DIE WAHRHEIT DEINES HERZENS
Alle Impulse kommen von der Liebe. Unter- oder oberhalb dessen, was du als Impulse des Ärgers oder der Begierde siehst, liegt der energetische Impuls der Liebe. Liebe ist eine Begegnung ihrer selbst, und Impulse treten aus der Liebe in Erscheinung in dem Wunsch, der Liebe zu begegnen. Gelegentlich gerät dein Impuls in Richtung Liebe ausbremsend, und das nennst du Ärger oder sonst etwas.
Alle Emotionen, die du nicht möchtest, kommen von der einen her, die du möchtest. Die Kontraktion deines Impulses in Richtung Liebe führt dazu, dass du ein Unbehagen verspürst, was du als Hass oder als Ärger oder als Neid und so weiter bezeichnest. Diese Kontraktion von Liebe, diese Verzerrung von Liebe kommt daher, weil du jemandem oder etwas eingeräumt hast, dich als weniger, als du bist, fühlen zu lassen.
Bejahe, dass du der einzige bist, der es veranlasst, dich als weniger zu fühlen, als du bist. Was immer um dich herum los ist, wenn du dem gegenüber kapitulierst, hast du dem gegenüber kapituliert. Niemand bringt dich dazu, das zu tun. Du bist derjenige, der sein Herz kontrahiert.
Du kannst nicht weniger sein. So wie bei einer Brille – ohne sie siehst du vielleicht einen Stuhl etwas weiter weg nicht – das bedeutet nicht, dass er nicht da ist. Wenn du dir stattgibst, dich als minder zu empfinden, wenn du aus der Stauchung der natürlichen Liebe in deinem Herzen Folgerungen ziehst, wenn du die negativen Emotionen zu Ende führst, siehst du den Sitz der Liebe inwendig in dir nicht, die dort allezeit ist. Das meint, alle negativen Emotionen sind – ein Fazit, was du aus einer Einschnürung deiner Liebe ziehst.
Aber du brauchst keiner Sache stattzugeben, dass sie deine Liebe beengt. Liebe selbst ist genug. Die Natur der Liebe ist es zu strömen. Du bist der einzige, der deine Liebe strömen lässt. Vielleicht wendet sich jemand von dir ab. Du denkst, etwas Entsetzliches sei dir passiert, weil er sich hier hin und nicht dort hin bewegt hat, und hernach erlaubst du es irrtümlicherweise deinem Herzen, sich zu verschließen.
Du brauchst dein Herz nicht so sehr zu schützen. Lasse dein Herz den Liebhaber von allen sein, unabhängig davon, wer oder wie sie deiner Liebe lauschen. Sie haben ihr nicht zu lauschen. Sie sind nicht dazu verpflichtet. Sofern sie freilich die Wahrheit deines Herzens kennten, würden sie schier mit Liebe erwidern. Aber sie haben, so wie du, ihr Herz kurzgeschlossen. Sie schenken den Zwingen in ihrem Herzen mehr Beachtung, als sie das für die offenen Räume tun.
Du setzt ein offenes Herz mit Verletzbarkeit gleich. Du siehst ein offenes Herz als ein verwundetes Herz. Ein offenes Herz ist ein offenes Herz. Der Verschluss deines Herzens verhindert keine Wunden oder heilt jene nicht, die du bereits hast. Dein Herz öffnen ist mehr Liebe heraus und hinein lassen. Sofern du nicht mehr Liebe herausgibst, kann nicht mehr hineinkommen. Quetsche dein Herz nicht mehr länger. Stelle dein Herz nicht so sehr auf das ein, was Andere mit dem ihren tun.
Dies ist eine Meiner Zauberformeln. Ich liebe unbesehen. Unbesehen meint, Ich treibe nicht Maß um Maß ein. Meine Liebe ist unermesslich, weswegen also sollte Ich sie messen, oder diejenige eines Anderen messen? Ich bitte nicht um Liebe. Ich gebe Liebe. Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, zurückgewiesen zu werden, weil Ich nicht zurückweise.
Ich sehne Mich nach dir, dass du Meine Liebe annimmst, nicht Meiner Akzeptanz halber, sondern dafür, dass du die Liebe kennen lernst, die Liebe, die derart ungebunden ist, dass du lediglich in ihr schwimmen kannst, die überbordende Liebe, die in jedem Winkel anlangt, die aufkeimende Liebe, die über alles hinweg fegt, die unentrinnbare Liebe, die alles neben sich zur richtigen Größe zurückführt. Im Universum gibt es eine Gezeitenwelle der Liebe, und du bist eine Strömung von ihr. Blockiere dein Herz nicht. Öffne die Schleusen. Lasse Mich ein.