DAS HEILMITTEL
Jedwedes äußere Verfechten und jegliche streithafte Uneinigkeit sind inwendig in dir. Es bist unentwegt du selber, mit dem du ringst. Du warst dein eigener Gegner. Du kämpfst, einerlei was die augenscheinliche Ursache für die Uneinigkeit darstellt, du kämpfst mit dir selber. Das mag nicht einleuchtend sein, da jemand, den du wahrgenommen hast, er stehe dir kreuzweise gegenüber, dich anzugreifen und mit dir einen Streit zu beginnen schien. Dennoch gibt es fürwahr etwas in dir selber, mit dem du dich in Streit befindest.
Da ist etwas, was du nicht los lässt. Jenes Etwas ist inwendig in dir. Du bist der Einwände Erhebende. Du hältst dagegen. Du bist die Streitigkeit. Es liegt alles inwendig in dir. Du bist der Halter der Streitigkeit, und du möchtest sie nicht los lassen. Die Umstände, die Leute, die damit befasst sind, sie mögen alle recht unterschiedlich sein, und doch ist die Streitigkeit eine Wiederbelebung einer Streitigkeit inwendig in dir.
Falls Ich Mir die Worte für die Streitigkeit, die du verfolgst, aussuchen, falls Ich Mir die Frage auswählen sollte, die du vor dich hin stelltest und die du als unterbelichtet erachtetest, falls Wir wirklich bei der Untersuchung eines jeden Bisschens Ärger, den du jemals hattest, zur Sache kämen, würde es sich um Folgendes handeln: „Bin ich hinlänglich geliebt? Habe ich genug geliebt? Ich habe hinreichend geliebt zu werden. Ich stelle die Forderung auf, hinreichend geliebt zu werden.“
Stimmt das nicht? Stimmt das nicht für dich?
Worin, Geliebte, besteht das Heilmittel? Es lautet, zu erkennen, dass ihr geliebt und dass ihr hinlänglich geliebt seid. Es gibt für euch nichts einzufordern. Schlicht und einfach, wer immer es auch ist, bei dem ihr aufgebracht seid, er hat euch nicht die Ehrerbietung aufgeboten, nach der ihr lechzt und es euch verlangt.
Die gute Sache hierbei ist, dass ihr wisst, dass ihr euch verdient macht. Ja, ihr macht euch verdient. Ja, natürlich, ihr macht euch verdient. Nehmt euch also selber an die Hand und bejaht, dass ihr alle Liebe im Himmel habt. Sie ist insgesamt euer. Kommt von der Auffassung weg, dass Andere euch die Ehrerbietung zureichen sollten, auf die ihr aus seid. In Wahrheit, falls ihr euch selber die Ehrerbietung reichtet, die ihr erstrebt und um die ihr euch verdient macht, worüber käme es dann zu einem Übelnehmen? Denkt einen Augenblick nach. Begreift, ihr habt all die Liebe, die existiert. Ihr habt Meine Liebe und alle Liebe im Himmel. Ihr habt ewige und unendliche Liebe, und ihr seid das. Nun also, seid es.
So wie ihr euch in eurem Gewahrsein erhebt, so werden es auch jene tun, die sich mit euch streiten. Sie schreien wegen des gleichen Erweises von Liebe auf, dessentwegen ihr aufschriet. Liebt jene, die sich euch entgegenstellen. Liebt sie in aller Stille, und es wird nichts zum Streiten geben. Der Preis fürs Nicht Geliebt Werden oder fürs Hinreichend Geliebt Werden ist zu hoch. Gebt drein. Billigt zu, und kommt mit dem Leben voran. Macht in eurem Herzen ausfindig, Minderes als Liebe aus eurem Herzen zu beseitigen. Haltet nicht an der verdeckt zuhandenen Vorstellung fest, ihr wärt nicht ausreichend geliebt.
In der Begrifflichkeit der Welt ist der Bedarf nach Liebe als die Ego-Bedürftigkeit nach Liebe ausgewiesen. Das Ego hat eine dürftige Umgrenzung. Du, der du, jetzt eben in dieser Minute, Mein schönes Kind auf Erden bist, wirst zu dem, wie du im Himmel bist, wo du all die Liebe im Himmel hast, und wo du weißt, dass du sie hast. Da besteht keinerlei Frage.
Die erhabenen Spirituellen Seinswesen auf Erden, namentlich bekannt oder nicht, verausgabten ihre Herzen und Seelen nicht mit Gedanken-Gelichter. Sie veredelten sich kraft ihrer Gedanken. Sie waren Menschenseinswesen. Sie waren nicht vornehmer als du, ausgenommen in ihren Gedanken. Sie stellten keine Forderungen nach Liebe. Sie liebten. Sie hatten es nicht nötig, dass man sich ihnen zu widmen hätte, und dennoch hat man sich ihrer angenommen. Sie sprachen, und ihnen wurde gelauscht. Ihre Gedanken waren nicht gewöhnliche Gedanken der Welt. Noch auch müssen deine Gedanken die gewöhnlichen Gedanken der Welt sein.
Der gewöhnliche Gedanke gewöhnlicher Menschen auf der Erde ist: „Ich, ich, ich.“ Da sie sich selber noch nicht lieben, müssen sie protestieren, dass ihnen nicht die Anerkennung gezollt werde, und demnach fordern sie den Nachweis von Liebe ein, daher stampfen sie mit dem Fuß auf und erheben ihre Stimme, sie fordern, dass der Mensch, der ihnen gegenüber steht, die erforderliche Dosis Liebe übermittelt.
Biete deine Liebe als erstes dar. Biete sie still dar, und das Konzept der Gegnerschaft wird nicht mehr länger präsent sein. Es wird nicht mehr existieren.