DIE REGENTSCHAFT DES FRIEDENS
Gott redete …
Wir haben eine Revolution. Es ist eine friedliche Revolution. Kein Streik. Nicht einmal ein Sitzstreik. Es ist Seien. Das Seien bahnt sich seinen Weg durch die Zwietracht. Im Seienshaften, was kann es da an Unfrieden geben?
Ihr habt wohl stets nach Frieden gestrebt, euch nach ihm gesehnt, ihr seid gegen Aufruhr angegangen. Mit eurem Kampf für Frieden hat es nicht geklappt. Euer Sehnen nach Frieden wird Wirklichkeit, so Friede innen in euch aufwallt, so er das Ego überschwemmt, so er den Nonsense in der Welt übersteigt. Euer Anlangen beim Frieden bringt Friede herbei. Seht euch nicht nach ihm von der Welt herrührend um. Die Welt wird sein, was du möchtest, sobald du bist, was du möchtest, und was du möchtest, ist nicht ein Waffenstillstand, ist nicht ein Abdanken kriegerischer Handlungen, sondern eine Ankunft beim Frieden, eine Eintracht des Friedens, die Regentschaft des Friedens.
Die Herrschaft des Friedens bedeutet nicht insgesamt zur Deckung gebrachte Übereinstimmung. Die Regentschaft des Friedens ist anerkennendes Geltenlassen, ein freundliches Auge, ein sich lichtendes Auge angesichts des Fakts, dass selbst im Nicht-Einvernehmen Einssein zu liegen kommt. Heruntergekocht gereicht es zu Folgendem:
Sobald du dich nach der Einheit des Friedens umtust, wirst du ihn ausfindig machen. Er wird tagen. Dich nach Einung umsehen ist die Waffen niederlegen. Keine Handgreiflichkeiten mehr, da dich ein Aufstand, dich in Streitereien hinein zu begeben, nicht mehr länger reizt. Du sehnst dich mehr nach Friede denn nach Reizungen. Du erringst und schenkst Frieden, jenem den Vorrang vor Erregung gebend.
Du gerätst weniger zu einem Reakteur und mehr zu einem Inempfangnehmenden von verstehendem Nachvollziehen-Können. Du versuchst nicht mehr, etwas zu beweisen, so etwa, dass du recht habest oder dass dir Unrecht getan worden sei.
Hier geht es nicht um einen Friedensvertrag oder um ein Gipfeltreffen. Hier geht es um die Sicht aus einem umfassenderen Blickwinkel her.
Dies bedeutet nicht, dass du zu einem Zugeständnisse machenden Menschen ausartest. Es bedeutet, du lässt das los, was dir nicht mehr zwingend notwendig erscheint. Du trägst nicht länger Herumkommandier-Instinkte mit dir herum. Du hast nicht mehr länger die Anschauung von Dominanz oder Unterwerfung inne, denn keines von beiden ist Friede. Friede ist In-Ordnung-So-Sein. Du bist nicht mehr an Unterschiedlichkeiten oder an Gemeinsamkeiten festgeklebt. Hier geht es nicht um unaufrichtige Einvernehmlichkeit. Nicht einmal um Kompromisse. Krieg lässt dich Kompromisse machen. Friede nicht.
Was bedeutet es, dass jeder du selber, oder dass jeder dein Bruder oder dass Friede nahebei ist? Krieg vermag das Einssein nicht zu betreten. Ohne Gewahren des Einsseins kommt Selbstsucht auf. Im Egoismus ist ein Empfinden des Nicht-Genug gewärtig. Da ist jenes Empfinden zuhanden, du müssest das größere Stück Kuchen haben, oder ein größeres Stück Land, oder du müssest dir etwas nehmen, um hinzuzugewinnen. Nehmen ist das Gegenteil von erlangen. An sich reißen ist nachgerade nicht hinzuerlangen.
Geliebte, Meine Geliebten, Friede ist ein fantastischer Zuwachs. Die Friedenssuppe ist drauf und dran, goldrichtig zu sein. Sie ist genug gerührt worden. Jetzt ist es an der Suppe des Lebens, in guter Gesellschaft genossen zu werden.
Oder erachtet das Leben - an der Stelle der Suppe - wie ein Lied. Das Lied ist für Jeden. Jeder kann das singen, was jemand hingeschrieben hat. Es gibt keine Lieder-Polizei, da und dort, die ansagt, dass es dir nicht anliege, zu singen. Lieder sind angelegt, gesungen zu werden. Es ist natürlich, eine Gesangsweise zu Gehör zu bringen. Wer eignet ein Lied und bis zu welchem Grad?
Aber hier die Story: Ihr seid in einem Körper, der heiß und kalt wird. Manchmal ist es ihm derart kalt, dass er ein Feuer anmacht und dass Flammen hervorschießen. Ich versichere euch, dass die Seele, die in dem herumreisenden Leib existiert, kein Feuer legt. Die Feuer, die ihr legt, sind physische Reaktionen. Ihr könnt diese Reaktionen Emotionen nennen. Einzig physische Körper werden durch gemutmaßte Rechte entnervt. Seelen denken nicht: „Dies ist mein Platz, nicht der deine. Der deine ist da drüben, nicht hier.“ Seelen, und dies schließt deine Seele mit ein, denken niemals: „Ihr könnt euch hier nicht hinsetzen. Ihr habt irgendwo anders Platz zu nehmen. Oder verschafft euch eure eigenen Wasserrechte.“
Was kann Ich euch sagen, außer euch anzuempfehlen, dass ihr aus dem alten Denken herausgelangt, welches euch nicht gut zustatten kommt. Dies ist der revolutionäre Umschwung, von dem Ich rede. Anstelle des Abraums des Krieges trägt diese Revolution die gute Frucht des Friedens.