Gott redete ...
Dieses Loslassen ist für dich nicht leicht gewesen. In deinem Menschsein ist es dir eher danach, zu behalten als los zu lassen. Beginne, die Überfülle zu spüren, die du an dir hast, dann wirst du rascher und leichter los lassen. Du wirst mit einem Seufzer der Erleichterung los lassen. Es ist mühelos, los zu lassen, bloß hast du dir selber eingeredet, es sei mühelos, festzuhalten. Festhalten ist eine Art Reglosigkeit. Festhalten ist Horten, Geliebte. Ihr habt Liebe, Menschen, Dinge gehortet, derweilen im Universum schier nichts an euch ist, zu horten. Euch ist es zugedacht, zu teilen. Ihr seid bestimmt, zu geben.
Besitzen ist ein althergebrachtes Paradigma. Besitze Freiheit, nicht Objekte. Gib Freiheit, und in der Weise eignest du sie. Und in der Weise setzt du deine Energie frei. Bis jetzt hast du deine Kraft gedämpft, und dich gewundert, weswegen du ermattet bist. So du Besitztümer mit dir herumgeschleppt hast, kein Wunder, bist du müde.
Ideen sind deine Besitztümer gewesen. Du hast allerhand Ideen, die du für fest hältst. Dir sind sie unwiderruflich. Du hast einen unerschütterlichen Standplatz mit Ideen hergestellt. Ideen sind bloß Ideen. Ideen sollen fließen, sie sollen nicht unverrückbar sein. Ideen sind an dir festgeklebt wie Leim. Erneuere deine Ideen.
Du bist gewachsen. Lasse deine Ideen mit dir wachsen. Lasse alte Ideen los. Wirf sie in den Wind. Fange von vorne an. Sammle neue Ideen. Gib die alten ab. Alles, obwohl du überzeugt bist, es habe so und so zu sein, ist eine alte Idee, an der du festgehalten hast. Ideen sind nicht vorgesehen, sie als Gefangene zu halten. Gib neuen Ideen eine Chance. Denke über etwas in einer neuen Weise, wie du es zuvor noch nie gedacht hast. Lasse Ideen schwimmen wie Fische. Du kannst sie nicht alle einfangen, und weswegen solltest du das tun mögen? Fange bloß so viele Fische wie du jetzt im Augenblick essen kannst. Tue das gleiche mit Ideen. Lasse viele fortschwimmen. Bekomme jenen Fischhaken von ihnen weg.
Wofür brauchst du deine alten Ideen? Sie sind nicht sakrosankt. Erhebe Anspruch auf neue Ideen. Habe deinen Geist nicht zusammengefügt. Euer Geist ist flüssig, Geliebte. Lasst ihn sein, was er ist. Ideen sind nicht gemeint, Zäune zu sein. Sie sind gemeint, Blumen zu sein, welche knospen und daraufhin aufgehen. Euer Geist ist bestimmt, offen zu sein, nicht festgelegt. Sofern ihr in eurem Geist festgelegt seid, seid ihr in euren Wegen festgelegt.
Tage sind neu. Sei zusammen mit ihnen neu. Scheuche Ideen aus dem Dickicht deines Geistes auf. Nähre knospende Ideen. Sie sind da. Ideen sind Gelegenheiten, die deines Weges kommen. Alte Ideen dienten weiland einem Zweck, jetzt aber sind sie dir im Weg. Sie verhärten deine Arterien.
Es ist gut, beständig zu sein, gleichwohl nicht auf Kosten von Wachstum. Sei feste darin, neue Gedanken willkommen zu heißen. Gib ihnen eine Chance. So geht es, jung zu sein. Lasse neue Ideen herein. Lasse sie herein, und lasse sie hinaus. Schlage Kapital aus neuen Ideen. Lasse deine Ideen sprießen. Lasse sie zärtlich sein.
Was im Leben ist in der Welt in Stein gemeißelt? Was in der Welt ist unauslöschlich? Ich daure an, Geliebte, und ihr ebenso. Wahrheit ist ewig, gleichwohl kann es durchaus sein, dass du noch nicht zur Wahrheit gelangt bist. Wahrheit ist unantastbar, nicht aber eure Gedanken. Liebe ist unantastbar. Obschon ihr eine Ahnung habt, werdet ihr wohl noch nicht erkennen, was Liebe ist. Ihr habt bloß einen teilweisen Fingerabdruck.
Denkt ihr nun nicht, es sei eine gute Idee, altes Denken los zu lassen, oder zumindest den Weizen von dem Streu zu trennen? Sortiert eure Gedanken aus wie Kleider im Schrank, und behaltet bloß jene, welche euch schön machen.