DER SCHLÜSSEL DES LEBENS
Im Leben seht ihr euch auf der Straße vielen Gabelungen gegenüber. Die Wahl fällt euch schwer, so, als stünde etwas Kolossales auf dem Spiel. Ob es nach rechts oder links geht, ist vielleicht keine monumentale Entscheidung, bestimmt nicht so groß, wie ihr dachtet.
Tatsache ist, das reale Leben ist leichter, als zu entscheiden, welche Abzweigung auf der Straße zu nehmen ist, weil es viele Male gibt, wann du dich im Grunde genommen nicht für den einen oder anderen Weg zu entscheiden brauchst. Im Leben gibt es viele Routen, die man zur selben Zeit nehmen kann. Im Zweifel, verfolge beide, oder drei oder vier, oder finde eine fünfte. Wenn es zahlreiche Wahlmöglichkeiten gibt, wer hat gesagt, du hättest eine zu wählen, und damit sei die Sache erledigt? Du weißt nicht genau, was du lieber studieren möchtest - Astronomie oder Biologie. Studiere beides. Was hält dich davon ab?
Und wenn es eine Situation gibt, wo eines dem anderen vorgezogen werden muss - man kann nun einmal nicht zwei Frauen auf einmal heiraten -, und du weißt nicht, was zu tun ist -, dann lautet vielleicht deine Wahl, überhaupt nicht zu wählen. Wer sagte, du musst das?
Wer diktiert dein Leben?
In einem gewissen Sinne bist du der Entscheider deines Lebens. In einem anderen Sinne hast du keine Entscheidungen zu treffen. Das Leben trifft Entscheidungen für dich.
Das Leben stellt sich dir selbst dar. Etliche Dinge kommen leicht heran, und etliche schwer. Du bist nicht zu jeder Zeit der Handhaber des Lebens. Immerzu bist du definitiv der Empfänger von ihm.
Sobald eine Entscheidung gefällt werden muss, hast du dich nicht dazu zu entscheiden, bei der Sache überreizt zu werden. Du stehst neben jedweder Entscheidung, die du fällst. Du entscheidest nicht, wer du bist. Du entscheidest nur etwas. Du triffst eine Wahl. Das ist alles.
Erwiderungen auf Entscheidungen schmelzen dahin, und eine kurze Zeit später erinnerst du dich der Entscheidungen nicht einmal mehr. Sie schienen zu der Zeit die Crux deines Lebens, und jetzt weißt du, sie waren überhaupt nichts. Auf welcher Straße du auch hergekommen bist, du bist, wo du bist. Du bist hierher gekommen. Wie du hierher gekommen ist, ist gleichfalls eine Mutmaßung. Es mag sein, du bist auf einem nicht bekannt gegebenen Weg und nicht auf dem Weg, an den du denkst, hierher gekommen. Das Zurückverfolgen deines Lebens verrichtet nicht mehr, als es verfolgen, wie du dazu in der Lage bist. Es ist kein Anleitungsbuch. Und es hinterlässt keine Spur für sonst jemand.
Du hast dich auf den Weg begeben. Das ist alles, was du weißt. Doch vielleicht liegt hierin große Weisheit. Vielleicht entfaltete sich dein Leben genau so richtig. Was immer du denken magst, vielleicht tat es das. Sehr wahrscheinlich tat es das. Sehr wahrscheinlich bist du jetzt soeben am richtigen Fleck zum richtigen Zeitpunkt. Sehr wahrscheinlich bist du nicht fehl am Platz sondern vor Ort.
Was du als Hindernisse angesehen hast, war für dich womöglich Vorwärtstreibendes.
Du befindest dich jetzt in dieser oder jener Situation, segne sie. Sie ist die deine. Und sie wurde dir gegeben. Ob du sie gesucht hast oder nicht, du hast sie erhalten. Stoße sie nicht weg. Und wenn sie nicht nach deinem Geschmack ist, dann neige dich schlicht einem anderen Weg zu.
Alle guten Dinge kommen zu dir. Das Gute, was kommt, ist womöglich nicht das Gute, auf das du abzieltest. Vielleicht gefällt dir das Geschenk nicht, das du bekommst. Wirf es nicht weg. Hebe es hoch, und unter ihm wirst du womöglich eine Schatztruhe finden, die auf dich wartet. Du hattest sie unter all den Verpackungen zu finden, und du hattest sie zu öffnen. Es war ein Schatz, verborgen, einzig bis du ihn öffnetest.
Welchen Schatz im Leben möchtest du heute öffnen?
Du bist der Schlüssel, der alle Schatztruhen öffnet.
Du bist der Schlüssel. Und du bist die Schatztruhe.