AUFMACHEN
Sobald eure Wahrnehmung des Ewigen sich vertieft und ausweitet, schrumpft der Zugriff, den das Oberflächenleben auf euch hat. Sobald ihr einen Wandel in eurer Beziehung mit dem täglichen Leben verspürt, kann es sein, dass euer Empfinden der Ewigkeit das tägliche Leben überstrahlt. Ihr mögt bekommen haben, worum ihr gebeten hattet, und es wird bei euch wohl eine Weile brauchen, um euch dabei zuhause zu fühlen.
Selbstverständlich gibt es nichts, an was es sich anzupassen gilt. Nichts braucht justiert zu werden. Sobald eure Wahrnehmung verwandelt ist, seht ihr ganz schlicht anders.
Wenn ihr Maler seid, habt ihr eine Palette an Farben vor euch. Was ihr auch malt, ein Haus, einen Garten, Kühe, Menschen, ihr benutzt die Farbe. Ihr könnt genau das gleiche Gemälde mit anderen Farben malen, und ihr werdet erkennen, dass ihr das ganze Gemälde verändert habt. Blau ist eine Farbe, und gelb eine andere, und eine Änderung der Farbe verwandelt die gesamte Konzeption. Eben das passiert, sobald euer Gewahrsein wächst.
In der sogenannten Vergangenheit hat der Vordergrund die Oberhand über den Hintergrund übernommen. In eurem Gemälde jetzt erlangt der Hintergrund die Vorherrschaft. Der Hintergrund zeigt sich mehr, und wird damit als dynamischer, als bedeutsamer als die Szene, die auf ihm aufgesetzt ist, gesehen. Das geschieht jetzt mit dir.
Während der Hintergrund des Lebens - natürlich ist es im Grunde der Vordergrund - Wichtigkeit erlangt, spielt dein Menschliches Leben nicht mehr die Hauptrolle, wie es war. Wir könnten sagen, es sammelt sich selbst von neuem zusammen. Wir könnten sagen, es konfiguriert sich neu. Wir könnten sagen, das Gemälde hat sich von oben nach unten gedreht. Wir könnten eine ganze Menge sagen, was sich aber geändert hat, ist deine Wahrnehmung. Das ist nichts Kleines.
Vielleicht erscheint dein tägliches Leben jetzt fahler. Das mag durchaus bedeuten, dass das Unendliche lebhafter ist. Wenn es einen Wandel gibt, ist da ein Wandel. Und jetzt bist du dabei, auf ihn aufzuschließen.
Du, der du nach dem Wandel gelechzt hast, erlebst ihn.
Während du wächst, lässt du etliche Dinge hinter dir. Was du einstmals gesammelt hast, wirst du nicht mehr länger sammeln. Was dich einstmals in Spannung versetzte, tut es nicht mehr. Was dich einmal belebte, belebt dich nicht mehr. Gewöhnlich befandst du dich in dem Markt für Schmucksachen für Kostümierungen, und jetzt befindest du dich in dem Markt für die wirklichen Dinge. Dabei gibt es nichts zum Betrauern.
Falls du dich an Glas erfreut hast, kannst du dich an den wirklichen Diamanten genauso gut erfreuen.
Was dir aufgetischt wird, ist nicht so sehr von Belang wie dein Seien. Ganz bestimmt wird dein Seien mehr bedeuten.
Und somit ist der Hintergrund des Lebens zum Vordergrund geworden, und der frühere Vordergrund ist zurückgetreten.
Vielleicht befindest du, dass du jetzt weniger von einem Fahrer im Leben an dir hast. Was dich zuvor getrieben hat, tut es nicht mehr länger. Kontrolle wird zu einer läppischen Sache. Und somit erlangst du Meisterschaft.
Sobald du Kontrolle los lässt, wird dein Leben leichter. Vielleicht bist du nicht daran gewöhnt, die dem unterliegende Behaglichkeit des Lebens zu erleben. Selbstverständlich, solange du der Fahrer bist, hast du dich festzuhalten. Sobald du aber das Steuerrad aufgibst, wird die ganze Fahrt anders.
Du wirst nicht mehr länger stromaufwärts schwimmen.
Du wirst die Wellen dich in die Richtung ziehen lassen, in die sie ohnehin wollen.
So tief wie du dich in den Ozean untertauchst, derart hoch erhebst du dich in die Höhe.
Nunmehr wirst du dir selbst und Anderen und dem Leben gegenüber barmherzig sein. Wenn du deine Macht kennst und nicht zu fahren hast, wirst du Göttlicher.
Du hebst dich aus einer Muschelschale heraus. Und nun machst du auf. Du öffnest dich Allem.