DU BIST HIER
Entsinne dich, du hast dich nicht in der Knechtschaft der Gegebenheiten des Lebens zu befinden. Du hast nicht rauf und runter zu laufen. Was auch passiert, es ist rastlos. Die äußeren Umstände werden nicht andauern. Voller Freude oder ohne Freude, sie verflüchtigen sich. Du hast dir selbst nicht stattzugeben, durch sie ins Schwanken gebracht zu werden. Sie werden kommen und gehen. Du bist nicht auf die Gnade schierer Vorkommnisse angewiesen.
Ich weiß sehr wohl, dass du durch Vorkommnisse ins Schwanken gerätst. Deine Gefühle werden verletzt oder gelindert, auf deinem Ego wird herum getreten oder es wird erhöht. Dein Herz sinkt oder schwillt an oder bricht. Indessen heilt dein Herz immer. Welchen Nutzen hat Herzeleid, während doch auch jenes eine vorübergehende Sache darstellt?
Jedoch wirst du immer weniger durch die Vorkommnisse, die um dich herum sind, niedergeworfen, stimmst du dem zu? Was erbringt den Unterschied? Nein, nicht dass du verhärtet bist. Du bist weicher geworden. Die Zeit wird kommen, wann du deine Mächtigkeit erkennen wirst, und du wirst sehen, nicht bloß, dass es nichts gibt, was du nicht unbeschädigt durchlaufen kannst, sondern dass es nichts gab, um es zu durchlaufen. Wolken zogen vorüber, das ist alles, sie machten Schatten. Selbst in den Nachtzeiten des Lebens bist du unabgedunkelt.
Du bist nicht der Bürgersteig, auf dem du gehst. Du bist nicht die Spur in dem Wald. Du bist nicht die Zweige, die gegen dich schlagen. Du bist nicht die Luftwellen. Du bist weder die Klänge noch die Ausblicke. Und dennoch bist du alles davon.
Du, der du formlos bist, trittst in unterschiedlichen Menschlichen Formen in Erscheinung. Ach weh, einige der Formen sagen zu dir Buh.
Dir wurde der freie Wille als Segen gegeben. Du siehst ihn als einen vermischten Segen. Du möchtest den freien Willen, aber du möchtest immer Recht haben.
Währenddessen du den freien Willen hast, dich zu fürchten und zu leiden, hast du auch den freien Willen, Angst und Leiden los zu lassen. Du kannst sie zu jeder Zeit entlassen. Dann wirst du erkennen, was es ist, frei zu sein.
Wenn es keine Angst gibt, welchen Bedarf an Kühnheit hast du dann? Ohne Bedürftigkeit weder für Angst noch für Kühnheit kannst du sodann einfach sein. Durch dick und dünn kannst du einfach sein.
Habe Angst vor Schwielen an deinen Fersen, und du wirst meilenweit gehen, um dich davon abzulenken. Lasse Angst gehen, und nichts wird dich ablenken.
Bestimmt, du würdest die Angst los lassen, wenn du bloß könntest, wenn du bloß wüsstest wie. Obschon du genau weißt, dass deine Ängste ungerechtfertigt sind, stellst du dich nach wie vor durch sie durch. Du hast die Angst eingefangen, und nunmehr kannst du sie gehen lassen. Du lässt sie gehen, indem du sie gehen lässt.
Du kannst dir einen Mantel anziehen, und du kannst ihn ausziehen. Du kannst dich selbst aufwärmen, und du kannst dich selbst abkühlen. Du kannst sitzen und kannst stehen. Du kannst dich fürchten und dich nicht fürchten. Was gibt es, was du nicht kannst? Was gibt es, was du nicht getan hast?
Das Leben rund um dich herum ist das Leben rund um dich herum. Das ist alles, was es ist. Du bist nicht so von ihm abhängig, wie du es gedacht hast.
Falls du nach links gehst, bist du immer noch du. Falls du nach rechts gehst, bist du immer noch du. Falls du geradeaus gehst, bist du immer noch du. Falls du dich herumdrehst, bist du immer noch du.
Dieses ganze Universum ist dein Zuhause. Wo immer du dich in deinem Leben befindest, du bist zuhause. Von diesem Zuhause auf der Erde her kommst du zum Himmel. Komme jetzt in deinem Herzen zu ihm. Du bist ungefährdet. Es gibt nichts, was dir passieren kann. Du bist Wellen Meiner Liebe, und du schlägst an der Küste an. Was macht es schon aus, aus welcher Richtung du herkommst, sobald du hier bist?