GOTTSUCHEN
Wenn du verurteilst, bist du darauf aus, das Denken eines Anderen zu verändern. Wenn du verurteilst, möchtest du deinen Gedanken über denjenigen eines Anderen stellen. Es geht nicht um die Frage, ob du oder sonst jemand recht oder nicht recht hat. Das ist eine Frage des Aufzwingens, was einem Anderen zugehört. Seine Gedanken sollen die seinen sein, nicht die deinen.
Du hast genug zu tun, dein eigenes Denken zu ändern. Lasse Andere sein, wo sie sind. Sie werden zu ihren eigenen Schlüssen gelangen. Du bist zu den deinen gelangt.
Du wunderst dich, wie du Mich auf die eine Weise verstehen kannst, und ein Anderer Mich anders versteht, und, wie könnt ihr beide der Wahrheit treu und dennoch auf einem unterschiedlichen Pfad sein.
Hier die Antwort: Welcher Pfad ist nicht von Tragweite. Das Ende des Pfades ist von Bedeutung. Alle Pfade sind in Wirklichkeit verschiedene Landkarten zu Mir. Die Karten mögen verschieden sein, aber der Bestimmungsort ist der gleiche.
Wir können in der Sache noch weiter gehen. Zu Mir gibt es keinen Pfad. Oder Wir können sagen: Ich bin der Pfad.
Wir können noch weiter gehen. Ich bin der pfadlose Pfad.
Ich bin dein Lehrer. Ich mache es dir nicht schwer, Mich zu finden. Es gibt keinen Lehrplan. Es gibt keine Reise zu Mir. Ich bin augenblicklich. Ich bin spontan. Alle Pfade in der Welt sind Züge, und unterwegs gibt es viele Haltestellen. Du kannst an jeder aussteigen, und Ich werde da sein.
Du kannst dir den Zugfahrplan durchlesen, wie du möchtest, aber selbst du wirst Mich finden.
Niemand, keine Schule, händigt Mich an dich aus. Ich bin leicht. Du selbst findest Mich auf. Und du brauchst nicht die Kilometer zu zählen, denn Kilometer sind etwas aus der Vorstellung. Sie sind illusorisch, so wie die Auffassung, du habest Mich zu finden – irgendwo, an einer bestimmten Stelle und nicht an einer anderen, Ich, der Ich unverfroren überall bin.
Die Bahnlinie zu Mir heißt Wahrheit, und du kannst überallhin hüpfen. Du bist die Maschine. Die Route ist nichts. Du bist alles.
Du kannst deine Route zu Mir nicht voraussagen. Du kannst ihr nur folgen. Aber es ist nicht die Route, der du folgen sollst. Es bin Ich, dem du folgst. Folge Mir. Verfolge Mich mit deinen Augen und deinem Herzen. Schaue dich nach Mir um, und du wirst Mich direkt dort finden, wo du bist.
Es ist nichts Einschneidendes, Mich zu finden. Ich bin überall, was ist demnach die große Entdeckung? Dass Ich bin? Dass Ich bei dir bin? Dass Wir sind?
Ihr habt keine Initiation zu durchlaufen, um euch bei Mir zu verorten. Auch keine Prüfung. Noch auch hat euer heraufdämmerndes Gewahrsein schrittweise zu sein. Ihr braucht keinen Nachweis Unseres Einsseins. Ihr braucht nicht spektakulär zu sein oder keine spektakulären Ereignisse aufzuführen. Ihr braucht nicht zum Ritter geschlagen zu werden oder sonst irgendwie glänzen. Ihr besitzt bereits alles, was nötig ist, um Mich zu kennen. Ihr kennt Mich schon. Bejaht das. Ernennt euch selbst zum Ritter.
Niemand kann Mich euch lehren. Niemand kann verkünden, dass Ich euer bin. Du bist der einzige, der Mich für sich selbst in Anspruch nehmen kann. Und du beanspruchst Mich, indem du Mich beanspruchst. Erstrebe Mich um Meinethalben, und Ich werde in dein Gewahrsein kommen. Ich kann kein größerer Part von dir sein, als Ich es bereits bin. Ich kann nicht mehr dein sein, als Ich es bereits bin.
Demnach gibt es hier für dich nicht viel zu tun, als zu streben, dass Ich erscheine, in voller Montur, in vollem Gewand sozusagen erscheine. Bestrebe nicht Attribute im ihrer selbst willen, bestrebe vielmehr, mit Mir Eins zu sein. Bestrebe, unser Einssein zu erkennen. Einssein kann nicht gelehrt werden. Es ist nicht zu erzielen. Mache den Anfang, dich selbst anzuerkennen. Du bist bereits Mein,und Ich bin bereits dein.