DER OZEAN DER LIEBE
Dein Leben ist eine weite Ebene. Und Alle reisen mit dir auf der gleichen neulich entdeckten Ebene. Und alle, die reisen, sind Pioniere, jene, die vor dir gereist sind, und jene, die hinter dir kommen. Du bist ein Pionier in deinem eigenen Leben, und du findest deine eigene Spur über die weite Ebene. Sie ist unkartiert. Zuweilen war es dir so, als wärest du in einem Dschungel, als würdest du mit deiner Machete den Busch niederschlagen. Und manchmal hast du gedacht, du reist auf einer Pritsche, die vom Wind getragen wird. Und manchmal hast du gedacht, du befindest dich in einem Kutschen-Rennen. Und manchmal hast du überhaupt nicht viel darüber gedacht.
Jedoch reist du auf einer weiten Ebene, allerdings bist du kutschenlos, außer du bezeichnest deinen Körper als deine Kutsche. Der Grund dabei ist, dass du dich auf dieser planen Ebene von einer solchartigen Weite auf der Reise befindest. Dein Auge kann nicht die entferntesten Dimensionen erblicken, allerdings spürst du manchmal über das hinaus, was du siehst. Manchmal erspürst du das Spielfeld des Lebens als dimensionslos. Manchmal tust du das. Manchmal spürst du deine Ewigkeitshaftigkeit und die Unendlichkeit deines Lebens, und worauf es gespielt wird. Und manchmal hast du zu pausieren.
Ist es nicht erstaunlich, wie Gedanken an deine eigene Sterblichkeit zu einem kurzen Blick auf die Immerhaftigkeit zu führen vermögen? Die Ebene, von der wir reden, ist die unsichtbare Leinwand deines Lebens. Du gehst auf ihr, und du bist unentwegt auf ihr, Schritt für Schritt, und dennoch wird der Horizont vor dir, matt auftauchend, matt in die Erinnerung gebracht, weil in der wahren Dimensionslosigkeit dieser Welt der Horizont ebenfalls hinter dir liegt, ebenfalls auf allen Seiten von dir, und ebenfalls eben dort, wo du bist. Die Ebene, auf der du reist, ist nicht so weit, wie du dachtest, und dennoch ist sie dimensionslos, und ihr steht kein Ende an. Sie ist sehr nahe und sehr fern, beides zugleich.
Vielleicht scheint es dir, du fährst auf einer Rolltreppe. Oder in einem Ballon. Vielleicht wirst du entlanggezogen. Vielleicht bist du magnetisiert, und alles bewegt sich mit dir.
Auf jeden Fall trödelst du nicht herum. Es ist keine allzu große Anstrengung, deinen Fuß zu heben. Hüpfe entlang. Sei ausgelassen auf deinem Weg. Gehe leichten Fußes. Gehe lebendig. Du gehst auf der Ewigkeit. Das Feld des Lebens ist das Feld der Ewigkeit, und du bist ein Spiel auf ihm. Wenn du dich auf dem Feld befindest, was kannst du anderes tun als spielen?
Dieser Augenblick ist ewig, ebenso wie dieser Augenblick gleichzeitig nie war und nie zeitlich festgelegt werden kann. Dieser Augenblick befindet sich im Strom des Lebens, und, wie bei einem Bergfluss, wer kann einen schimmernden Teil von ihm wegschnappen? Er kann nicht zum Halt gebracht, und er kann nicht gefangen genommen werden. Indes bist du in einer Bewegung befangen, selbst während alles still und immerzu vital ist.
Du bist vom Leben verdutzt. Es entfaltet sich, war indes nie entfaltet. Es verwandelt sich, ist aber unveränderbar. Es scheint sich zu bewegen, dennoch ist es unbeweglich. Der Ozean hat Ebbe und Flut, und gleichwohl sind die Tiefen still. Du scheinst zu altern, und dennoch bist du alterslos. Du siehst, und du siehst nicht. Die Körperlichkeit des Lebens übermannt dich. Du bist Teil des Universums, und dennoch bist du alles von ihm. Das Leben ist für dich zu viel, um es auszuloten, dennoch ist es nicht unauslotbar. Es geht über dein Verständnis hinaus, und befindet sich gleichwohl in deiner Reichweite. Dein Leben liegt direkt vor dir, und du bist im Begriff, es zu leben.
Auf jeden Fall erkennst du in diesem augenblicklosen Augenblick, dass du lebendig bist, und dass du dich inmitten deiner Reise über die Ebene befindest, Pioniere allesamt, mit jedem Schritt, im Entdecken der Details und der Erhabenheit. Wie hoch ist der Himmel vor dir? Erreichbar direkt vor dir.