DIE WAHRHEIT DES LEBENS
Alles ist Einssein, nicht bloß du. Das ist so, wie du lange Finger hast und wie sie überallhin reichen und die ganze Welt umfangen. Du beinhaltest die ganze Welt und ihre gesamten Landschaften und alles in ihnen. Das ist ein einziger Traum, den du träumst. Alles ist in ihm. Alles ist in ihm.
Der Apfel auf dem Baum ist so viel das Universum, wie du das bist. Alles vom Apfel ist in dem Samen des Apfels enthalten, und der Apfel behält, eine Zeitlang, den Samen von sich selbst.
Nicht eine Sache im Universum ist allein. Es gibt ein ganzes Universum, und du bist in ihm. Du bist Es. Ich spielte Fangen, und du bist Es. Jeder ist Es, obschon jedermanns Augen ein verschiedenes Bild machen.
Du meinst, du gehst zum Küchenschrank, um etwas zu holen, und indes bist du das einzige in dem Küchenschrank. Es mag sein, du hast den Küchenschrank anders bezeichnet, und du denkst, es gebe vielfältige Dinge in dem Schrank, aber du bist die Dose mit Suppe, und du bist die Spaghetti-Schachtel.
Ich weiß, das ergibt für euch keinen Sinn – dass ihr irgendwo gefertigt, in Dosen oder Schachteln, zu einem Laden (der auch ihr ist) verbracht, auf ein Regal gestellt, zu eurem eigenen Küchenschrank oder Vorratsraum transportiert wurdet – wir reden allerdings von Sinn von welcher Art auch immer, nicht von Sinn, wie ihr ihn kennt. Wir sprechen über Realität. Für die Fragen, die ihr über das Gebiet der Erde und über die Existenz stellen könnt, gibt es kein Ende. Fragen sind unbegrenzt, so unbegrenzt wie ihr.
Doch hier, Geliebte, die Sache – ihr vibriert Mich, und desgleichen ein jeder Stein, ein jedes Paket und ein jedes anderes Seinswesen in der Welt, sie vibrieren Mich. Alle haben Seien. Sogar Dinge haben Seien. Ich schreibe Seien groß, weil Seien ein anderes Wort für Mich ist, und somit könnte, das ist wahr, jedes Wort und alles ebenfalls großgeschrieben werden. Ich schlage vor, ihr schreibt euer Einssein groß. Was könnt ihr anderes tun als lieben? Es ist eure eigene Hand, die ihr küsst.
Wie macht ihr das, fragt ihr euch. Es ist wie Lesenlernen, Geliebte. Der Augenblick kommt, wann ihr lesen könnt. Der Augenblick kommt, wann die Zeichen auf der Seite für euch lebendig werden, und dann bist du in die Welt des Lesens eingetreten. Du griffst dir den Kniff des Lesens sozusagen aus dem Rucksack.
Und nun wirst du dich unterweisen, wie die Welt zu lesen ist. Wenn du sie erfasst, wenn jeder und alles in der Welt lebendig wird, wirst du jeden und alles als Einssein erkennen, und du wirst erkennen, dass das Einssein du ist, und dass das Einssein Ich ist, und dass Wir, du und Ich und die gesamte Ansammlung, schlicht Eins sind. Alle Ehre dem Einssein! Heil dem Einssein!
Es gibt keine Andersheit. Du bist das ganze Sack und Pack. Da ist Eine Existenz, und sie ist die Meine, und deswegen die deine. Sie ist mehr als die Meine. Sie ist mehr als die deine. Sie ist Unser. Dennoch, indes es schier Einssein gibt, kann es von Uns nicht zwei geben. Das ist schlüssig, dass es, sofern Eins da ist, keine zwei geben kann. Ihr braucht keine zehn Finger, um die Wahrheit des Lebens abzuzählen.
Derweilen jeder und alles schön ist, derweilen ihr durch jeden und alles entzückt seid, werdet ihr gelernt haben, die Welt zu lesen, und damit habt ihr euch selbst gelesen und habt euch desgleichen ganz über die Welt überschrieben, den Himmel nicht ausgenommen. Ihr seid ein Himmelsschreiber, Geliebte, und ihr seid der Himmel, den ihr schreibt. Ihr seid die Welt, und dennoch steht ihr sozusagen über ihr, dies obschon es kein Oben und Unten gibt.