DER RECHTMÄSSIGE KÖNIG
Es gibt in deinem Leben Augenblicke, die folgenreicher zu sein scheinen als andere, indes sind Augenblicke Augenblicke. Wir können sagen, dass alles folgenreich ist. Wir können ebenfalls sagen, dass nichts folgenreich ist.
Ich möchte mit Bestimmtheit sagen, dass ihr folgenreich seid. Ihr seid von großer Tragweite.
Du bist ein Reisender. Deine Reisen sind voller Interesse, und sie sollen aufgezeichnet werden. Aber du bist der Reisende, der auf der Strecke reist, und der seine Bestimmung erreicht. Eine Reise ist von keiner Wichtigkeit, außer du befindest dich auf ihr. Das Gelände war immerfort da. Es war da, bevor du an es dachtest. Es war da, bevor deine Füße es beschritten. Deine Fußabdrücke werden wieder weggewaschen werden, du aber bist ewig. Mit oder ohne Spuren, du bist ewig. Mit oder ohne eine Schleppe, um sich darauf auf Reise zu begeben, du bist ewig. Reisen sind ohne dich nichts.
Du bist Bewusstheit. Du bist überschwängliche Bewusstheit. Du hast keine Ahnung davon, Wer du bist. Du magst sagen, du kennst deine Größe, aber in Wirklichkeit hast du keine Ahnung davon. Du möchtest deine Größe sehen, und du wirst vielleicht Lippenbekenntnisse zu ihr ablegen. Sofern Lippenbekenntnisse einen Stern darstellten, so gingest du an einem anderen Stern in weiter Entfernung vorbei, an einem Stern, den du kaum sehen, falls du ihn überhaupt erblicken kannst. Tatsache ist, du glaubst im Grunde genommen nicht, dass der Stern von deiner Größe da ist. Er scheint, und dennoch ist er für dich voll und ganz Hörensagen.
Vielleicht hat Vertrauen davor zu rangieren, bevor du sehen kannst. Vielleicht Gewahrsein vor Sicht. 'Sehen Ist Glauben' reicht nicht weit genug. Glaube, und du wirst sehen. Selbst bei halbem Glauben wirst du sehen. Ja, nimm Glauben in Betracht, und du wirst einen kurzen Blick erhaschen. Wie du dich doch sehnst nach einem kurzen Blick, selbst nach einer Reflexion, selbst nach einer Skizze, selbst nach einer Zeichnung im Sand der Wahrheit, die du bist!
Tief in deinem Herzen kennst du die Wahrheit von dir. Irgendwo entlang des Weges hast du dein Herz im Stich gelassen, so, als wäre es eine mindere Quantität als dein Intellekt, mehr ein illegitimer Nachfahre. Das Herz wurde zum verbannten Prinzen, und der Geist wurde der König, und der König war alles.
Vielleicht wurde der Prinz deines Herzens ins Gefängnis geworfen anstatt verbannt. Auf jeden Fall wurde es irgendwo auf die Seite verbracht und nur als ein Angedenken daran aufbewahrt, was hätte sein können. Allzu oft wird das Menschliche Herz allein für Schmerzen reserviert, allein für Verschlingungen, dies - ein Ergebnis von ignorierter Wahrheit.
Segne dein Herz, und setze es auf den Thron. Der Intellekt hat nicht abzudanken. Herz und Intellekt können ko-regieren. Sofern du jedoch den einen vor dem anderen favorisieren musst, so favorisiere den König deines Herzens. Das Herz ist nie zu täuschen. Der Intellekt des Öfteren. Lasse dein Herz dein Lenkrad sein, und den Intellekt die Radreifen, die ihm Folge leisten.
All dies sage Ich, nicht um den Intellekt zu diskreditieren. Er ist ein großartiger Angehöriger der Königsfamilie. Aber ohne das Herz ist er nichts. Das Herz kommt zuoberst. Das Herz kommt vor dem Verstand. Das Herz ist stets aufrichtig, wann es sich selbst folgt. Sobald es den Verstand vor sich stellt, ist es geschwächt. Der Verstand ist allzu oft eine Umleitung um die Wahrheit.
Der Intellekt, so oft dafür angesehen, Unterscheidungen zu betreiben, kann alles unterstützen, was er wählt, und unbeschadet daraus hervorgehen. Das Herz aber hat keine Wahlmöglichkeiten. Es kann sich bloß für die Wahrheit entscheiden, andernfalls ist es heftig angegriffen.
Dein Herz wurde aus gutem Grund in deinen Busen eingepflanzt. Das war kein Nachgedanke. Aus deinem Herzen entkam der Intellekt, nicht andersherum. Dein Geist ist dafür bestimmt, ein Diener des Herzens zu sein, frelich wurde manchmal die Hierarchie beiseite gelassen. Allzu oft ist die Hierarchie vergessen worden.
Dein Herz ist Mein Erbe. Setze den rechtmäßigen König auf den Thron. Lang lebe der König!