HÖRT DEN BEIFALL
Irrtum ist ein Konzept, was ganz gut weg gepackt werden kann.
Wie einfach das Leben ohne dieses Konzept wäre!
Wie viel eures Lebens wird damit verbracht, eine Handlung oder Nicht-Handlung eurerseits oder von Anderen zu betrauern? Das Leben ist nicht dafür vorgesehen, weder aufgehäuft noch eingeschätzt zu werden. Das Leben ist eine Halle, die ihr durchquert. Ihr seid nicht dafür bestimmt, deren Inhalte aufzubewahren.
Wenn das Leben eine Passage ist, könnt ihr es nicht existent halten. Nur dieser Moment kann existent sein. Entlastet euch selbst von der Vergangenheit, die ihr tragt. Schreitet aus ihr heraus.
Der Durchlauf von Zeit ist illusorisch, und dennoch haltet ihr die Vergangenheit ständig im Auge. Manchmal hat es den Anschein, dass die Vergangenheit, sogar die erst kürzlich vergangene, euch von größerem Interesse ist, als der Augenblick jetzt soeben. Die Apfelsine, die ihr letztes Jahr gegessen habt, wird zu einem Idol des Lebens oder zu einem Verderben. Unterdessen allerdings liegt eine noch nicht gekostete Frucht vor euch, saftig auf dem Baum des Lebens. Was immer die Umwege sind, dies ist der Augenblick, den ihr erklommen habt. Er ist genau jetzt parat für euch, ihn zu pflücken. So oder so, diesen Baum könnt ihr nicht mehr hinunter gehen. Ich reize euch nach voran, und, doch leichten Sinns zu laufen. Lasst die Überbleibsel der Vergangenheit liegen.
Ein Empfinden der Scheu hält euch in der Scheu. Es graut euch davor, was euch heimsuchen könnte. Also habt ihr Angst, euch hervorzuwagen. Einen Großteil der Zeit graut euch davor, was geschehen ist, und ihr haltet daran fest. Was unbehaglich war, bewahrt ihr auf, so, als müsstet ihr das, so, als würdet ihr, wenn ihr alle eure vergangenen Siebensachen mit euch herumtragt, - was sein? - sicher sein? Weiser sein? Nicht kritisiert sein? Nicht kritisierbar sein? Tragt ihr vergangene Wunden mit euch herum, damit ihr denken könnt, ihr würdet nicht wieder verletzt werden? Was immer ihr herum getragen habt, jetzt ist die Zeit da, es los zu lassen. Die Vergangenheit ist schier ein Schatten von euch. Ihr seid das Reale. Leert eure Taschen von der Vergangenheit aus.
Alle Schlüssel der Vergangenheit passen nicht in die Gegenwart. Hört auf, sie herumzutragen.
Tragt euch selbst, und tragt Mich.
Die Lösungen der Vergangenheit lösen nicht die Gegenwart. An der Stelle gilt es, euer Denken zu ändern: Es gibt nichts in der Gegenwart, was gelöst werden muss. Sie hat gelebt zu werden. Ihr könnt die Gegenwart nicht mehr ungeschehen machen als die Vergangenheit. Wie wisst ihr, dass dieser Augenblick anders sein sollte, als er ist? Wie wisst ihr, was geschehen soll und was nicht?
Ich spreche nicht über Schicksal. Ich spreche über euch. Ich spreche über euch, die ihr vielleicht befürchtet, dass ihr das Leben einzuzäunen habt, während ihr unterdessen, in der ganzen scheinbaren Zwischenzeit, dafür angelegt seid, es zu umarmen.
Wie im Leben - wenn ihr auf dem Weg seid, jemandem mit einem großen Lächeln zu begegnen, und ihn als erstes begrüßt, habt ihr den Ton gesetzt für die Art und Weise des Anderen, euch zu begrüßen.
Seid so mit dem Leben. Wachst zügig zu ihm heran. Haltet euch nicht zurück. Ihr könnt es ohnehin nicht zurückhalten. Begegnet ihm, und begegnet ihm mit Selbstbewusstsein.
Nehmt nicht in Betracht, nicht einmal für einen Augenblick lang, dass ihr Fehler machen werdet. Nehmt stattdessen in Betracht, zum wenigsten für einen Augenblick, welche Wunder ihr vollbringen werdet. Nehmt in Betracht, dass ihr genau der richtige seid, um auf diesem Zweig des Lebens die richtige Note zu spielen. Ihr seid der Star von ihm, und ihr geht auf die Bühne, und ihr werdet willkommen geheißen, und ihr bekommt den Applaus.
Mit Sicherheit könnt ihr wissen, Ich applaudiere euch. Ich applaudiere euch dafür, im Leben zu sein. Ich applaudiere euch dafür, es zu ehren und zu umschließen. Ihr könnt jetzt sicher sein, dass ihr an der Reihe seid, in es einzutreten, einfach so wie es ist, einfach so wie ihr seid. Der Vorhang ist hochgezogen, und jetzt tretet ihr ein. Hört den Applaus.