HÄNDE WEG
An das Konzept des 'Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten' kann man leicht glauben, nicht so leicht ist es zur Ausführung zu bringen. Der Unterschied zwischen einem Anderen helfen und aus dessen Dingen herausbleiben ist nicht immer ausgeprägt. Es gibt keine Formel. Die Linie zwischen jemandem helfen und dort eindringen ist in der Tat eine feine Linie.
Wenn ein Mensch sein Pferd schlägt, und du hältst seine Hand zurück, denkt er, du drängst dich hinein. Du weißt es besser. Du weißt, falls du nicht dazwischen gehst, billigst du Grausamkeit. Das Pferd ist eine hilflose Kreatur, die in diesem Augenblick keinen Beschützer hat, außer dir, der soeben zugegen ist. Andere Situationen sind nicht derart klar.
Wann gehst du zu weit, und wie weißt du das?
Wann ist es an dir zu helfen, und wann ist das, was du gibst, überhaupt nicht Helfen?
Wann ist es dich mitten in eine Sache einmischen, und wann ist es achtbar?
Was die täglichen Ereignisse anbelangt, wer bist du, um zu wissen, was das Leben eines Anderen sein sollte, und um dich herbeizulassen, dort einzuschreiten?
Ist es gar dein Platz, für einen Anderen zu beten, worum er nicht gebeten hat? Sollte deren Leben demgemäß verlaufen, welche Wahl sie treffen oder was sie tun?
Anstatt zu Mir zu beten, dass ein Anderer seinen Weg ändere, stelle ihn in Mein Licht. Belasse die Anordnung ihres Lebens zwischen ihnen und Mir. Es ist nicht so, das du nichts tust. Jemanden in Mein Licht stellen ist eine große Angelegenheit, dennoch ist es so, dass du die Anderen sich selbst hinsetzen lassen mögest. Deine Rolle ist nicht diejenige eines Sozialarbeiters. Lasse diejenigen, die für sich selbst sprechen können, für sich selbst sprechen. Hilf dir selbst mehr. Du brauchst keinen Ritt auf dem Rücken Anderer. Sei dir selbst gegenüber ein Menschenfreund.
Bemitleide keinen Menschen. Was gibt dir das Recht dazu? Wie immer das Leben eines Anderen sein mag, sie ziehen es vor, dass es ihr Leben ist. Sie könnten sich das deine nicht wünschen. Was immer das Leben eines Anderen sein mag, sie ziehen das Vergnügen aus ihm heraus, das Vergnügen was das ihre ist. Jeder Mensch muss seinen eigenen Tabak kauen. Du kannst das nicht für ihn tun.
Du erkennst nicht immer, was für einen Anderen das Gute ist, nicht mehr, als du dein eigenes erkennst.
…, das soll der Mensch nicht scheiden.
Ich rate dir nicht an, dass du gegenüber Anderen gleichgültig ist. Ich bitte dich, besonnener zu sein.
Des Öfteren ist deine Hilfe nicht gewürdigt worden, und du bist verwirrt zurückgeblieben. Vielleicht war es keine Hilfe. Es gab etwas in deiner Absicht, was dir ein gutes Gefühl gab, und stattdessen fingst du an, dich zurückgesetzt zu fühlen. Sei nicht so gierig, dich selbst einzubringen. Warte, bis du gefragt bist. Und auch dann ....
Etliche Meiner Kinder helfen Mir zu viel. Gehöre du nicht dazu. Setze dich nicht über das Leben eines Anderen hinweg. Übernimm nicht die Führung. Lasse sie ihr eigenes Pferd reiten, und du reitest das deine. Du bist nicht der Aufseher für einen Anderen.
Es liegt nicht dir an, zu sagen, was ein anderer Erwachsener tun oder nicht tun sollte. Das wäre hochtrabend von dir. Auch dann, wenn du durch Zufall richtig liegst, wäre es immer noch hochtrabend von dir.
Dein Leben ist keine ausgemachte Sache. Es befindet sich nicht am Ende des Stocks eines anderen Menschen. Dein Leben ist das deine, und dasjenige eines Anderen ist das seine. Sollte es nicht so sein?
Niemand weiß es gewiss, was einem Anderen gut und recht ist. Sei kein Zwischenhändler zwischen einem Anderen und dessen Leben. Es ist dessen Leben. Einerlei, welche guten Absichten dich leiten, sei im Leben eines Anderen nicht derart aktiv. Sei deinem eigenen gegenüber treu. Sei Mir treu. Erhebe dich über das Weltliche im Leben.
Hände weg ist eine große Hilfe.