DIE GEDANKEN ANDERER
Dankbarkeit schwillt in deinem Herzen. Weniger als Dankbarkeit zehrt es aus. Teile jedoch nicht so viel Dankbarkeit an Andere aus, da dich das in die Position versetzt, dass dir geschuldet wird. Dankbarkeit geht an Mich. Es ist gut, sich dessen zu besinnen, weil es dich neutral hält.
Du schuldest niemandem etwas. Es ist gut, von dem Denken abzulassen, dass du etwas schuldest. Du bist niemandem gegenüber verpflichtet. Sobald du über diesen Gedanken hinausgehst, wirst du nicht länger empfinden, ein Anderer sei dir gegenüber verpflichtet. Sobald du diesen einen Gedanken des Schuldens einholst, wirst du dich fortan nicht mehr in Dienerschaft befinden, und Einzelne werden nicht mehr länger Macht über dich ausüben. Deren Ego wird dich nicht mehr beeinflussen.
Du denkst etwa, niemand übe Macht über dich aus, aber du erteilst Anderen fortlaufend Macht. Die Macht und die Herrlichkeit sind Mein. Du verherrlichst allerdings Andere. Du denkst, sie hätten etwas mit dir zu tun. Du denkst, sie hätten die Macht, dir dich selbst zuzuteilen. Du übergibst ihnen die Autorität, dir Wert zuzuziehen oder sie wegzunehmen. Du denkst, sie seien ein Schneider, der dir einen Anzug anpasst, und, sie hätten die Autorität, an dir Maß zu nehmen.
Gib nicht so viel von dir selbst fort. Du täuschst dich selbst, da du dich selbst für nichts weiterreichst.
Du gehörst niemandem zu, außer Mir. Ich habe das Sagen über dich, niemand sonst. Ordne nicht Anderen bei, was sie nicht haben.
All die Hinsicht, die du auf Meinungen Anderer einnimmst, gib Mir. Du hast andere Menschen zu deinen Idolen gemacht. Das muss so sein, anderenfalls wärst du nicht so sehr durch deren Gedanken mitgenommen. Nichts, was dich anbelangt, hängt von ihren Gedanken ab. Ihre Gedanken sind bedeutungslos. Ihre negativen Gedanken hinterlassen dir nicht mehr als ihre positiven. Ihre Gedanken haben mit dir nichts zu tun. Ihre Gedanken sind ihre Gedanken, das ist alles, aber Meine Kinder sind geneigt, die Gedanken Anderer als sakrosankt anzusehen. Ihr lasst die Gedanken Anderer euch verstärken oder etwas von euch wegnehmen, dass ihr mehr oder dass ihr weniger seid, abhängig davon, wie euch jemand in dem Moment sieht.
Das aber ist Beurteilung deiner selbst als jemanden, der wenig eigenen Verdienst hat, und das ist weit von der Wahrheit von dir entfernt.
Und, im selben Zuge, auf diese Weise beurteilst du Andere. Wann immer du beurteilst, schaust du durch die Augen der Welt und nicht durch die Meinen. Besser, du schaust durch Meine Augen, als durch die Augen der Welt.
Verzweiflung stammt daher, dass du dich durch die abgestumpften Augen der Welt schaust. Du musst das von jetzt ab wissen.
Habe originale Gedanken. Habe Gedanken in Freiheit. Befreie dich selbst von den Gedanken Anderer. Befreie dich selbst von den deinen. Du wiederkäust und wiederkäust deine Gedanken. Sie sind alt.
Es gibt eine Ausdrucksweise: „Wer setzte dir das in den Kopf?“
Das ist eine weise Formulierung. Jemand setzte dir nutzlose Gedanken in deinen Kopf, und das war nicht Ich.
Woher kommen deine Gedanken? Wer verbrachte sie dorthin? Wo hast du sie zuvor gehört? Wer sagt sie? Ich frage dich jetzt: Wer setzte jene Gedanken in deinen Kopf?
