DAS LETZTE KUCHENSTÜCK
Gott redete:
Dein Herz verschließen ist, wie selbstbezogener und selbstbezogener werden umzusetzen geht. Halte dich selber drinnen und jemand anderen draußen. Dies wird das Motto derjenigen sein, die sich selber zu jeder Zeit als zuvorderst verkünden. Sie werden Selbstbezogenheit mit Überleben gleichgesetzt haben. Was kann dein abgeschiedenes Herz schützen denn anderes sein als eine nettere Leuchte, um Selbstsüchtigkeit einzustecken?
Geliebte, sobald ihr euer Herz schützt, wehrt ihr euch selber eure eigene Liebe ab.
Liebt euch selbst, verpulvert freilich nicht Liebe auf euch selber. Nehmt euch euer an. Lebt in der Welt, und macht sie zu einer Welt der Liebe. Macht euch nichts aus Entschuldigungen. Es gibt Millionen Ausflüchte. In jeder Minute des Tages sucht ihr euch Selbstsüchtigkeit oder Liebe aus. Lasst uns das eingestehen. Selbstischsein ist nicht Liebe. Egoistischsein kommt von einer Aufwallung an Bedürftigkeit her. Sobald du dich nicht mehr länger als bedürftig wahrnimmst, wirst du nicht auf eine Weise handeln, die man als selbstbezogen erachtet. Wir reden gerade über dich und nicht über sonstwen.
Du kannst einen Drang nach dem letzten Kuchenstück haben und darum wissen, dass es dir ohne es ohne Weiteres gut geht. Du hast es nicht zu haben. Dein Überleben ist auf es nicht angewiesen. Du bedarfst der stoßweisen nachgiebigen Haltung nicht, die es dir rüberreicht. Du bist in der Lage, das letzte Kuchenstück in zwei Teile zu schneiden oder es insgesamt einem Anderen zu geben, dem es noch mehr nach ihm ist als dir. Was hast du aufgegeben?
Sei dir beim Es-Dir-Erklären-Können ganz sicher darin, dass Nicht-Selbstbezogenheit nicht Opfer-Sein meint. Uneigennützig bedeutet bedenken, was du freisinnig aus deinem Herzen heraus geben kannst. Es ist deinem Köcher einen Pfeil hinzutun, nicht, einen wegnehmen. Jemand, der aus Stärke und nicht aus Schwäche aus seinem Herzen heraus gibt, opfert sich nicht. Er erteilt sich selber keine Absage. Er erfüllt sich selbst.
Alle haben vom Teilen gehört. Es ist gut, zu teilen. Derweil teilt ihr nicht, um zu teilen. Teilen ist euch etwas Natürliches, selbst wenn ihr niemals etwas von dem Erlass, zu teilen, vernommen habt. In der Welt sind die Dinge von der Art – sobald nicht alles rundum gemein ist, ist das unnatürlich. Wenn du einen Brunnen hast, ist es natürlich, Anderen Wasser zum Trinken zu geben. Wenn du einen Brunnen hast und Anderen nichts gibst, entziehst du Anderen, was von Anfang an nicht das deinige war.
Du wirst zu dir selber sagen: „Warum sollte ich mein Wasser mit einem Fremden teilen? Es kann sein, er verkleckert es.“
An dem Punkt ist eine unerträgliche Frage zur Stelle: Was wäre, wenn du dich in der Wüste befändest, und es gäbe nur noch etliche Tropfen Wasser, die übrigblieben, würdest du dann die Tropfen für dich behalten? Niemand kennt die Antwort im Voraus. Dir ist es noch nicht klar, was für eine Großherzigkeit im Kern von dir zu liegen kommt. Sobald dein Herz einem Vis-à-vis Wasser geben möchte, sobald es sich wirklich dafür entscheidet, worin kann da Sich-Opfern zu liegen kommen?
Ich mache den Vorschlag, dass du dich nicht in einer Wüste ohne ausreichend Wasser aufhalten siehst, und falls das irgendwie das Gegebene ist, mache Ich den Vorschlag, dass du eine weitere Wasserquelle auftust, um dich selber und die Anderen gemeinsam mit dir üppig mit dem Nass zu überschütten.
Ich halte es für möglich, dass es, falls niemand je selbstbezogen gewesen wäre, stets hinreichend Wasser für Alle gegeben hätte. Und, hinreichend - dies nimmt im Herzen seinen Anfang. Es ist das Herz, das genug zu haben hat. Es ist das Herz, das knapp dran war.
Glücklichsein liegt nicht in Selbstbezogenheit. Eigennutz ist ein Thronanwärter. Wenn du egoistisch bist, hältst du dich an dir selber schadlos. Wenn du egoistisch bist, bist du nicht gut zu dir selber. Du behältst von dir selber ein. Eigennutz ist kurzsichtig. In Wirklichkeit ist Selbstsucht blind. Und du bist jemand, der mit deinen Augen und deinem Herzen, welche weit offen stehen, imstande ist zu sehen.