SIEH, WAS PASSIERT, WENN DU LOS LÄSST
In der relativen Welt, in der ihr den Großteil eures Gewahrseins verbringt, ist alles relativ. Die eine Sache hängt von der anderen ab. Es ist, als stünde nichts für sich selbst. Es gibt heiß und es gibt kalt. Die gleiche Temperatur mag euch warm oder kalt erscheinen, abhängig davon, wie ihr es empfindet. Im Frühjahr empfindet ihr eine Temperatur von 10° als warm, weil sich in dieser Jahreszeit die Luft erwärmt. Im Herbst findet ihr 10° kalt, weil sich die Luft abkühlt. Das ist die fluktuierende relative Welt, von der Wir reden. Sie ist vergänglich und änderlich.
Demnach sind Traurigkeit und Glücklichsein zwei Enden des gleichen Geschehens. Es gibt eine unsichtbare Skala, die den Inhalt deines Herzens zu jedem Zeitpunkt abwiegt. Du bist derart wandlungsfähig, dass du sogar zur selben Zeit traurig und glücklich sein kannst. Du kannst sogar weinen vor Freude und im Elend tränenlos sein.
In der relativen Welt ist nichts in Stein gemeißelt. Und falls das so wäre - selbst Steine zerfallen. Ihr lebt in der relativen Welt, und indes gibt es keinen Grund unter euch. Es gibt keine solide Erde, Geliebte. Alles ist im Fluss. Ihr lauft Treppen aufwärts, und ihr lauft Treppen abwärts. Die Welt ist wie ein Klavier, was gespielt wird. So viele Tasten kommen aus einem einzigen Piano heraus, und eure Finger bewegen sich rauf und runter.
Doch selbst im Relativen gibt es Dinge, die im Grunde nicht genau umgrenzt werden können. Politik verharrt nicht an einer Stelle. Ein Wort hat zahlreiche Bedeutungen. Geld, das dem Anschein nach die öffentlichste Sache ist, die es gibt, ist ein Stück Papier, was eine Menge bedeutet, und was allerdings verschiedenartige Dinge bedeutet, abhängig davon, wer du bist und worin deine Situation besteht. Etlichen Menschen sind diese Stücke Papier Reichtum, und bei Anderen belaufen sie sich auf Armut. Geld wird mit allerhand kreditiert, und dennoch würden Könige alles, was sich in ihren Truhen befindet, für eine wiederhergestellte Gesundheit geben.
Und somit reden Wir in der relativen Welt von Werten, von angeblichen Werten. Etlichen ist Geld Macht, und doch ist es ein Stück Papier, auf dem Wörter, Ziffern und Bilder aufgedruckt sind. Was ist im Grunde genommen der Unterschied zwischen Dollars und Monopoly-Geld, wenn nicht der Wert, der auf ihm festgesetzt ist? Selbst Gold kauft euch, sofern ihr in einem Sturm verschollen seid, keine Landkarte oder kein Essen.
Alles, worauf ihr euch verlasst, ist nicht verlässlich.
Selbstverständlich, ihr müsst denken, dass Ich nicht verlässlich bin, denn ihr seht nicht immerzu die Segnungen, die Ich über euch ausgieße. Ihr mögt sogar zur Einsicht gelangt sein, dass ihr meint, Ich nähme sie euch weg.
Das Leben hat ein Leben aus sich selbst heraus. Seine Wege sind unauslotbar. Und demnach fühlt ihr euch abgedriftet dabei, was euch ja manchmal wie ein liebloser Ort scheint.
Und doch, Liebe ist alles, was ist, und selbst Liebe ist in der Welt relativ gemacht worden. Ihr mögt gar in der Welt sozusagen mit einer Bettlerschale herumgehen, voller Verzweiflung auf der Suche nach Liebe, unterdessen ihr alle Liebe in der Welt, und gleichzeitig alle Liebe im Himmel habt.
Geht nicht im Leben in einer eingebildeten erbärmlichen Armut an Liebe herum. Wenn ihr Liebe finden wollt, wenn ihr einen Bedarf an Liebe verspürt, dann ist das Einzige, was zu tun ist, damit anzufangen, sie zu geben. Wo sonst findet ihr Liebe als in eurem eigenen Herzen? Während ihr Liebe gebt, fangt ihr an zu sehen, wie viel Liebe ihr habt. Geliebte, ihr seid voller Liebe. Ihr bittet Andere, den Platz in eurem Herzen zu füllen, unterdessen er bereits angefüllt ist. Voll, aber noch nicht angezapft. Demnach zapft ihr jetzt euer Herz an, wie ihr das bei einem Bierfass tut, und ihr fangt an, Krüge der Liebe aufzufüllen und sie auszureichen.
Geliebte, sobald ihr in eurem Herzen keine Liebe spürt, ist das der Punkt, wann ihr es am meisten nötig habt, sie auszugeben.
Sofern ihr mehr Liebe möchtet, ist es das, was zu tun ist. Und falls ihr nur einen Dollar in eurer Tasche übrig habt, gebt ihn fort. Geben ist das gleiche wie los lassen. Seht, was passiert, sobald ihr los lasst.