EINE EINZIGE SÜNDE
Dein Herz kann nicht verwundet werden. Jedes Quetschen, das du in deinem Herzen spüren magst, ist ein Zusammenziehen von ihm. Diese Kontraktion, was ein Schließen darstellt, spürst du als Schmerz. Kontrahiere dein Herz nicht, und Herzschmerz wird entweichen.
All die mit sieben Namen versehenen Sünden haben mit Zusammenziehen zu tun. Bei Neid hast du dein Herz kontrahiert. Du hast empfunden, wissentlich oder unwissentlich, dass jemand etwas hat, das dir versagt wurde. Anstatt deine Freude am Erfolg desjenigen zu haben, den du als den Anderen erachtest, spürst du Verlust, und demnach schmerzt dein Herz.
Neid ist schlicht ein anderer Aspekt von Gier, die das Bestreben ist (was nicht aus sich selbst heraus schlecht ist), es alles zu haben. Es ist Mein Wille, dass du das Bestreben hast, es alles zu haben. Ja noch mehr als das, es ist Mein Wille für dich, zu erkennen, dass du es bereits besitzt. Es bist alleine du, der dich aufgrund deines großen Glaubens an Verlust und Gewinn, an Verlust und Gewinn selbst verleugnet. Fange an zu denken, dass es im Leben nur Zugewinn gibt, dann bist du näher an der Wahrheit. Wo sollte Gier existieren, sofern du weißt, dass du bereits alles hast? Was bleibt übrig zu begehren?
Es ist nicht die Frau eines anderen Mannes, die du möchtest. Du möchtest das Glück, über das du denkst, sie werde es dir einbringen. Es ist etwas Anderes, nach dem du dich verzehrst, jenseits des vorgegebenen Namens jeglichen Begehrens. Du glaubst, dir fehle etwas. Ein Fehlglaube.
Trägheit zum Beispiel hat mit deinem Glauben an die Zeit und mit der Knappheit an ihr zu tun. Untätigkeit ist nichts mehr als der Versuch, die Zeit auszudehnen und an dem Wenigen festzuhalten, das deines Erachtens alles darstellt, was du hast. Glaube an die Unendlichkeit, und das, was du Faulheit nennst, wird verschwinden.
Was ist Stehlen anderes als der Gedanke, dass ein Anderer dasjenige hat, was rechtmäßig dir gehört? Stehlen ist nicht genug an dich selbst glauben. Du denkst, jemand oder etwas sei dir gestohlen worden, und du seist auf dem Weg, es dir zurück zu holen.
Glaube stattdessen, dass Kostbarkeit geschaffen wird. Dein Herz der Schöpfung ist immerzu voll; du kannst lieber herstellen als nehmen. Eine persönliche Angst, dass jemand eine Lappalie hat, die du möchtest, und die du anderwärtig nicht haben kannst, ist die Ursache für den Diebstahl. Male ein größeres Bild von dir selbst.
Du denkst sogar, das Leben eines Anderen sei etwas, was du in deine eigenen Hände zu nehmen habest, so, als nähme dessen Leben etwas von dem deinigen fort, so, als wäre es dir im Weg, so, als wäre er oder sie das einzige, was dich an deinem Glück hindert, und du foppst dich selbst, dass deren Leben nehmen dir etwas geben darstelle, eine Art verfechtendes Eintreten, ein irgendwie geartetes Ersetzen von Machtlosigkeit durch Macht.
Macht aber nimmt nicht. Macht gibt dem Geben statt. An dir ist, der Macht, zu geben, stattzugeben, aber an dir ist nicht, zu nehmen. Es gibt keinen Bedarf für die Geste des Nehmens. Gib dir stattdessen statt, zu empfangen.
Für alle ist genug Leben da. Lebenskraft ist euer.
Welche Sünde habe Ich ausgelassen?
Aber ihr seht, es gibt nur eine Sünde, und sie lautet, zu denken, dass ihr ohne seid. Ihr seid mit, ihr seid mit Mir inwendig in Meinem Herzen, und Ich habe euch alles gegeben, was Ich besitze. Öffnet eure Augen für euren Reichtum, und es wird keinen Diebstahl geben. Es wird ausschließlich Geben geben.
Jemand, der derart viel hat, kann nur geben.
Es gibt keine Nachfrage, zu nehmen.
Es gibt kein Bedürfnis, zu sparen und zurückzuhalten. Horte nicht.
Dieser gewöhnliche Körper, der dich umgibt, hat Grenzen, aber die Grenzen des Körpers haben mit dir nichts zu tun, haben mit dem Herzen von dir, mit dem Du, das Ich in Meinem Ebenbilde geschaffen habe, mit dem unendlichen Du, mit dem realen Du, der du Mein Herz hast, nichts zu tun. Wir könnten sagen, dass du Mein Herz gestohlen hast, und aus diesem Grunde gibt es nichts Sonstiges, was übriggeblieben ist, dass du es nehmen kannst.
Mein Herz schlägt inmitten dem deinen. Es schlägt inmitten von allem.
Dort gibt es eine Lebenskraft von solcher Größe, man nennt sie Gott. Ge-heil-igt sei Mein Name.