Das Leben ist gut
Gott redete …
Zärtlich ist das Herz Gottes.
Und doch, etliche Meiner Kinder sehen Mich, von Zeit zu Zeit oder ihr ganzes Leben hindurch, als ein Ungeheuer, welches ihnen in die Quere zu kommen scheint.
Es ist gut, sich zu entsinnen, dass Ich an eurer Seite bin, gleichsam als gäbe es Seiten. Es liegt euch oder irgendwem nicht Vorteilhaftes an, die Auffassung bei euch zu tragen, Ich sei euch gegenläufig.
Das Leben ist nicht dauernd eine leichte Spazierfahrt. Dies ist kein Geheimnis. Vielleicht seid ihr über die Schwierigkeiten hergefallen, die ihr erlebt, unter Ausschluss eurer Segnungen.
Ich weiß, was ihr fühlt und wie ihr euch fühlt. Es zählt zu den schwersten Dingen in euren Veranschlagungen, ein Kind zu verlieren. Ich bin Mir durchaus des Schmerzes gewahr, den dies erzeugt. Ich schüttele das nicht ab, ihr Lieben. Ich bin nicht hartherzig, wenn Ich sehen muss, dass ihr eurem eigenen Herzen etwas tut.
Sofern du dein Kind ein Jahr hindurch, oder zwanzig oder fünfzig Jahre hindurch, in den Armen gehalten hast, möchtest du dich dann nicht der Tage und Jahre erfreuen, die dir beschert worden sind? Die Alternative könnte heißen, dass du dein hinweg-gewalltes Kind niemals geboren hättest. Ist dies, wofür du dich entschiedest? Ich denke, nicht.
Es geht um großen Schmerz, der auf der Erde erlebt wird. Jeder weiß das. Denkst du, ich wüsste das nicht?
Ich mache Mich nicht auf, euch wehzutun. Der Tod etwa erscheint euch als das schlimmste Ding auf Erden. Diese Auffassung überkommt zu euren Lasten, ihr Lieben, ihr seht den Tod als einen Gegner. Dies ist ein Missgriff des Intellekts.
Ihr könnt nicht glauben, dass solch ein Hieb wie einen geliebten Angehörigen verlieren euch widerfahren könne. Ihr würdet gerne den Tod umgehen oder ihn vom Antlitz der Erde tilgen, wenn ihr könntet. Ihr würdet gerne den Tod auswischen, sodass niemand mehr leiden würde.
Ich spiele es nicht herunter, was ihr durchmacht. So wie ihr Verlust wahrnehmt, könnt ihr bloß leiden. Der Tod eurer Lieben ist euch unerträglich vorzustellen, ganz zu schweigen davon, ihn zu erleben. Ihr Lieben, sowie ihr leidet, stellt ihr euch darin durch.
Emotionen leisten Gedanken Folge. Eure Wahrnehmung des Todes ist der Übeltäter. Eure Überzeugungen sind der Übeltäter. Euch ist die Anschauung eingeimpft worden, Einbuße sei mit Leiden gleichzusetzen. Ihr wuchst mit jener Idee auf. Etliche könnten vorbringen, ihr wärt mit ihr geboren, denn als kleines Kind schriet ihr bei dem Abhandenkommen eures Spielzeuglastwagens oder eurer Puppe.
Der Tod ist Teil des Lebens. Er ist ein normaler Teil des Lebens. Im Leben ist Fließen das gegebene. Was, Geliebte, bleibt im Leben gleich? Die Flut kommt herein, und die Flut geht hinaus. Ihr könnt den Gezeiten nicht Einhalt gebieten.
Irgendwie, auf die eine oder andere Weise - kommt über die Auffassung hinweg, beides, sowohl das Leben wie der Tod, stelle eine Bestrafung dar. Verlust erleiden ist eine Idee. Es ist eine Idee, mit der du ununterbrochen einhergingst. Es gibt jene Leute, die sich gerne hören lassen, Schmerzhaftigkeit sei die Natur des Lebens und des Todes. Wer ist es, der eurem Herzen wehtut? Mit Sicherheit seid ihr dabei zum wenigsten mit ein Partner.
Die Lebensnatur ist Freude, nicht Leiden. Suche dir etwas aus. Es ist eine erzählte Geschichte, dass du leidest. Du hast die Geschichte gekauft. Du hältst sie aufrecht, als ob du dich nicht irren könntest.
Geliebte, es gibt keine Eigentümerschaft, und demzufolge gibt es keinen Verlust.
Ehrt euer Herz, das ihr als gebrochen erblickt und habt zur Genüge euer Heulen. Heult euer Herz heraus. Ihr wisst nicht, was sonst zu tun ist.
Sobald sich ein geliebter Mensch in voller Absicht von euch löst, betrauert ihr dies wie etwas, was dem Tod gleich ist. Er ist am Leben, und du findest Ursache, zu trauern, denn er ist dir ganz offensichtlich abhanden gekommen. Du heulst darüber, was hätte sein können. Du weinst um das, was deinem Wunsch nach gewesen wäre und gewesen hätte sein können, wenn es bloß hätte sein können.
Du heulst nicht für immer.
Ich habe die Welt sagen hören, dass ihr über Verlust nie hinwegkommen könnt. Ich verstehe, was darunter gemeint ist, gleichwohl ist allzu langes Leiden nicht kostbar. Mische dich nicht länger auf. Sei dein eigener Freund. Liebe dich selber überdies. Liebe mehr, als dich anzuheften.
Das Leben ist ein aufgeschlagenes Buch. Es sind da blanke Seiten, die noch beschrieben gehören. Schreibe etwas hin wie:
„Daraufhin hob ich meinen Kopf. Ich blickte um mich und sah aufs Neue, mit höherer Sicht und Einsicht, ich stand auf und begann zu gehen. Verwundert hörte ich mich sagen: 'Das Leben Ist Gut'.“