SONNENLICHT AUF SCHATTEN
Sobald du an Mich glaubst, glaubst du mehr an dich selbst. Besser noch, sobald du Mich kennst, kennst du dich selbst besser. Wir sind ziemlich gleich, ausgenommen du lässt alldas, was du deines Erachtens weißt, dich von dieser Auffassung abbringen.
Du denkst eigentlich, dass ein Menschenseinswesen eine niedrige Form des Lebens sei. Du denkst, Menschen bauen Mist, ja. Und wenn deine Gedanken dorthin reisen, dann meinst du, auch Ich vermassle alles.
Du siehst die Welt beladen mit Krankheit, Lug und Trug, Torheit, Ungepflegtheit und sogar Bösem. Freilich, schau, du könntest die Welt genauso gut mit Gesundheit, Wahrheit, Intelligenz, Schönheit und Liebe sehen. Gibt es sie nicht? Sehen deine Augen sie nicht ebenfalls?
Du wirst das am meisten auffinden, wonach du am meisten schaust.
Sofern du bereits den Irrtum des Menschlichen Lebens ins Auge gefasst hast, wieso schaust du dich dann weiterhin nach ihm um? Wie oft in der Woche gehst du raus, um den Grand Canyon zu besuchen? Und der ist wunderbar anzuschauen, aber du gehst nicht immer zu ihm hin.
Eine andere Sache ist - wenn Ich dich frage, wie oft du zum Laden unten an der Ecke gehst, denn dort gehst du ja oft hin. Aber du machst dich mit einem Zweck auf den Weg. Du hast dir etwas zu besorgen, etwas was du haben möchtest.
Was indes ist der Zweck bei deiner Umschau nach Fehlern im Leben? Was ist das Ziel bei dem Generalisieren?
Du brauchst im Eigentlichen keine Katastrophen, um dich zu motivieren. Die Dinge müssen nicht entsetzlich werden, um besser zu werden. Musst du Kinder hungrig sehen, bevor du ihnen zu essen gibst? Musst du Abfall machen, bevor du ein Stück Papier vom Gras aufhebst? Musst du Bedarf sehen, bevor du ihn erfüllst?
Muss es Krankheit geben, bevor ein Heilmittel gefunden wird?
Wieso muss Gesundheit, nachdem man ihrer verlustig ging, mehr wertgeschätzt werden? Wieso nicht davor?
Sofern die Liebe mehr als die Angst umbuhlt würde, was könnte dann wohl in der Welt fehlen?
Aber man kann den Hass in der Welt nicht stoppen, sagst du.
Doch eben das versucht die Welt des Öfteren. Sie versucht, das zu beseitigen, was sie ihrer Aussage nach nicht haben möchte, wie etwa Krieg und Armut und so weiter.
Als Ich das Universum erschuf, stellte Ich Dinge hinein. Das ist Erschaffen. Ich nahm nichts weg. Ich legte alles hinein. Ich stellte dich hinein, ohne etwas von dir weg zu nehmen. Ich versuchte nicht, dich schöner zu machen, denn du warst bereits, so wie du warst, schön. Wärest du nicht schön, hätte Ich dir dann über die anderen Seinswesen Botmäßigkeit erteilt?
Als Ich die Sonne, die Erde, den Mond und die Sterne und das Firmament und jede lebendige Sache erschuf, sah Ich, dass es gut war. Damals wie heute war nichts Abwegiges in Meinem Blick, aber in dem deinen ist etwas Abwegiges.
Intention ist mehr als Intention. Intention erschafft ein Strömen. Sofern dich die Absicht trägt, mehr das Gute zu sehen als den Mangel an Gutem, wird das Gute vom Strom deiner Beabsichtigung heranfließen. Beabsichtigen ist nicht Kontrolle. Sie ist eine Form des Loslassens. Intention gibt einem fallenden Ballen Stoff Raum, sich selbst zu drapieren. Sie faltet ihn nicht.
Ich bitte dich nicht, blind zu sein. Ich bitte dich, zu sehen. Ich bitte dich, dich mehr auf das Gute als auf das Schlechte scharfzustellen. Güte existiert. Schaue dich nach ihr um. Blödsinn existiert, doch guter Menschenverstand existiert ebenso. Mut und Kühnheit existieren inmitten von Entsetzen. Was ist der Vorteil dabei, sich mit dem Entsetzen zu befassen? Weswegen es betonen?
Streiche das heraus, wovon du mehr haben möchtest. Weise mehr darauf hin.
Sieh, wie Sonnenlicht auf den Schatten fällt.