DIR DEIN GEBURTSRECHT AUSBITTEN
Heute richte Ich eine Anfrage um Kühnheit an dich.
Ich bitte, dass du, selbst in Bezügen des relativen Lebens, sagst, was du zu sagen hast. Ich bitte, dass du darum bittest, worum du zu bitten hast. Ich bitte, dass du deinen Fall darlegst. Ich bitte, dass du nicht so tust, als ob. Ich schlage vor, dass du den Anstand wahrst und frisch von der Leber weg sprichst.
Du brauchst Anderen nicht die Gelegenheit zu geben, herauszukommen.
Es ist nicht das Ego, was es fertig bringt, dass du frei heraus sprichst. Es ist das Ego, was dich zum Zögern veranlasst. Es ist das Ego, was dich zurückhält. Weil du Zurückweisung fürchtest, hält dich das Ego zurück.
Was wäre also, falls dir eine Absage zukommt? Das ist hier nicht die Sache. Hier liegt das vor, um das du bitten musst, anderenfalls siehst du zu, wie du einem Anderen Vorwürfe dafür machst, es dir nicht zu geben.
Bitte um deine Gehaltserhöhung. Bitte um deine Beförderung. Habe sie nicht zu haben, aber sieh, du hast um sie zu bitten. Wenn es sich auf Andere beläuft, gibt es nichts, was sie zu tun haben, aber du hast zu fragen.
Sieh dich als einen Botschafter von Mir, der du bist, und du seist instruiert, für Andere Anlässe auszugeben, zu geben. Du sollst dem Blinden helfen zu sehen.
Du hast nicht die gebefreudigste Person auf der Welt zu sein, obschon du geben möchtest. Besser, jemanden um Hilfe anzugehen, als eine Wunde groß werden zu lassen, weil Andere nicht einmal daran denken.
Geliebte, gelegentlich habt ihr schier zu fragen. Ihr habt nicht bloß Mich zu bitten. Ihr könnt Andere ebenfalls bitten.
Wenn ihr frei heraus redet, werdet ihr euch schlecht zu fühlen ein Ende bereiten. Bitten wird dem Beklagen ein Ende setzen. Es wird „schlechten Menschen“ ein Ende setzen. Euer Bitten wird wie das Feldbestellen im Frühjahr sein. Würdet ihr einen Samen schelten, weil er nicht spross, während ihr es ihm nicht leicht gemacht hattet?
Bitten ist wie den Tisch decken, und danach jemanden zum Essen einladen.
Bitten ist wie eine Briefmarke auf dem Postamt kaufen. Du musst um sie fragen.
Bitten ist wie sagen: „Ich BIN. Ich existiere. Ich schicke mich an, mich anzuerkennen. Andere haben mich nicht anzukündigen, ich muss meine Existenz ankündigen. Falls meine Gedanken verdeckt sind, wie kann ich jemandem zur Last legen, sie nicht zu sehen? Ich soll kein geheimer Hamsterer von Gedanken sein.
Dass ich meine Gedanken ausspreche, macht mich nicht unfreundlich. Ich bin nicht derb. Ich spreche vielmehr meine schlichte Wahrheit aus, auf welcher Ebene sie auch angesiedelt ist.
Wenn mich jemand um etwas bittet, soll meine Antwort nicht beschwichtigen oder nicht nicht beschwichtigen. Mein Eingehen lautet, auf die Frage zu erwidern. Und falls mich jemand bittet, ihm irgendwie zu helfen, bitte ich mein Herz, und ich komme mit meinem Herzen entgegen. Ich gebe nicht vor, mehr zu sein, als ich bin. Ich habe eine Wahl zu geben oder nicht zu geben, und jene Wahl gebe ich ebenfalls Anderen.“
Geliebte, niemand möchte, dass die letzten Worte auf dessen Lippen sein werden: „Ich habe nie gebeten. Ich habe ununterbrochen gewartet. Ich habe Gelegenheiten zu bitten ausgelassen, und damit habe ich mich selbst gequetscht. Und ich habe Anderen keinen Glauben geschenkt. Ich fürchtete ein Nein mehr, als ich ein Ja wagte. Und damit blieb ich im Leben wünschenderweise zurück. Ich wünschte es, vernommen zu werden, aber ich redete nicht. Ich wünschte es, dass mir geantwortet würde, aber ich fragte nicht. Hatte ich derart vor meinem eigenen Selbst Angst, dass ich nicht fragte?“
Fragt oder gebt auf, Geliebte. Wenn ihr bittet, werdet ihr erleichtert davon abgekommen sein, Bitterkeit zu beherbergen. Ihr werdet die Luft gereinigt haben. Ihr werdet los gelassen haben. Bittet euer Geburtsrecht aus. Bittet.