WIE WEIT IHR REICHT
Messungen der Welt sind nur Messungen. Das Maß des Herzens, deines Herzens, kann nicht genommen werden. Es ist unmessbar, denn es ist weit. Weite kann nicht ausgemessen werden. Unendlichkeit kann weder gemessen noch kann ihr Zahlen zugeordnet werden, die man in einem Notizblock niederschreibt. Die Weite der Unendlichkeit geht über jede Skala hinaus, die der Mensch erzeugt. Alle Skalen sind menschen-gemacht.
Mit welchem Werkzeug kann das Maßlose gemessen werden? Wohin kann das Maßlose geschrieben werden? Wo wird das Maßlose aufbewahrt? In welchen Raum passt es hinein? Was kann es umfassen? Was kann ohne es sein?
Bei dem Thermometer der Weite gibt es kein oberes Ende. Es gibt keinen Spitzenpunkt, der zu erreichen ist. Bei der Weite der Unendlichkeit gibt es keine Gipfel. Es gibt keinen Ort, wohin sie sich absetzt. Sie kann nicht gekennzeichnet werden. Unter welchem Namen die Unendlichkeit auch immer läuft - Liebe, Wahrheit, Freude, Gott -, das ist der Fall.
Sahne setzt sich oben auf der Milch ab, und kann abgeschöpft werden.
Nicht so bei der Unendlichkeit der Weite. Nicht so bei dem Aufsprossen der Liebe. Nicht so beim Leben. Wie misst du dasjenige, was alles durchdringt und nicht abgesondert werden kann?
Lediglich das Körperliche kann gemessen werden. Du kannst das Beginnen und das Enden des physischen Körpers vermerken, nicht aber die Geburt des Geistes, genauso wenig wie das Abgehen des Geistes, denn er geht nie ab. Es ist der Körper, der eintrifft oder wieder weggeht. Und demnach glaubt ihr weiter an den Tod. Der Tod ist bloß ein materieller Zusatz, unterdessen das Leben des Geistes kein schriftliches Notat ist. Der Geist ['spirit' - ThB] alleine hat Leben. Es gibt keine Nichtexistenz des Geistes.
Wir können sagen, das Herz misst das Unermessliche. Dein Herz ist der beste Indikator von Wahrheit, allerdings ist Wahrheit desgleichen unermesslich. Du kannst Wahrheit nur von dort her, wo du bist, messen. Nur von Punkten im Raum und in der Zeit her kann etwas gemessen werden. Ein Anlauf, das Unermessliche zu messen, ist anfragen, was denn die Grenzen dafür, was grenzenlos ist, darstelle. Das stellt eine inakkurate Frage, die nicht beantwortet werden kann.
Was stellen Standards anderes dar außer Messungen?
Kilometer in der Stunde kann man messen, jedoch ist die Geschwindigkeit der Seele jenseits der Messens-heit.
Wie schlicht das Leben und alle seine Anhängsel doch sind, sobald du Messungen auf diese Weise anschaust!
Sobald du etwas betrittst und Messungen anstellst, hast du nur die Auswahl aus den Linien auf einer Skala oder auf einem Zollstock. Es bedarf des Physischen, um zu messen, und alles, was es messen kann, ist es selbst. Für das Maßlose gibt es kein Maßband.
Ihr versucht den Anfang und das Ende von Dingen zu ermitteln, und dennoch könnt ihr nicht mit letzter Autorität sagen, woher etwas gekommen ist oder wohin es geht.
Alles, was ihr je messen könnt, ist Illusion. Dennoch betrachtet ihr das Unermessliche als illusorisch!
Das Herz ist gut darin, Illusion zu erspüren. Wir können sagen, das Herz ist die Ausgleichsskala der Illusion. Die Bemessungsgröße des Herzens wird im Großen und Ganzen durch die Welt weder immer akzeptiert noch autorisiert, aber Ich autorisiere sie.
Das Herz ist ein Sensor, nicht so sehr eine Skala. Wir können sagen, Ich stimmte dein Herz. Ich setzte es mit dem Meinen fest. Dein Herz hält mit dem Meinen Schritt. Es läuft neben ihm. Entsinne dich, das Herz, wovon Ich spreche, ist nicht Emotion. Emotion ist endlich. Nicht das Herz.
Es existieren zahlreiche Dimensionen, freilich, dort, wo du Wohnung nimmst, ist es dimensionslos, und du bist dimensionslos.
Stellungnahmen können nicht voll und ganz wahr sein, denn sie werden in der Bemessung von Worten getroffen, und die Wahrheit ist jenseits von Bemessung, ist jenseits von Beschreibung, ist jenseits von Kartierung, jenseits von Fragmentierung, jenseits von Identifikation, jenseits von Worten.
Dasjenige, was es wert ist zu erfassen, können deine Hände nicht halten.
Urteile sind Messungen, und stets falsch. Falsch, weil sie nur einen Teil des Bildes darstellen. Sie schöpfen die Oberfläche ab. Sie lassen zu viel aus.
Und ihr befindet euch jenseits der Oberfläche. Ihr geht in die Tiefe, und ihr drängt die Erde und die Himmel in den Hintergrund und reicht bis zu den unermesslichen Himmeln. Ihr streckt euch jetzt.