IHR WERDET SEHEN
Es gibt kein schwarz und weiß. Nichts in der Welt ist, wie es scheint. Schatten werden hingeworfen, jedoch ist alles Licht.
Ihr lauft überall, dennoch befindet ihr euch an einer Stelle. Ihr könnt von dem Pfad nicht abgehen. Ihr denkt, einige Wege führten nirgendwohin, doch alle Wege führen zu euch, zu euch selbst, Geliebte, und alle Wege führen zu Mir, zu Mir Selbst, dem Einen und Demselben.
Ja, das Leben ist umschweifend. Auf diese Weise ist alles mit allem verbunden. Auf diese Weise gibt es kein Abweichen vom Kurs des Lebens. Ihr wählt vielleicht die eine Abschilderung eures Weges mit all seinen Kehren und Wenden, doch alle Pfade enden bei Mir. Nicht dass sie enden, natürlich. Sie gehen weiter, und derweil reisen Wir immerzu von Anfang an gemeinsam, und Wir befinden Uns nach wie vor auf der Reise. Wir gehen jetzt soeben, Unsere Hände ineinander, oder vielleicht liegt Meine Hand auf deiner Schulter. Ich denke, Wir schauen Uns soeben einander in die Augen. Wie weit sehe Ich in die deinen! Wie nahe sehe Ich die Weite, und jede Unterscheidung löst sich auf. Hier sind wir, auch wenn du es nicht sehen kannst.
Die Sache ist, dass Ich eine Vogelperspektive habe, und du nicht. Du befindest dich im Dick und Dünn davon, und demnach siehst du, du inmitten des Gestrüpps und des Wachstums des Rieds, nicht. Du hast dich noch nicht zu deiner vollen Höhe erhoben. Du hast dich noch nicht so recht getraut. Du bist zögerlich, deinen Fuß von dem erstrangigen Boden abzuheben.
Meistens verlässt du dich auf das, was Ich sage, und gleichwohl ist die Zeit am Kommen, wann du genauso klar wie Ich siehst. Und dann wirst du lachen und lächeln, deinen Mantel ausziehen und pfeifen, während Wir gehen. Du wirst die Aussichten sehen, und du wirst sie mit Freude begrüßen. Wohin immer du schaust, du wirst sehen. Du wirst DICH sehen, und du wirst Mich sehen. Was du nicht sehen wirst, ist der Unterschied. Du wirst Einssein sehen, und du wirst erkennen, du bist Einssein. Du wirst sehen, und du wirst derjenige sein, der sieht, und du wirst dich selbst sehen. Du bist die Trinität. Du bist der ganze Ball des Wachses. Das Wir von dir ist Es, was eine andere Ausdrucksweise ist für: „Gott ist“. Genauso kann man sagen „Ich BIN“ oder „Einssein Allein Ist“ oder „Es gibt kein du und Ich. Es gibt kein Wir. Es gibt Ich. Und Ich BIN alles was ist. Wenn Ich alles BIN, bin Ich demnach Eins. Es gibt nicht mehr länger jemanden, zu dem ich rede. Es gab ihn nie, mit Ausnahme in der Einbildung. Und Wessen Einbildung war das? Wessen konnte sie sein?“
Ich nehme euch in Kreisen herum. Ihr dreht euch. Ich mache euch mit Meinen Rätseln schwindelig, um gewiss zu sein.
Ihr liebt den Gedanken von Uns als zwei. Das ist geselliger. Ihr habt euer ganzes Leben lang mit dem Alleinsein gerungen, auch dann, während ihr nie alleine wart. Es war unmöglich für euch, alleine zu sein, aber nicht unmöglich, euch das zu denken.
Und während ihr anfangt, keinen Unterschied zwischen dem Einen von Uns zu sehen, werdet ihr die zahlreichen Kombinationen und Schatten des Weiß und das Munkelnde des Schwarz sehen, und ihr werdet in eurem Herzen und Geist mehr Raum lassen für eure Brüder, die anders als ihr denken und sehen, oder, es sieht danach aus. Nichts in der Welt ist, wie es erscheint, so lange bis ihr die Augen habt zu sehen, und bald, sehr bald, werdet ihr sie haben.
Und dann werde Ich Mich in einem Sessel zurücklehnen und in die Weite hinaus schauen, und Ich werde euch sehen, und ihr werdet das Einssein von Mir sehen, was das gleiche ist, wie wenn man sagt, das Einssein von dir, denn es gibt kein Hinausschauen. Es gibt bloß ein Hineinschauen. Ist es inwendig in Mir oder inwendig in dir?