DU BIST WEITAUS MEHR
Je weiter du siehst, desto selbst-enthaltener bist du, denn, je weiter du siehst, desto weniger brauchst du. Das schließt das Weniger an Mühen des Lebens mit ein. Je weiter du siehst, desto mehr umschließt du. Je mehr du umschließt, desto weniger bekümmert bist du. Die Besorgnisse werden weniger, die bei dir in deiner Einschätzung des Lebens anlangen. Sie sind nicht so groß, wie sie einmal waren, und nicht mehr so zahlreich. Das Empfinden der Besorgtheit hat seine Vorherrschaft verloren.
Eine Zeit wird kommen, wann du bei allem, was dich im Menschlichen Leben heimsucht, nicht aufgelöst bist, denn, von einem höheren Ort her, siehst du eine andere Konfiguration. Dort wo du sitzt, schlägt dabei zu Buche, was du siehst. Es erbringt den ganzen Unterschied.
Etwas, was dir vor Jahren einen großen Aufstand zeitigte, scheint jetzt nicht mehr so furchterregend oder in Beschlag nehmend zu sein. Mit Sicherheit ist es nicht mehr so monumental, wie es einst war, als du dich inmitten von ihm befandst. Demnach, während sich deine innere Vision ausweitet, bist du weniger inmitten davon. Das Leben mag das gleiche sein, aber deine Sicht hat eine höhere Unvoreingenommenheit. Du hast auf ganz natürliche Weise mehr Gelassenheit. Aufgrund deiner Sicht hat sich alles gestreckt. Es ist auf dich zu weitergekommen. Du bist der Enge entronnen.
Du befindest dich an der Vorderfront der Entdeckung. Du bist im Begriff, die Bedeutsamkeit des Lebens zu entdecken. Du entdeckst deine große Bedeutsamkeit, unterdessen du deine Sichtungen in die Gegenrichtung von Unbedeutendheit vorankommen lässt. Du machst ausfindig, dass das, was in deinem Leben passiert, beiläufig ist. Ja, Vorkommnisse auf dem Antlitz deines Lebens sind nicht dein Leben. Dein Leben ist weitaus mehr als jedwede Kleckse auf ihm.
Die Wahrheit lautet, so schwer das auch zu glauben ist: Dasjenige, was im Leben passiert, hat wenig oder nichts mit dir zu tun. Selbstverständlich war deine Prämisse, dass all das, was in deinen Bereich der Erfahrung oder des Gewahrseins hinein gerät, dein Leben darstellt. Doch ist das so, als würde jemand sagen, Kleider machen Leute. Selbstverständlich denkst du ebenfalls, dass das wahr ist, obschon du weißt, dass eine derartige Veranschlagung irreführend ist.
Und ebenso ist es mit dem Leben. Dein Leben ist im Grunde genommen nicht aus Hurra's oder Juhu's gemacht. Die Gesamtsumme deines Lebens bildet nichts, was du zusammenzählst oder von dem du etwas abziehst. Bei deinem Leben gibt es keine Plus- oder Minus-Spalte. Du bist abseits der Vorkommnisse. Sie sind nicht mehr als Autos, die vorbeifahren. Einige sind blendend. Einige sind schnell. Einige sind langsam. Einige sind verbeult. Du entnimmst deine Identität nicht den Autos, die an dir vorbeifahren. Ereignisse sind nichts mehr als etwas, was an dir vorbei geht. Sie bleiben nicht für immer. Du vergisst sie sogar nach und nach. Wie viel haben im Eigentlichen vorübergehende Vorkommnisse mit dir zu tun?
Wir können es anders anschauen. Du gehst an Kaufhäusern vorbei. Du schaust in einen Süßwarenladen. Du wirst nicht zu der Süßigkeit. Du schaust in ein Sanitätsgeschäft. Du wirst nicht zu den medizinischen Geräten in dem Schaufenster. Du blickst auf sie. Du gehst an dem vorbei, was in dein Sichtfeld gerät. Du bist nicht so stark beeinflusst durch das, was passierst. Du denkst nicht, dass alles, was du siehst, dein Leben sei.
Dein Leben ist mehr als das, was in ihm passiert. Du bist dein Leben. Du bist der Wahrnehmer von ihm. Du nimmst Leichtigkeit und du nimmst Schwere wahr. Wie bei allen Dingen hast du die Wahl. Und du kannst wählen, nicht hin und her, eben wie der Wind jetzt zu einem bestimmten Moment bläst, gepeitscht zu werden.
Du bist unerschütterlich. Du wirst nicht durch die Vorkommnisse in deinem Leben hin und her geworfen. Genauso wenig hast du das zu sein. Genauso wenig brauchst du weiterhin zu glauben, dass du verletzlich bist. Du bist kein zerbrechliches Wesen. Du bist ein mächtiges Wesen. Du bist weitaus mehr, als was einem widerfährt.