GLAUBE DEINEN GLAUBENSVORSTELLUNGEN NICHT SO SEHR
Wenn du sagst, das eine oder andere habe so oder so zu sein, dann zwingst du auf. Sollte ist ein Verurteilen, das kein Argumentieren zulässt. Woher kommt sollte? Es kommt von vergangenen Glaubensüberzeugungen. Glaubensüberzeugungen sind Meinungen, gewöhnlich starke Meinungen. Weil du glaubst, macht es das nicht zu diesem und jenem. Dein Glaube hat mit dem nichts zu tun. Zuweilen ist dein Glaube an deine Glaubensüberzeugungen wie die Geschichte, wo jemand die Füße abschneidet, um ins Bett zu passen.
Du kannst an etwas glauben, was du so gerne möchtest, aber das macht es nicht dazu. Ich existiere, aber Ich existiere nicht, da du an Mich glaubst. Ich existiere, da Ich existiere.
Die Welt dachte, die Erde sei flach, diese Glaubensvorstellung änderte allerdings die Krümmung der Erde nicht.
Versuche nicht, die Welt dazu zu machen, dass sie deinen Glaubensvorstellungen gleichkommt. Das stellt einen Anlauf zur letztlichen Kontrolle dar.
Eine auferlegte Glaubensüberzeugung ist eine Beurteilung. Eine Beurteilung ist eine Streiterei. Sie ist eine Aberkennung. Sie versucht, das zu tilgen, was bereits erfolgt ist. Zu tilgen bemüht sein besagt, es sei ein Fehler gewesen. Vielleicht verlief es nicht nach deinen Wünschen, aber du kennst nicht genug vom Leben, um zu äußern, es sei ein Fehler gewesen.
Etliche so genannte Fehler waren enorme Segnungen. Viel Gutes kann dem entkommen, was ihr Fehler nennt. Ist nicht jeder Anlauf, der nicht das erzielt, was er eures Erachtens sollte – ist jener nicht ein Schritt?
Seid bei euren starken Meinungen auf der Hut. Wieso muss eine Meinung stark sein? Wieso muss sie eine Überzeugung oder eine lange beibehaltene Glaubensvorstellung darstellen? Wieso müssen eure Gedanken wie Auktionshämmer sein, die schwer herunter schlagen?
Wieso muss euer ausgebrachter Toast dauernd aufgepuffert sein?
Wieso müssen all eure Glaubensüberzeugungen derart sein? Was, stellt ihr euch vor, steht auf dem Spiel?
Glaubensüberzeugungen kommen aus der Vergangenheit. Sie sind ein Festhalten aus der Vergangenheit her. Glaubensüberzeugungen sind nicht unantastbar. Sie sind nicht bloß Eine-Sache.
Offenheit entkommt der Gegenwart.
Lasse heute herein, was hereinkommt. Du musst es nicht alles kaufen, aber du kannst es in Betracht nehmen. Gehst du auf einen Marktplatz, so verdammst du nicht jene Artikel, die du nicht kaufen möchtest. Du kaufst jene, die dir Hand und Fuß ergeben.
Lasse Mich indes Folgendes sagen: Es existiert kein Glauben, den du benötigst. Glaubensvorstellungen sind nicht etwas, was du benötigst.
Gewahrsein ist dasjenige, was du nötig hast. Gewahrsein ist, was Ich dir gegeben habe. Ich gebe dir keine Glaubensvorstellungen. Wenn etwas wahr ist, benötigt es keinen Glauben daran. Wenn etwas nicht wahr ist, macht es aller Glaube in der Welt nicht wahr. Glaubensüberzeugungen sind allgemein beibehaltene Welt-Gedanken. Glaubensüberzeugungen sind, danach sieht es durchaus aus, nicht verlässlich.
Auf die Wahrheit indes kann man sich verlassen. Die Wahrheit öffnet sich selbst. Sie ist kein verschlossenes Buch. Wahrheit, ungleich den Glaubensüberzeugungen, reicht nicht nur so und so weit. Die Wahrheit läuft in alle Enden der Erde. Was wahr ist, ist überall wahr.
Bringt Fakten nicht mit wahr durcheinander. Was ihr Fakten nennt, sind Stücke. Wahrheit ist immerzu ganz.
Glaubensvorstellungen sind Namen für bestimmte Ideen, so, wie du einen bestimmten Zeitraum als gestern oder als Mittwoch bezeichnest. Das ist ein Name. Er ist nicht unantastbar. In einem anderen Land hat der gleiche Bezugsrahmen einen anderen Namen. Jene Namen haben aber einen universalen Zweck. Niemand glaubt, dass der Name das Fragment an illusorischer Zeit herstellte.
Verfestigte Konzepte werden zu Glaubensüberzeugungen. Glaube nicht so sehr an Glaubensüberzeugungen.
Andere zu deinen Glaubensüberzeugungen bringen – was erreicht das? Bestätigt das, dass du recht hast? Die Meinung eines Anderen polstert die deinigen aus?
Jesus schaute nicht nach Auspolsterung. Und er versuchte nicht, die Menschen dazu zu bringen, zu glauben. Er versuchte, zu enthüllen. Er sagte: „Hier ist Gott.“ Er sagte: „Kommt aus der Dunkelheit heraus, und seht, was direkt vor euch liegt.“
Sobald du einmal gesehen hast, hast du gesehen. Was du gesehen hast, kann nicht umgedreht werden. Vielleicht siehst du es heute nicht, aber du hast es gesehen. Kannst du vorgeben, du habest es nicht gesehen? Und dennoch hast du das getan. Du hast deine eigene Sicht vorgetäuscht, sie sei nicht da, und hast sie untergetaucht.
Die Wahrheit und die Schönheit der Wahrheit sehen - das mag bereits wie eine Umwälzung sein. Wahrheit indes ist nicht: davon nicht gehört. Von ihr wurde gehört, und sie wurde gesehen. Du hast sie gesehen.
Schaue dich nach Gewahrsein um, und nicht nach erhärteten Glaubensüberzeugungen.