nicht als Teil von euch anseht, könntet ihr eine Keule zur Hand nehmen und sie zertrümmern. Huch, wie rasch würdet ihr merken, dass sie ein Teil von euch sind. Ihr würdet den Schmerz spüren. Ihr hättet zu erkennen, dass eure Zehen euer waren, und dass sie euch nahegelegt sind, sie eben als euer Selbst zu lieben.
Sobald es um andere Menschen geht - wenn ihr sie niedergemacht habt, kann es lange dauern, bis ihr den Schmerz eures Affronts gegen euch selbst spürt. Es braucht Zeit, Mitempfinden zu erlernen. Schließt die Lücke, Geliebte. Fühlt Meine Liebe, und haltet jene in Ehren, die Ich liebe.