DAS EINSSEIN DES SEIENS
Dies ist eine jener Zeiten, wann Wir nicht viel zu sagen haben. Wir haben eine Menge zu sein. Lasst uns demnach schlicht das Seien von Uns miteinander vermengen. Lasst Uns verschmelzen. Lasst Uns, diese kurze Zeit über, einander überhaupt nicht mit Worten oder Gedanken behelligen. Gedanken sind es nicht, die zählen. Die Wahrheit ist kein Gedanke. Nicht Gedanken sind von Belang.
Sprache bringt etwas zum Ausdruck. Mehr als die Sprache, mehr als das Denken, mehr als Wörter ist das von Belang, was hinter oder unter dem Ausdruck liegt. Wörter werden nicht dafür benötigt, um die Wahrheit bekanntzumachen. Manchmal jonglieren die Wörter mit der Wahrheit oder schließen sie aus. Lasst uns schlicht eine Weile in Liebe dasitzen. Lasst uns Uns in unserer Liebe aalen, wie das Erdenbürger mit den Sonnenstrahlen tun.
Gäbe es keine Wörter und keine Syntax, so wäre die Liebe nach wie vor. Lasst Uns in einen Augenblick der Stille der Liebe eingehen. Lasst das Einssein Unseres Einen Selbst sich eingewöhnen, sodass Es sich sodann vor Unseren Augen pur erhebt. Lasst Uns in der Wahrheit und Liebe des Einsseins leben. Lasst Uns schier sein, eingetaucht in Unser Einssein.
Es ist nicht so, dass Wir Unsere Augen gegenüber etwas verschließen. Es gibt einfach sonst nichts, dem gegenüber Unsere Augen zu schließen oder zu öffnen sind. Alles, was es gibt, ist Unser Einssein des Seiens, und Wir sind in ihm durchtränkt. Nichts von Uns kann getrennt werden. Nicht einmal in einen Gedanken hinein. Es gibt kein ÜBER Uns. Es gibt nichts außerhalb von Uns, damit ein Über existiert.
Was wäre, falls du ohne Denken sehen könntest? Was wäre, falls du ohne Gedanke hinter einem Gedanken, ohne Gedanken hinter Gedanken sein würdest? Was wäre, wenn du zu nichts aufzuschließen hättest? Was wäre, wenn alles, was du hast, Einsicht wäre? Du würdest nichts von außen kennen. Du würdest jenes Konzept nicht haben. Du würdest genauso wenig das Konzept des Innen haben. Du würdest Ganzheit haben.
Du würdest in einem klaren Strom der Liebe schwimmen. Etwas anderes würdest du nicht kennen. Etwas anderes gäbe es nicht zu kennen.
Wenn du in dem klaren Strom der Liebe schwimmst, worum würdest du bitten wollen? Was würdest du wissen wollen? Es gäbe bloß Wissen. Dein tollwütiger Intellekt würde sich eine langverdiente Ruhe nehmen, und du würdest erkennen, dass du in dem Haus des Einsseins immerzu weilst.
Natürlich existiert nichts anderes. Alles, was existiert, ist Einssein und Ewigkeit. Es gibt keinen Ort, um dorthin zu gehen, und keine andere Zeit.
Was vermögen schiere Worte Unsere Schönheit und Unsere Ewigkeit heraufzubeschwören. Was kann möglicherweise das erhaschen, was für immer frei ist, und infolge jenseits der Begrenztheit dessen ist, was wir Freiheit nennen? Wenn es keine Ketten gibt, die aufzuschließen sind, wenn es keine Zellen gibt, die zu entriegeln sind, wenn es keine geschlossenen Geiste gibt, die zu öffnen sind, wo existiert dann das Konzept der Freiheit?
Alle Wörter setzen zu niedrig an.
Die Wahrheit indes ist sogar größer, als du wusstest. Sie umfängt alles. Sie umfängt das Licht namens du, und das Licht namens Ich. Einssein ist die einzige Wahrheit, die es gibt. Was gibt es da zu erörtern, unterdessen es nichts zu reden gibt?
Demnach, wenn Ich sage: Komm, setze dich eine Weile zu Mir hin, sage Ich: „Hier, schau, nimm zur Kenntnis, wo du bist. Hier bist du immerzu gewesen. Hier bin Ich immer. Dies ist Unser Einssein.“ Abgedriftet in einem Traum, hat sich dein Geist, wie ein stillliegendes Schiff, von der unumgänglichen unauslöschlichen Wahrheit Unseres Einen Selbst fortgewellt. Die Wahrheit ist - kannst du auf einem Ozean des Seiens abdriften, unterdessen du der Ozean des Seiens bist? Wie kannst du ein Teil von etwas sein, was du bist, unterdessen du alles und alles, was es gibt, bist? Wie kannst du vom Einssein abweichen, unterdessen es nirgendwo und nichts sonst gibt, um dorthin abzuweichen? Ich frage dich: Was ist da, an dem das Einssein herummachen kann?