DIE SONNE SCHEINT
Du bist nach wie vor damit befasst, was andere Menschen über dich denken und nicht denken. Du schaust dich nach einer Zuteilung von Liebe und Wertschätzung durch ein anderes Menschenseinswesen um, das sich nach Liebe und Wertschätzung durch dich umschaut. Der Andere vermag das nicht zu geben, und du kannst das nicht. Liebe und Wertschätzung können ausgegeben werden, indes, sofern es wohl erwogen ist, sofern es dem einen oder anderen Menschen zuliebe vonstatten geht, geht es nicht so sehr um Liebe und Wertschätzung, wie es eine Zahlung oder eine Einlage oder ein Tauschgeschäft, deine Billigung im Tausch gegen die seine, darstellt.
Sobald du der Bedürftigkeit nach Beifall durch die Welt und ihre Bewohner ein Ende setzt, kommst du zur Sache. Du hast Arbeit vor dir. Lege deine Aufmerksamkeit auf die zuhandene Arbeit, und nicht so sehr auf die Miteinbeziehung und auf den Rückfluss des einen Menschenwesens zum anderen. Sobald du von Anderen abhängst, um dich zu erfüllen oder um einen Schmerz in deinem Herzen zu mildern, wirst du enttäuscht. Auch dann, wenn du heute erfreut wirst, kann dir morgen etwas mangeln. Auf lange Sicht - was immer an Beifall dir ein Anderer zu geben vermag, es wird nie genug sein.
Selbstverständlich, in dein Leben sind Andere miteinbezogen, aber entsinne dich, dass dein Leben nicht davon abhängt, was Andere sagen oder fühlen, oder was du denkst, sie fühlten oder meinten es.
Was andere Individuen dir zuwerfen, handelt es sich nun um Blütenblätter zu deinen Füßen oder um Sand in dein Gesicht, das ist nicht so einschneidend, wie du dachtest. Mit Sicherheit kannst du das Leben, das dir gegeben ist, nicht so leben, wie es dafür bestimmt war, gelebt zu werden, sofern du gemäß dessen, was an Bissen der Zuneigung auf deinem Weg hin und her geworfen wird, hoch und nieder prellst.
Sei nicht so sehr auf Liebe von Anderen aus. Sei nicht so abhängig von Anderen. Beachtung durch Andere ist schön, aber sie ist auch irrelevant. Sie bedeutet nicht so viel, wie du gerne denkst. Sie ist sehr veränderlich, und, sofern du dich so stark auf sie einlässt, wirst du zu einem Chamäleon, das versucht, sich Anderen anzupassen.
Du denkst, es sei Aufmerksamkeit, die du möchtest, ein Chamäleon freilich erlangt Unsichtbarkeit. Sei sichtbar. Ändere nicht deine Farben im Bemühen, abzuwiegeln.
Gib Anderen die Freiheit statt, dich zu sehen, wie sie dich sehen. Du brauchst nicht ihre Liebe zu erheischen. Sie haben sie oder sie haben sie nicht, oder sie haben sie in dem einen Augenblick und nicht im anderen. Sobald du die Billigung eines Anderen hast, hast du in Wirklichkeit nicht viel. Ganz bestimmt ist es nicht etwas, für das du dein Leben leben möchtest.
Sei dir selbst treu, und sei Mir treu. Du hast bereits all Meine Liebe, und Meine Liebe ist treu. Ich möchte dir unterwegs viele Menschen senden, damit du ihnen Meine Liebe weiterreichst, allerdings kannst du dich nicht bei ihnen anbiedern, und ihre Gunst bedeutet ohnehin wenig.
Das meint nicht, du lässt andere Menschen außer Acht. Das bedeutet einfach, du berücksichtigst nicht so sehr ihre Gedanken. Ihre Gedanken sind ihre Gedanken, und Gedanken sind vorüberziehende Anerkenntnisse. Sofern ihre Einstellung verdrießlich ist, ist das ihre Einstellung. Das ist kein Maßstab für dich. Sofern jemand unmutig ist, ist es dessen Ungehaltensein. Es gehört ihm zu, nicht dir.
Gib Anderen nicht so viel Macht. Sie haben dich nicht zu verehren oder nicht wertzuschätzen oder nicht dies oder das. Sie sind womöglich derart in sich selbst eingewickelt, dass sie dich nicht sehen. Sie sehen lediglich Fluktuationen in ihrem Leben. Für sie bist du laut ihrer Gestimmtheit ein vorbeifahrendes Auto. Pro oder contra, ihre Beachtung ist nichts mehr als ihre Beachtung.
Habe nicht das Gefühl, du habest Billigung durch Andere einzukaufen. Dafür bezahlst du zu viel. Sei inwendig in dir selbst zufrieden. Denke an Mich. Denke an Mein Licht. Erinnere dich selbst daran, dass du für Mich hier bist, und nicht zum Vergnügen oder Missvergnügen eines Anderen.
Die Sonne, die scheint, ist unparteiisch. Die Sonne scheint. Die Sonne richtet sich nicht nach den Reaktionen all derer, die ihre Strahlen empfangen. Etliche sagen: „Oh, zu viel Sonne.“ Andere sagen: „Wo ist die Sonne?“ Die Sonne ist nicht bemüht zu gefallen. Die Sonne scheint bloß, und sie scheint in Abstimmung mit Meinem Willen.
Sei eine schiere Sonne, die scheint, und zolle dem nicht zu viel Beachtung, was Andere denken. Ihre Meinung ist nicht das, wozu du hier bist. Du bist Größerem halber hier.