DAS SPEKTRUM VON GOTTES LICHT
Weder Mir bist du ein Fremder, noch dir selbst. Dennoch entdeckst du unablässig Mich, und entdeckst du unablässig dich. Du findest unablässig neue Elemente von dir auf. Sie sind nicht neu, aber deine Wiederentdeckung lässt sie neu erscheinen. Du weißt nicht, woraus du gemacht bist, so lange bis du dem über den Weg liefst, und dann bist du über den Reichtum an Wunder verblüfft, der du bist.
Und bist du denn nicht Meine staunenswerte Schöpfung? Sind nicht Meine Menschenseinswesen die befähigtsten unter allen? Ihr seid das Spektrum Meines Lichts.
Es gibt nichts, wozu ihr nicht befähigt wärt. Es gibt kein Schlagloch in der Straße, über das ihr nicht springen könnt. Es gibt keinen Felsen, der für euch zu groß ist, um ihn zu durchqueren. Euch ist keine Entfernung zu groß, sie euch vorzunehmen. Es gibt nichts, was ihr nicht tun könnt. Ihr umfangt alles. Alles zu eurer Verfügung. Ihr seid nicht auf sechzehn Kreiden beschränkt. Ihr habt unbegrenzte Auswahl. Ihr habt alle Farben, die existieren, direkt auf euren Fingerspitzen. Lasst eure Hand auf das zugreifen, was ihr noch nicht einmal sehen könnt.
Und lasst alle Hindernisse gehen. Sie sind illusorisch. Nichts hält euch von der Erfüllung zurück. Dann und wann wisst ihr nur nicht, was Erfüllung ist, oder, vielmehr, was zu erfüllen ist.
Gleichzeitig, du erfüllst nichts. Du bist derjenige, der erfüllt ist. Du bist bereits erfüllt. Du hast das indes zu entdecken.
Der Zweck deines Lebens heißt, nicht den ganzen Kuchen zu essen.
Es mag darum gehen, ihn zu servieren. Du bist vielleicht derjenige, der den Kuchen aufschneidet und der die Stücke austeilt. Wer ist erfüllt? Derjenige, der den Kuchen isst, oder derjenige, der ihn serviert? Und kann nicht derjenige, der ihn serviert, ihn nicht auch probieren und essen? Das bloße Kosten und Essen ist allerdings nicht genug, da es einen elementaren Wunsch gibt, Gottes Geschenke auszutauschen und zu teilen. Du möchtest im Grunde genommen nicht alles alleine für dich selbst.
Sobald du dich unter Hindernissen heruntergefahren findest, so wisse, dass dies deswegen der Fall ist, weil du etwas an dir zu halten versuchtest, was nicht dir angelegen ist, es festzuhalten. „Vollkommenheit ist Mein, spricht der Herr.“
In Begriffen des weltlichen Lebens ist euch nicht Vollkommenheit zueigen. In Begriffen Meiner Gefilde existiert Unvollkommenheit nicht.
All euer Bemühen um Vollkommenheit in der Welt ist euer Stolperstein. Lasst es los. Lasst das Leben sein. Lasst es das Lied singen, das es singt. Es wird bald genug etwas anderes singen.
Ihr lernt soeben, die vollkommene Unvollkommenheit der Welt zu bejahen. Ihr lernt, eure Vollkommenheit inmitten der Unvollkommenheit zu bejahen. Sobald ihr eure Vollkommenheit erkennt, werdet ihr um euch herum nicht so sehr nach Vollkommenheit suchen.
Taucht in Mein Herz hinein, so wie ihr euch in einen Schrank vertieft. Geht dort hinein und entfernt das Unerhebliche, mit dem ihr euren Weg blockiertet. In Meinem Herz ist Platz für euch. Hier ist es nicht überfüllt. Es ist geräumig hier, weil alles in Mein Herz hinein passt. Du passt hier perfekt hinein. Strecke dich aus. Lege deine Füße hoch. Zünde in Meinem Herzen eine Kerze an und sprich es an. Lies Mein Buch laut heraus.
Ohne dich wäre Mein Herz leer. Indessen bin Ich nicht ohne dich. Ich bin inwendig in dir, so wie du inwendig in Mir bist. Unsere Herzen sind wie Sprossen einer Leiter, eine nach der anderen, alle vertauscht. Dein Fuß tritt auf die Sprosse der Leiter Meines Herzens, und Ich weite das deine aus. Dein Herz betritt das Meine, und es reicht überallhin. Wie sehr sind die Einzelheiten des weltlichen Lebens von Belang, unterdessen du die Gehalte Meines Herzens innehast?
Farbe ist verspritzt, und du musst dir nicht so viel draus machen. Sie verspritzte von der Leiter Meines Herzens. Wohin kann sie spritzen und was ist ihre Bedeutung und wie sehr ist sie von Belang? Du brauchst sie nicht aufzuputzen. Nimm einen weiteren Schritt, und die Spritzer werden sich von selbst erledigt haben, denn aus einer anderen Höhe wirst du anders sehen. Nun habe Ich dich eine Stufe höher gebracht, und nun siehst du aus einem anderen Blickwinkel. Dein Blicken kommt dem Meinigen näher.