DIE SCHÖNHEIT DER GANZHEIT
Die Schönheit, die du draußen vor deinem Fenster siehst, ist deine eigene. Du kannst diese hiesige Erklärung interpretieren, wie du möchtest, und es wird zutreffend sein. Die Schönheit gehört dir zu. Sie ist für dich da, um sie einzusaugen. Die Schönheit bietet sich selbst dir dar. Und du bist ebenfalls die Schönheit, die du siehst. Du siehst dich selbst im Blätterwerk. Du erschufst es dort, draußen hinter deinem Fenster.
Erschaffe mit deinen Gedanken noch mehr Schönheit. Verweise dich künftig nicht mehr länger auf weltliche Gedanken – Was kostet etwas, wie werde ich etwas fertig bekommen, werde ich jemals glücklich sein?
Siehst du das Weiblich-Leidende und -Empfindliche in jenen Gedanken? Da scheint ein Element des Nein zu sein. Komme von einem bejahenderen Standpunkt her.
Denke so: „Oh, wie sehr ich das erstrebe! Das bedeutet mir etwas. Die Lauterkeit meines Strebens bringt mir die Mittel ins Haus … ich komme heute voran damit. Gott sagt, alles ist gut mit der Welt. Was hat Er im Sinn? Bestimmt ist heute für mich etwas Wunderbares auf Lager, und ich werde echtes Glück kennen lernen. Ich frage mich, welche Form heute mein Glück annehmen wird. Welche Wunder wird Gott zur Ausführung bringen und welche Wunder werde ich in Empfang nehmen? Worin bestehen heute meine Begünstigungen, und wo werde ich die Anflüge von Gottes Huld verstreuen?“
Wenn du aus deinem Fenster schaust und die Bäume und andere Pflanzen siehst, siehst du Ganzheit. Du wirfst auf die Vollkommenheit einen Blick. Du drehst nicht jedes Blatt um, um nach Unvollkommenheit zu suchen. Du siehst Grün, und du siehst Laub obenauf auf dem Laub, und du siehst Wellen an Farben und Licht, die hindurch spähen, und wenn du hoch genug blickst, erblickst du oben den Himmel. Es ist, als würdest du von Schönheit durchtränkt, und auf diese Weise eignest du sie dir an.
Doch sobald dein Blick auf Menschen, die vorübergehen, fällt, neigst du dazu, auf vereinzelnde Weise in Betracht zu nehmen. Du siehst dieses, du siehst jenes. Dieser gefällt dir. Jener nicht. Du hast die Ganzheit eingebüßt, indem du auf das einzelne schaust, und dennoch ist das Menschsein, das an deinem Fenster vorübergeht, gleichfalls die Schönheit der Natur. Und gleichwohl schaust du, und es missfällt dir. Kannst du Mir etwa sagen, das verhalte sich nicht so?
Erblicke heute die Menschen, die dein Leben passieren, als eine Gartenlaube aus Bäumen. Du analysierst die Bäume nicht. Du schaust auf die Schönheit der Ganzheit. Du freust dich im Voraus, dass dir Gefallen zukommt. Du suchst das Gefallen.
Einerlei, wie sehr du die Bäume gesehen hast, jedesmal beleben sie dein Herz. Die Schönheit verblasst nicht, weil du sie viele Male gesehen hast. Jedesmal ist sie deinem Herzen neu. Jedesmal.
Oh, wenn Meine schönen Kinder in dem vorüberziehenden Menschengewühl doch bloß die Schönheit sehen würden. Wie kann es sein, dass die Schönheit Meiner erhabensten Schöpfung derart oft dem Vergessen anheim fällt?
Die Menschen der Welt sind wie Bäume des Waldes. Menschenseinswesen wachsen, und jede Varietät ist kostbar. Alle sehnen sich, die Sonne zu erreichen. Alle wachsen der Sonne zu. Kein einziges Menschenwesen wächst nach unten, was immer das für euch sein würde. Jeder wächst Himmelwärts. Ich möchte die Ganzheit Meiner Kinder gerne klarer sehen. Vielleicht, wenn ihr euch nach ihr umschautet – meint ihr, dass ihr es dann leichter hättet, sie zu erleben? Demnach stelle Ich die Frage: Wonach hast du dich umgesehen? Was suchst du?
Fange an, darauf zu schauen, dass es dir gefällt. Schaue bei jedem Wesen, das dein Blickfeld betritt, mit neuen Augen hoch. Lasse dein Herz emporsteigen und genieße die Ganzheit.
Und, falls du die Ganzheit im Anderen nicht zu erkennen vermagst, dann biete ihnen die deine an. Lasse deine Ganzheit die ihrige einnehmen. Wickle sie in deine Ganzheit ein, sodass sie in der Folge mit der ihren vertraut werden. Das ist Mein Zutrauen, das Ich in euch untergebracht habe.