DIE GEZEIT GOTTES
Heute bist du Gottes reiner Geist, unbelastet von der Vergangenheit. Du wachst unbefleckt auf. Du wachst zu Mir auf.
Es bin Ich, Der dich aufweckt. Die Gezeit Gottes weckst dich auf, nicht anders wie der Mond an den Meeren zieht. Ich ziehe dich zu Mir. „Wach auf, wach auf!“, sage Ich. Und du ziehst die Decken der Vergangenheit weg und erkennst, dass du zu Mir, und nicht zu den Gedanken der Vergangenheit aufgewacht bist.
Für einen Augenblick lang wachst du eher zu dem Empfinden des Einsseins mit Mir auf, denn zu den Ach's und Weh's des kummervollen Bereuens dessen, was getan oder was nicht getan ist, oder zur Verzweiflung darüber, was doch schlechterdings getan oder sich zuzutragen gehöre.
Bedauernder Kummer und Verzagen sind von gleicher Art. Bedauern hält zurück, und Verzagen blickt in die Zukunft. Unser Empfinden des Einsseins ist weder ein Verschiebender noch ein Verweiler, obschon du dich dieses Gewahrseins immer und ewig erfreuen kannst.
Entsinne dich, Gewahrsein ist kein Gedanke.
Du hast eine Nase, aber du denkst nicht dauernd: „Ich habe eine Nase.“
Du hast einen Gott, allgegenwärtig, allsehend, all-Seiend. Du hast Mich immer. Dein Gewahrsein von Mir ist wie deinen ermatteten Körper in eine Wanne mit warmem Wasser hinein absenken. Es ist wie aus dem Bad heraussteigen in ein großes angewärmtes Badetuch hinein. Es ist wie das Ausgießen von Duftöl auf deine Haut. Es ist wie in Seide angezogen werden. Es ist wie in die frische Luft hinausgehen und sie einatmen. Es ist wie eine Brise, die an deiner Wange derart hold vorbeistreicht, dass dir nur Erstaunen bleibt. Es ist, wie wenn deine Augen die Bänder der Dämmerung im Blick haben. Es ist wie ein Ah eines Liedanfanges, das sich aus deiner willigen Kehle erhebt und wie die Sonne selbst das Gesamt des Universums umfängt.
Der eine Ton des Einsseins dringt aus deiner Kehle hervor, als wärst du ein Vogel Gottes, der nichts anderes zu tun hat, als Seine Größe zu besingen. Und dieser Vogel Gottes singt sich selber und allen, die ihn hören können, Gottes Lied.
Gewahrsein von Mir ist ein Verständnis. Es ist eine Basis. Es ist eine Anerkennung des Gottes, der zufrieden auf dein Leben sieht. Es ist eine Akzeptanz deiner eigenen Aura, denn sie ist Mein Licht, welches in dich und um dich herum scheint. Lasse deine Aura größer sein. Bejahe das Licht, das Ich dir zureiche. Es ist 360-Grad-Licht. Es leuchtet unten, neben und oben. Es verschmilzt mit dem Licht oben, und mithin scheinen Mein Licht und dein eigenes auf dich. Du aalst dich in dem Lichte Gottes. Du bist niemals ohne es. Du trägst deine eigene Sonne inwendig in dir. Du bist der Sonne ein Satellit. Du bist eine Sonne, die zur Sonne scheint.
Er, Der dir den Atem gab, raubt dir in der Köstlichkeit seines Gewahrseins von Ihm und von Seiner Schöpfung den Atem. Du atmest tief von der Atemlosigkeit deiner Ehrfurcht ein. Deine wohlige Ehrfurcht ist eine Fortführung des Ah's deiner singenden Kehle, welches sie beim Dämmern deines Gewahrseins herausgesungen hat.
Und Ich singe dir Mein Lied. Ich habe damit nie aufgehört. Du liest Meinen einen Ton auf, und er dringt aus deiner Kehle hervor. Du singst Mein Lied, das du hörst. Lasse Mich nie aus deinem Hörkreis raus. Lasse Mich nie aus deiner Sichtweite. Fasse Mein Herz an. Koste Meine Liebe. Atme den Duft von Mir ein und höre auf, dich zu wundern, woher er kommt. Es reicht zu wissen, dass Alle Schönheit von Mir herrührt.
Deine irdischen Sinne sind wie fünf Ströme, die in einem Ozean aufeinandertreffen. Sie strömen von Gott her und strömen zu Ihm zurück. Es ist eine Schleife, jene Gott-Beinahe-Erfahrung.
Du kannst Gott nicht wie ein Baseball-Spiel erleben. Du kannst Mich nicht erfahren, wie du ein Festmahl am Tisch erlebst. Aber du kannst Mich wie das Glühen in deinen Augen erleben, die der Partie zusehen und das Festessen verspeisen. Ich sehe in deine Augen, und Ich sehe von ihnen her.
Wir sind die Schleife der Liebe, die sich endlos schlängelt und sich selber findet.