Öfters ahmt ihr nach, was jemand vor langer Zeit in einem gewissen Zeitraum äußerte. Deren Gedanken waren dazumal irrelevant, und sie sind es jetzt, und dennoch hältst du an ihnen fest. Löse dich nun von den Gedanken Anderer und von der Herrschaft, die sie über dich innehalten. Und löse Andere gleichfalls von deinen Gedanken an sie.
Beiläufige Gedanken sind beiläufige Gedanken. Sie sind für dein Leben nicht bedeutsam. Sie sind kein wahres Gold. Du weißt, wie Gold dich fühlen lässt. Sobald du weniger als Gold fühlst, hast du eine Nachahmung akzeptiert. Weniger als die Wahrheit ist dir nicht dienlich. Erkenne jetzt die Wahrheit von dir, und tritt die minderen Gedanken ab, die du von der auf Imitation angelegten Welt übernommen hast.
Dein Leben soll nicht daran gemessen werden, wie die Welt auf dich reagiert. Dein Leben ist nicht von den Bemessungen von dir aufseiten Anderer abhängig. Gleichfalls soll dein Leben nicht schier in Erwiderung auf die Einschätzungen Anderer verbracht werden. Wie viel deines Lebens war eine Erwiderung auf eine Bemessung, die dir angelegt wurde?
Die Meinung eines Anderen ist nicht dafür bestimmt, die Hand zu sein, die dein Boot zum Schaukeln bringt.
Wie weit kannst du gehen, wenn du auf die Gunst der Gedanken Anderer im Hinblick auf dich oder auf sonst etwas angewiesen bist? Wie weit kannst du rund um deinen Kurs abgehen?
Finde heraus, was dir bedeutsam ist und behalte es in deinem Sinn. Lass deine Ideen nicht so leicht vertrieben werden.
Auch dann, wenn es darauf hinausläuft, für dein Wohnzimmer eine Stofffarbe zu wählen, kannst du durch Meinungen angegriffen werden, und wie viel Tragweite haben Meinungen? Es ist leicht für jemanden, eine Meinung hinzuwerfen, die nur dessen Gedanken aus dem Augenblick heraus darstellt. Wie qualifiziert sie auch sein mögen, sie sind nicht du. Du weißt mehr über dich als sonst jemand. Hänge mehr von dem ab, was du weißt, und weniger von den Wahlen Anderer für dich.
Was sind Experten anderes als diejenigen, die starke Meinungen und Bezugnahme auf sie haben? Aber auch Innenarchitekten haben unterschiedliche Meinungen. Sie stimmen nicht immer überein. Weswegen solltest du in dem Maße, wie du es tust, auf dem Gedanken eines Anderen bauen?
Du bist mit Experten groß geworden. Als Kind, da wusste jeder mehr als du. Jetzt aber bist du kein Kind mehr, und du weißt, dir wurde nicht immer die Wahrheit gereicht. Die Absicht der Menschen, die um dich waren, mag nicht in Frage gestellt worden sein, oder sie wurde in Frage gestellt. So weißt du jetzt, dass ein jeder seine eigene Agenda hat, wie auch seine eigenen Ideen, die zu erweisen sind oder die sekundiert haben. Sobald du an jemandes Idee abprallst, hast du Jene oder Jenen verstärkt, nicht dich selbst.
Niemand weiß mehr über die Seele von dir Bescheid als du. Niemand kann deinem Herzschlag so nahe zuhören, wie du es kannst. Und dennoch lauschst du den Herzen und Gemütern Anderer derart dicht zu.
Sei heute in deiner Wahrheit stark. Du bist ein entwicklungsfähiges, würdiges Menschenseinswesen. Ich schuf dich so und auf keine andere Weise. Ich spreche zu dir nicht davon, eigensinnig zu sein. Ich rede darüber, deinem eigenen Herzensgesang zu lauschen. Erachte deine Gedanken und Gefühle als genauso würdig wie diejenigen eines Anderen, das ist alles.
Befrage dich selbst, womit du dein Leben verbringen möchtest. Deine Antwort kann nicht Andere Betätscheln und Zusammenstauchen lauten.