DER GEWISSENHAFTERE WEG
Anspannung kommt von einem Zerren zwischen dem, was eures Erachtens sein kann, und dem, was nicht zu sein scheint. Es ist, als wärt ihr das Seil, was beim Seilziehen gezogen wird, und demnach fühlt ihr euch manchmal angespannt. Die Fäden von dir scheinen sich auszufransen, und es gibt zahlreiche Gründe weswegen. Während du in zwei Richtungen gleichzeitig gezogen wirst, hast du Wahlen zu treffen. Es sieht danach aus, du befindest dich die ganze Zeit auf dem Scheitelpunkt von Entscheidungen. Manchmal möchtest du beide Optionen. Manchmal keine davon. Und demnach befindest du dich in einer Klemme. Was wählst du? Wahrheit und Ehre, oder, soweit du es sagen kannst, eine mindere Wahl, die sich wohl um Ehre und Wahrheit herumdrückt und dir gleichwohl notwendig zu sein scheint. Du fühlst dich gezwungen, die untere, statt der oberen Straße zu nehmen. Das mag vielleicht sogar zu einem Lebensstil für dich werden, und du denkst nicht mehr länger an Wahlmöglichkeiten.
Du bist zwischen der augenscheinlichen Welt, in der du lebst, die manchmal lausig ist, und der Welt hin und hergerissen, die rein, echt und ideal ist, über die du manchmal den Kopf schüttelst und der du mit der Auffassung beikommst, das Ideal sei zu weit außer Reichweite, es sei ja nett, aber nicht praktisch, nett, aber töricht. Wie kann, was gut und wahr ist, Illusion sein? Wie kann, was angebracht und scheinbar nötig ist, nicht echt sein? Wie kommt es, dass du, der du ein Odem Gottes bist, für Geld zu arbeiten hast, und dass du dann und wann, im Austausch dafür, deine Seele unbeachtet lässt. Was sind denn all diese Angelegenheiten, bei denen du dich verpflichtet fühlst, dich um sie zu kümmern, unterdessen dein Herz irgendwo anders ist?
Wie versöhnst du die Wahrhaftigkeit und Ehrung, die du den Kindern lehrst, mit den Machenschaften der Welt, die allzu oft egoistisch zu sein scheinen, und nicht auf das Gute für Alle hinauslaufen?
Geliebte, es sieht wohl danach aus, dass ihr die ganze Zeit getestet werdet. Ihr schert aus und geht nicht immer dem nach, was eurem Dafürhalten nach richtig ist, und gleichwohl wisst ihr einfach nicht, wie Wahrheit und Ehrung mit dem, was direkt vor euch liegt, versöhnt werden kann. Ihr wollt gut und wahrhaftig sein, und ihr wollt kein Tor sein. Manchmal scheint eben daraus die Wahl vor euch zu bestehen, und niemand möchte ein Dummkopf sein. Es mag danach aussehen, ihr habt keine Wahl, ausgenommen, demjenigen, was euch eurem Empfinden nach nicht entspricht, zu entsprechen.
Es sieht danach aus, ihr steht davor, Gewinn oder Verlust zu wählen. Und demnach weicht ihr den Kugeln aus und springt herum, im Bemühen, da und dort Schlangenbissen zu entgehen. Es sieht danach aus, dass du dich gegenübersiehst, eine mindere Wahl zu treffen und damit im Dschungel zu überleben, oder einen Traum zu wählen, in dem der Anschein besteht, du wärest der einzige dabei. Du hast vielleicht das Empfinden, als hättest du keine andere Wahl, als hättest du bei der Wahl dem Weg der Welt vor dem des Herzens den Vorzug zu geben, die Welt vor der Wahrheit, die Welt, die wohl den leichten Weg nimmt, dasjenige, was scheinbar Jeder tut, und, als hättest du das, was du eigentlich wertschätzt, zurückzulassen.
Du wirst gequetscht. Die Welt schätzt nicht immer die Einfachheit der Wahrheit. Noch auch schätzt sie denjenigen, der geradeaus wie ein Pfeil ist. Und dennoch, Geliebte, woraus sind Helden gemacht? Echte Helden? Sie sind Menschen des Mutes. Sie haben einen Glauben an die Wahrheit und an die Ehre, und sie stehen dafür. Wo immer sie sind, sie leben mit Ehre. Man kann sich nach ihnen richten. Sie stellen die Wahrheit und die Ehre vor die Bequemlichkeit.
Was, Geliebte, ist euch bedauernswerter, was ihr tut oder was ihr nicht tut?
Wie leicht wird es doch im Leben sein, sobald ein Jeder den gewissenhafteren Weg aussucht. Die Straßenregeln würden sich ändern. Sie ändern sich bereits, und die einzunehmenden Wahlen werden für euch leichter zu treffen sein.