WIE WEIT DIE LIEBE DOCH GEHEN KANN
Ich bin kein Gott der Disziplin. Ich bin kein Gott der Gefälligkeiten. Ich bin der Gott der Liebe. Eben so wie Licht strahlt, so liebe Ich. Ich kenne nichts anderes, was es zu tun gibt. Was könnte Ich wohl anderes tun als lieben?
Natürlich, Ich rede nicht von Liebe in den Begriffen der Gebrechlichkeit menschlicher Liebe, nicht von jener An- und Aus-Liebe. Ich meine Liebe. Ich meine Liebe, die niemals blinkt. Meine Liebe bleibt an. Sie ist permanent, unauslöschlich, sie scheint helle, lichte Liebe. Das gesamte Universum ist in Meinem Licht getragen, aus Meinem Licht heraus geboren, durch Mein Licht aufgezogen.
Wir können sagen, Mein Licht und das Leben selbst sind das gleiche. Auch euer Licht geht niemals aus. Der Tod des Körpers ist unwesentlich. Der Körper ist das Letzte von euch. Der Körper ist sogar noch weniger als das. Er ist überhaupt nicht euch! Euer Körper ist nicht einmal so viel wie die Rinde an einem Baum. Euer Körper ist ein Fahrzeug. Zu jeder Lebenszeit liefert ihr es ab. Es hat euch gedient und gut gedient. Ihr braucht es nicht mehr länger. Tragt im Sinn, dass ihr es im Grunde genommen nie brauchtet! Ihr brauchtet es nur so weit, wie das Leben auf der Erde reicht. Ihr brauchtet es einfach um der Erscheinlichkeit halber, Geliebte.
Im Grunde habt ihr mit eurer Erscheinung nichts zu tun. Selbst dann, wenn ihr Stunden damit verbringt, Make-up aufzulegen und Kleider einzukaufen - eure Erscheinung hat nichts mit euch zu tun. Das soll nicht sagen, dass die Erscheinung nicht ihre Wertigkeit besitzt. Selbstverständlich hat die Erscheinung in der Welt ihren Wert, jedoch ist der Wert, so wie die Erscheinung selbst, nicht lange-während. Du, das Du von dir, ist lange-während. Tatsache ist, du bist ewig. Du bist unendlich und ewig. Du bist die Summe und die Substanz. Die Erscheinung ist das nicht. Die Erscheinung erscheint bloß. Sie ist die ausladende Illusion, die man die Welt nennt.
Sieh mehr davon, was jenseits der Erscheinung liegt. Dort ist sogar eine noch größere Schönheit zu finden, als du bereits erlebt hast. Dort ist eine noch größere Liebe, als du erkannt hast. Die größte Liebe, die du erlebt oder gesehen oder über die du gelesen hast, selbst dann, wenn du Sturzfluten von ihr kennen gelernt hast, kommt nur einem einzelnen Regentropfen der Liebe gleich.
Es gibt einen ganzen Fluss der Liebe, der von dir, dem scheinbaren Dir, her in Erscheinung tritt. Du fährst in diesem Augenblick auf diesem Fluss. Die Strömung zieht dich voran zum Ozean, woher der Fluss kommt. Die Strömung der Liebe zieht dich zum Ozean der Liebe, auf dem du immer warst und den du nach wie vor noch nicht richtig zur Notiz nimmst. Ihr wart unaufmerksam, Geliebte. Die Gezeiten der Liebe haben euch in ihrer Knechtschaft, und bald gelangt ihr zum Ozean, und bald gelangt ihr zur Küste der Liebe, um niemals mehr von ihr abzuweichen, nicht einmal mehr in eurer Einbildung. Jedwede Abweichung von der Liebe war eure Einbildung. Die Sache ist, ihr glaubt daran, was ihr euch einbildet. Glaubt mehr an die Liebe. Glaubt mehr daran, dass ihr ein Liebesagent und nichts als Liebe seid.
Aller Propaganda der Welt zum Trotz - die Welt ist in Liebe übernommen. Schaut euch an, was die Menschen alles umsorgen, und ihr seht den Saum der Liebe. Sogar um den Krieg gibt es ein Bemühen! Habt ihr eine anfängliche Vorstellung davon, wie weit Liebe zu gehen vermag? Wie viel Liebe kann da sein, dass sogar der Krieg geliebt wird? Jemand liebt ihn.
Selbstverständlich, es ist tatsächlich die andere Seite des Krieges, die geliebt wird. Bei der Liebe handelt es sich darum, was jenseits des Gedankens des Krieges liegt. Krieg meint den Krieg bezwingen. Krieg meint den Krieg selbst auslöschen. Der Krieg weiß noch nicht darum, dass er ausschließlich durch die Liebe ersetzt zu werden vermag. Sobald der Krieg einmal tief durchatmet, übernimmt die Liebe, diese hübsche, stille, lichte Liebe namens Friede. Friede, das ist klar, ist weitaus mehr als die Abwesenheit von Krieg.