GOTT ZUVÖRDERST
Gott zuerst. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass es die Wahrheit ist. Alles kommt von Mir her. Die Macht und die Ehre sind Mein. Ich kümmere Mich in keiner Weise um Macht und Ehre. Mir geht es um Wahrheit. Und Ich schere Mich um dich. Das ist für dich schwer zu begreifen, dass Ich Mich kümmere, und dass du dessen wert bist.
Alles Heilen rührt von Mir her. Aller Reichtum. Jedes Talent. Alle Schönheit. Jede Intelligenz. Alle Kinder. Alle Wahrheit. Alles von eurem Einen Vater. Das ist die Wahrheit.
All euer Gelingen ist Mein. Von wem denn, meintet ihr?
Also stellt ihr demnach die Frage: „Wie steht es um meine Fehlschläge? Wie steht es um meinen Schmerz? Sind sie ebenfalls von Dir?“
Ich habe ein Kind, und es machte sich auf zu einer Reise. Ich gab ihm einen Rucksack mit mit allem, was es benötigt, um die Reise zu bestehen. Unterwegs vergaß es seinen Rucksack. Es hat seine eigenen Ideen. Es schlendert hier und da umher, und alles entspricht nicht seinem Willen.
Mein Wille lautet, dass es seine Reise macht und zu Mir zurückkehrt.
Es verfängt sich in dem Wie und dem Warum und in der Länge der Reise und den Tücken unterwegs.
Es hat Erwartungen, und sobald ihnen nicht nachgekommen wird, ist es verdrossen. Sein Verdrießlichsein ist seine Tücke. Das war in seinem Rucksack nicht enthalten.
Nach einer gewissen Zeit erinnert er sich an seinen Rucksack, und er lässt es sich von ihm schmecken, er bekommt frischen Mut und wird gestärkt.
Er war allzu geschäftig, um die Schilder unterwegs zu lesen, um sie zu deuten, versessen auf Hemmnisse und Einbahnstraßen-Schilder und all den Beschwerlichkeiten, die bei ihm vorstellig werden.
Während er das eine oder andere an Snacks aus dem Rucksack isst, was Ich ihm gegeben habe, gerät seine Sicht klarer und damit ist sein Weg übersichtlicher.
Er sieht, dass die holperige Straße ihn ebenso zu seiner Bestimmung führt, wie es die glatte tut.
Während er seine Reise fortsetzt, hebt er an zu sehen, dass es gar keine rumpeligen Straßen gibt. Was seinem Dafürhalten nach Dellen waren, waren Schatz-Halden, die für ihn unterwegs dagelassen wurden. Er hatte bis zu den Tiefen von ihnen hinein zu schauen. Stattdessen kickte er sie an und tat sich am Fuß weh. Aber er musste nicht nach ihnen treten. Er musste sich seinen Fuß nicht wehtun.
Als Mein Sohn, der Reisende, seine Sicht hinzuerlangte, ist für ihn der Weg freigeräumt. Das Terrain mag das gleiche sein, aber er ist nicht der gleiche. Er wird zu Meinem Reisenden, und er sieht weiter.
Die Zeit ist nicht weit hin, wann er anerkennt, dass seine Reise ein Traum war. Der ganze Ausflug war nichts anderes als ein Traum. Er erschuf seine eigene Realität, und er vergaß die Meine.
Er verließ sich auf seine Sicht und auf die der Welt, und damit verließ er sich auf Spärliches.
Er sah das Gestrüpp. Er sah die scharfen Steine. Er sah die Selbigkeit.
Als er freilich beschied hochzusehen, sieht er des Tags die Sonne und des Nachts die Sterne, und er sieht Horizonte, und er macht seinen Rucksack ganz auf und hat Mich im Blick. Hier bin Ich. Bei ihm unterwegs in seinem ungeöffneten oder teilweise geöffneten Rucksack.
Räume einen Augenblick lang ein, dass deine Deutungen des Lebens, das dir widerfährt – das Leben, das dich deiner Vorstellung nach befiel – vielleicht falsch aufgefasst wurde. Wische dir die Augen aus. Radiere die Illusion aus. Die Sirenen und Ambulanzen und Polizeiautos, die Gerichtshöfe und Rechtsanwälte, die Streitfälle und Krankheit waren deine Bilder, die herumliefen. Sieh über deine anfänglichen Bilder hinaus. Nimm sie aus ihrem Rahmen heraus.
Sieh Mich mehr. Sieh Mich ein wenig.
Fühle Mich mehr. Fühle gar ein wenig von Meiner Liebe für dich, denn selbst ein winziger flüchtiger Eindruck von Meiner Liebe wird dir Kraft geben. Aus diesem Grund bist du auf der Reise, um einen flüchtigen Blick von Mir zu erheischen, um noch einen weiteren flüchtigen Blick von Mir zu erheischen, um vor dir das gewaltige Licht der Liebe aus Meinen Augen zu sehen. Schaue nach innen, und ein riesiger Spiegel wird sich auftun, in welchem du Mich sehen wirst, wie Ich aus deinen Augen heraus sehe, und du wirst Mich sehen, wie Ich in die deinen sehe, denn Unsere Augen treffen aufeinander, und du wirst Mich sehen, und du wirst die Freude erkennen, die du übersehen hast, derweil du auf deine Füße schautest und dorthin, wo sie deiner Auffassung nach seien.
Gehe weiter. Wisse, dass Mein Licht vor dir ist. Wisse, dass dein Weg erhellt ist, und dass Ich ihn für dich beleuchte.